Herbstferien 2020


23. Oktober 2020, Savoyeux

Kurz nach 9.00 Uhr liegen wir am Ponton zum Auswassern bereit. Dieses Jahr benötigen wir "nur" zwei Versuche, um aus dem Wasser zu kommen. Der Grund: Da die Saône etwas weniger Wasser führt, war der hölzerne Aufbau - siehe auch Blog von gestern - zu hoch. Also musste zuerst ein kleinerer Holzblock her. Anschliessend hat alles ohne Probleme funktioniert. 

Bis am Mittag erledigen wir die letzten Einwinterungsarbeiten und verlassen dann Savoyeux in Richtung Schweiz. Die 14 Tage Herbstferien sind damit bereits Geschichte. Es war wenig los auf der Saône. Covid wird wohl der Grund sein. In der ersten Woche waren die Temperaturen für die Saison eher kühl. Die zweite Woche war zwar wesentlich wärmer, wurde aber von starken Windböen aus Süd-West begleitet. 

Kurzes Fazit zur Saison 2020: 

Das Corona-Virus hat im Jahr 2020 so ziemlich alles beeinflusst. Das Einwassern erfolgte - bedingt durch das französische Confinement - erst am 15. Juni. Masken tragen, Abstand halten und Hände waschen sind die Grundlagen, die uns während der ganzen Saison begleitet haben. Trotz aller Massnahmen steigen ab Mitte Oktober 2020 die Fallzahlen weltweit explosionsartig. Die Schweiz entwickelt sich zu einem der europäischen Spitzenreiter (23. Oktober 2020: 6634 neu Infizierte in der Schweiz). Spitzenreiter unter den Kantonen ist das Wallis (1190 Infizierte pro 100'000 Einwohner in 14 Tagen). 

 


22. Oktober 2020, Savoyeux

Heute war vor allem "Aufräumen" angesagt. Zur Illustration der verschiedensten Arbeiten am Ende der Saison dient an dieser Stelle der Aschesauger. Die Reinigung der beiden Kamine braucht es ca. einmal im Jahr. Mittlerweile haben wir eine gute Routine entwickelt und kommen ohne grosse Russwolke im ganzen Boot über die Runden. 

Das zweite Bild zeigt den extra für uns vorbereiteten Transportanhänger. Die beiden Holzklötze braucht es nämlich nur für das Aus- bzw. Einwassern eines Snaily. Morgen vormittag ist es soweit. Die Saison 2020 endet diesmal bereits nach 4 1/2 Monaten. In einem Jahr ohne Corona liegen wir ca. 8 Monate im Wasser.  


21. Oktober 2020, Gray - Savoyeux

Die Temperaturen sind stark angestiegen. Heute morgen zeigte das Thermometer 15 Grad. Der Süd-West-Wind bläst wieder sehr stark. Das Anlegen für die Mittagspause, längsseits und gegen den Wind war dann auch ein spannendes Manöver.

Eine spezielle Aktion ergab sich bei der Ausfahrt aus dem Tunnel Savoyeux. Ein Wildschwein übt sich im "Schwimmen"! Wahrscheinlich ist der arme Kerl beim Tunnelausgang ins Wasser gefallen und musste dann den gesamten Bereich der Ausfahrt - ca. 300 Meter - schwimmend zurücklegen. Wir haben die Fahrt verlangsamt, um den "Schwimmer" nicht zu stressen. Sobald es ihm wieder möglich war, das Ufer zu erklimmen, hat er ganz rasch das Weite gesucht - siehe Videoclip.


20. Oktober 2020, Gray - Camping Gray

Der Tag beginnt mit einem blutroten Himmel. Für ein paar Minuten haben wir heute morgen ein Morgenrot erlebt, das sich gewaschen hat. 

Eigentlich wollten wir heute zurück bis nach Savoyeux. Dem war dann aber gar nicht so. Beim Camping in Gray sind wir nach einer Schleuse und ca. 1 km Strecke "hängen" geblieben. Einerseits gefällt uns die Anlegestelle, andererseits machen heute die extremen Windböen das Navigieren nicht sehr angenehm. Wir haben also alle beweglichen Teile gut festgebunden und ein zusätzliches Tau befestigt. Das sollte trotz allem für eine ruhige Nacht reichen. 

Der Kaminhut des Ofens in der Küche hat sich nicht mehr gedreht wie er sollte. Für diesen Fall heisst es dann, die ganze Mechanik auseinander bauen, reinigen, einfetten und wieder montieren.

Noch ein Wort zum letzten Bild. Wer genau hinschaut, stellt fest, dass der linke Bügel an der Brille fehlt. Die Geschichte dazu: Als ich gestern abend hinter dem Schrank den Stecker  einer Stehlampe gesucht habe, bat ich Marianne, für mich kurz die Brille zu halten. Et voilà - der Bügel war ab! Kein Kommentar... ;-))


18. und 19. Oktober 2020, Gray

Am Sonntag und Montag sind wir in Gray liegen geblieben. Jean-Pierre und Francine sowie Ueli und Christine haben uns am Sonntag bzw. am Montag einen Besuch abgestattet. 

Das Wetter hat sich im Gegensatz zur letzten Woche verbessert. Es ist zwar kalt am Morgen (jeweils 2 - 3 Grad) aber bereits am Vormittag zeigt sich die Sonne. Hier ein paar Impressionen der letzten zwei Tage.


17. Oktober 2020, PK 301 - Gray

Eigentlich war für den heutigen Tag etwas mehr Sonne angesagt. Dem war gar nicht so. Es blieb während des ganzen Tages bedeckt. 

Die erste Arbeit am Morgen besteht in der Reinigung des Kühlwasserfilters. Bedingt durch die weitverbreiteten "Wasserlinsen" füllt sich dieser jeden Tag. Ohne Reinigung würde mit der Zeit der Durchfluss des Kühlwassers vollständig verhindert und das bekommt unserem Diesel gar nicht.

An der Schleuse Rigny fotografieren wir die "Bouée de Sauvetage" und das Verbotsschild für Hunde. Was jetzt? Hunde werden im Notfall also nicht gerettet... ;-))

An der Schleuse in Gray ist die Ausfahrt mit Fahrrädern in den Nationalfarben der France dekoriert. Sinn und Zweck haben wir noch nicht herausgefunden. Seit diesem Sommer gibt's in Gray auch wiederum ein Ausflugsschiff - "L'Audacieux" als Elektroversion. 

Am Nachmittag bekommt der Anker noch einen neuen Farbanstrich. Nach bald 20 Jahren war das notwendig.


16. Oktober 2020, Soing - unterhalb der Brücke nach Autet (PK 301)

Kurz vor Mittag verlassen wir Soing. Es ist kühl, vor allem bedingt durch die Bise. In Savoyeux füllen wir unsere Holz- und Wasservorräte auf. Die Wetterprognosen versprechen zwar wärmere Temperaturen für die kommende Woche aber uns ist es lieber, genügend Heizenergie mitzuführen. 

Anschliessend fahren wir weiter in Richtung Süden und suchen uns einen Platz für die Nacht. In der Schleuse Savoyeux fliesst das Wasser aus allen Spalten und Ritzen. Hier wäre etwas Unterhalt sicher angebracht. 

Marianne hält schon lange Ausschau nach einem Stück Schwemmholz, um damit unser Fenstersims zu Hause zu dekorieren. Auf dem Schwimmponton unterhalb der Schleuse sind wir fündig geworden. Schauen wir mal, ob es das richtige Stück ist - ansonsten gibt's Brennholz. 

Nachdem wir angelegt haben, laufen zwei Rinder auf dem Treidelweg an uns vorbei. Unsere Vermutung, die beiden sind ausgebüxt und gehören sicher nicht hierher. Kurz darauf bestätigt sich der Verdacht. Die beiden laufen wiederum an uns vorbei - diesmal in die andere Richtung und in Begleitung des Landwirts. Bis sie dann wieder auf der umzäunten Wiese standen verging einige Zeit. Die Viecher haben sich standhaft geweigert, die gewonnene Freiheit freiwillig aufzugeben. 


15. Oktober 2020, Port s. Saône - Soing

Die Temperaturen sinken - mittags hat es keine 10 Grad. Die Covid-Fallzahlen steigen - die Schweiz meldet 2600 neue Infizierte. Die Massnahmen sollen nächstens verschärft werden. Die Regelungen sind je nach Kanton (noch) unterschiedlich und der Bund will im Moment keine dringlichen Empfehlungen abgeben - eine Folge des föderalistischen Systems in der Schweiz. Sollten die Zahlen weiter steigen, und das werden sie mit Sicherheit, wird der Bund wiederum vermehrt zentrale Regelungen erlassen müssen. 

Heute haben wir in Port s. Saône umgedreht. Es geht zurück in Richtung Süden. 

Das heutige Mittagessen war in ersten Linie gesund. 

Der Nordeingang des Tunnels "St. Albin" wird seit geraumer Zeit saniert. Es ist auch dringend notwendig, dass VNF hier ein paar Euros investiert. 

Die gelegentlichen Schleusen sind nach wie vor in Betrieb, obwohl überhaupt kein Höhenunterschied mehr zu überwinden ist. Die beiden Fotos zeigen, dass während des gesamten "Schleusenvorgangs" beide Tore eine handbreit offen sind. Da hat bei VNF wohl einer vergessen, die Schleuse ausser Betrieb zu nehmen. 

In Soing treffen wir auf eine altbekannte Situation. Das Mietboot auf dem letzten Bild benötigt fast die gesamte Länge des Anlegestegs. Wir quetschen uns mit der knapp halben Bootslänge hinter den Mieter. 

 


14. Oktober 2020, Scey s. Saône - Port s. Saône

Das Wetter ist heute wesentlich besser. Bereits ab dem Morgen zeigt sich die Sonne. Unsere Panels tun wieder einmal das, wofür wir sie ständig mitschleppen. 

Bei der Ausfahrt aus der Schleuse Port s. Saône weiden im kleinen Wildpark mehrere Dammhirsche und zwei Lamas. 

Auf dem dritten Foto ist in Rot ein grösserer Busch markiert. An dieser Stelle haben wir vor 28 Jahren die erste Nacht auf dem Hausboot verbracht. Eigentlich wollten wir die Schleuse rechts im Bild noch passieren, waren aber zu spät. Den Busch hat's damals noch nicht gegeben... ;-))

Ab dem Mittag liegen wir am Quai von Port s. Saône. Es ist wenig los. 3 - 4 Mietboote fahren an uns vorbei. Heute ausnahmsweise einmal alle in sehr gemächlichem Tempo. 


13. Oktober 2020, Traves - Scey s. Saône

Es ist merklich kühler geworden. Um 08.00 Uhr zeigt das Thermometer gerade mal 3 Grad. Während der Herbstferien hatten wir es schon wesentlich wärmer. Auf der Saône ist sehr wenig los. Ein einziges Mietboot habe wir vor der Schleuse St. Albin gekreuzt. Ob die geringe Navigation auf die kühlen Temperaturen oder ev. auf die Covid-Situation zurückzuführen ist, können wir nicht sagen. Am Abend liegen wir im alten Hafen von Scey s. Saône - ganz alleine. 

Vor 28 (!) Jahren haben wir bei der damaligen Bootsvermietung "Rive de France" unser erstes Hausboot gemietet. Wer hätte damals gedacht, dass wir ca. 3 Jahrzehnte später immer noch auf Flüssen und Kanälen in Frankreich unterwegs sind - und 2020 sogar mitten in einer Pandemie inkl. Masken tragen, Abstand halten und regelmässigem Hände desinfizieren - Niemand!!


12. Oktober 2020, Soing - Traves

Der Tag startet kühl aber trocken bei 8 Grad. Die Sonne zeigt sich erst am Nachmittag. Gegen 10.00 Uhr verlassen wir Soing. Marianne macht ein paar Fotos, filmt und spaziert dann mit Eira zu Fuss zur Schleuse Soing. Ich nehme die Rückfahrt zur Derivation in Angriff und lade die beiden an der Schleuse wieder auf. An der Schleuse Curby fotografieren wir beim Hochschleusen den schwarzen Kater. Dieser machte absolut keine Anstalten, sich von der Stelle zu bewegen. Viel mehr harrte er der Dinge, die da passieren. An dieser Stelle fährt man nämlich normalerweise ohne anzuhalten durch das Schleusenbecken. Im Gegensatz zu demselben Schleusentyp in der Derivation von Ray s. Saône, den wir vor zwei Tagen passiert haben, betrug diesmal die Hubhöhe 0 ("Null") Zentimeter. 

Ab Mittag liegen wir in Traves. Es ist wenig los. Eine einziges Mietboot liegt am Steg. Während des ganzen Tages haben wir kein einiges Boot gekreuzt. Unser Aufenthalt en France gleicht zudem im Moment fast einer Covid-bedingten Quarantäne. Seit der Abfahrt in Savoyeux haben wir keine Menschenseele gesehen geschweige denn Kontakt zu jemandem gehabt - geht auch... ;-))


11. Oktober 2020, Soing

Der Tag beginnt regnerisch mit einer Temperatur von 4 Grad. Die Wettervorhersage stimmt also. Mit etwas Holz in den Öfen ist dem Umstand aber rasch abzuhelfen. 

Auf dem zweiten Bild steht nebst der Uhrzeit in der Mitte, die Raumtemperatur und ganz unten die Temperatur des Vorlaufs in der Zentralheizung. Bedingt durch den kleinen Raum ist es schon kurz nach dem Einheizen angenehm warm. 

Ansonsten haben wir heute nicht viel gemacht, ausser viel herumliegen und lesen. 


10. Oktober 2020, Savoyeux - Soing

Am Vormittag verlassen wir Savoyeux in Richtung Soing. Das Wetter zeigt sich von der veränderlichen Seite. Am Nachmittag scheint die Sonne, es ist aber deutlich kühler geworden. Wir heizen. 

Heute haben wir die Schleuse mit dem wohl niedrigsten Höhenunterschied passiert, und zwar in der Derivation von Ray s. Saône. Es waren gefühlte 3 cm! Normalerweise ist diese Schleuse nicht in Betrieb. Sie wird nur aktiviert, wenn der Wasserpegel der Saône ansteigt. Heute war der Wasserspiegel offensichtlich etwas höher als üblich. 

In der Region von Charantenay haben wir ausgedehnte Felder von "Wasserlinsen" durchquert. Die Dinger füllen uns den Filter des Kühlsystems. Vor der Weiterfahrt müssen wir diesen intensiv reinigen.


9. Oktober 2020, Savoyeux

Wir sind im Hafen liegen geblieben. Das hätte es vor 20 Jahren nie gegeben. Aber es eilt uns ganz und gar nicht.

Heute haben wir unsere Holzvorräte auf dem Boot aufgefüllt, denn in den nächsten Tagen soll es kühler werden. Gut verpackt in zwei Polyesterkisten bleibt der Brennstoff schön trocken. Das Holzlager befindet sich in Savoyeux im Remise von Dany und Jacques. Das ist für uns eine sehr gute Lösung, da wir ein Ster Holz gar nicht auf dem Boot mitführen, geschweige denn trocken lagern könnten. 

Die Corona-Infektionen in der Schweiz steigen weiter an - wie übrigens in ganz Europa. Heute waren es 1487 Neuansteckungen. 


8. Oktober 2020, Savoyeux

Wir reisen für die Herbstferien nach Savoyeux. Mit 12 - 13 Grad ist die Temperatur angenehm für die Jahreszeit. Unser "Petit Gaudin" verbreitet wohlige Wärme. 

Da wir vor 3 Wochen alles eingewintert haben, dauert die Wieder - Inbetriebnahme etwas länger als üblich. 

Die Wetterprognose für die kommende Woche verkündet etwas kühlere Temperaturen. In der zweiten Ferienwoche soll es dann wiederum wärmer werden. 

Über die Reiseroute sind wir uns noch vollständig im Unklaren. Wir lassen uns überraschen, wohin uns Wetter, Temperatur, Wasserstand und nicht zuletzt Lust und Laune verschlagen werden. Im Herbst kann es nämlich vorkommen, dass bis Mittag dicker Nebel jegliche Navigation verunmöglicht. 


Covid-19-Situation (Stand 7. Oktober 2020)

Die Fallzahlen steigen wieder. Heute wurden in der Schweiz  1077 Infektionen gezählt. Über den Grund des Anstiegs ist man sich nicht im Klaren. Nach den fallenden Zahlen vor drei Wochen kann über den jetzigen Anstieg nur spekuliert werden. Die Massnahmen werden von diversen Kantonen verschärft. Die umliegenden Länder reagieren ebenfalls auf steigende Infektionszahlen. Italien führt die Maskenpflicht auch im Freien ein! Die BAG-Liste der Länder mit Quarantäne-Pflicht bei der Einreise in die Schweiz wird lang und länger.  

Wer aus Frankreich in die Schweiz einreist, muss für 10 Tage in Quarantäne. Ausgenommen sind die grün eingezeichneten Grenzregionen. Savoyeux gehört zur Region Bourgogne-Franche-Comté und damit zur Grenzregion. Wenn es keine Überraschungen gibt, sollten wir die Herbstferien ohne anschliessende Quarantäne über Bühne bringen. Affaire à suivre. 

PS: Der blonde Alte aus den USA hat sich in der Zwischenzeit auch infiziert und musste hospitalisiert werden. Die Auswirkungen auf den laufenden Wahlkampf sind im Moment noch nicht absehbar. "Gelernt" hat er rein gar nichts. Er verhält sich nach der Rückkehr ins Weisse Haus genau so unbelehrbar wie vorher und bezeichnet sich als den grossen Helden, der das Virus besiegt hat. Sein einziges und oberstes Ziel ist die Wiederwahl am 3. November. Wie es seinem Volk geht in der Krise, scheint ihn überhaupt nicht zu interessieren. 


Savoyeux und Umgebung 10. 09. - 13. 09. 2020

PK 291 - Unterhalb Savoyeux en Sauvage

Das Wetter zeigt sich von der angenehmen Seite. Während des Tages steigen die Temperaturen zwar gegen 30 Grad,  in der Nacht kühlt es bis auf 12 - 13 Grad ab. Der Morgen beginnt bereits herbstlich mit ein paar Nebelschwaden. 

Wir nehmen es gemütlich und verschieben uns bloss ein paar Kilometer gegen Norden. Dabei treffen wir wie üblich auf "Mieter - Rowdies": Keine Ahnung vom Schleusen, dafür aber mit Vollgas an allem und allen vorbei. 

Die Sonnenaufgänge bzw. -untergänge sind im Herbst besonders farbig. 

Zum Schluss des heutigen Tages gibt's noch einen Spaziergang der Saône entlang.

Morgen heisst es dann wieder alles einwintern und zugleich hoffen, dass sich die Corona-Situation nicht massiv verschlechtert. Während unserer Aufenthalte in Frankreich sind wir auf dem JLB so gut wie in Quarantäne. Aber was nützt uns das, wenn die Schweiz trotz allem plötzlich die Grenzregion "Bourgogne - Fanche - Comté" auf die Liste der Risikogebiete setzen sollte. 


Savoyeux - Rigny - PK 291

Heute hat der Bundesrat entschieden, wie es mit Frankreich in Sachen Quarantäneliste weitergehen soll. Die Neuerungen treten ab Montag, 14. September 00:00 Uhr in Kraft. Fazit: Nicht ganz Frankreich kommt auf die Liste. Die Grenzregionen zur Schweiz werden ausgenommen. Im Bild sind das die grün eingezeichneten Gebiete. Das ist sehr gut für uns. Wird nicht "unsere" Grenzregion (Bourgogne-Franche-Comté) zum Hot-Spot, sollten wir auch weiterhin von der  Quarantäne verschont bleiben. 

Zum Mittagessen haben wir uns mit Lachs und Salat verköstigt. Viel gesünder geht nicht. 

Unterwegs treffen wir immer wieder auf sonderbare Bootsfahrer. Der Mieter auf dem 4. Foto hat doch tatsächlich für die Mittagspause mit dem Heck zum Flussufer festgemacht. Die Leute haben irgendwie immer Glück. Würden WIR in dieser Art anlegen hätten wir sicherlich Steine, Gestrüpp oder sonstigen Unrat in der Schraube. Die Navigations-Welt ist ungerecht... ;-))

Vor dem Fluttor in Rigny legen wir uns am Nachmittag in den Schatten. Ich radle die restlichen 5 - 6 km nach Gray, um in der Apotheke Aprés-Soleil für Livia zu besorgen. Dabei soll es sich um ein Wunderprodukt handeln, dass es nur en France gibt. 

Nach dem Apothekenbesuch drehen wir um und suchen uns für die Nacht ein Plätzchen im Grünen. Beim Punkt 209 finden wir die geeignete Stelle: Ruhige Lage, genügende Wassertiefe.


Savoyeux 10. 09. 2020

Für ein weiteres Wochenende in der unsicheren Corona-Zeit sind wir en France. Die Unsicherheit besteht darin, dass Frankreich eigentlich seit einiger Zeit laut den Schweizer Grenzwerten auf die Quarantäne-Liste gesetzt werden sollte (135 Infektionen pro 100`000 Einwohner in Frankreich - Grenzwert der Schweiz: 60 pro 100`000 Einwohner). Bisher zögert der Bundesrat. Die grosse Anzahl der Grenzgänger, welche die Schweizer Wirtschaft in der Romandie am Laufen halten will man den Unternehmungen nicht entziehen. 

Die Anreise erfolgt wie üblich via Vallorbe. Auf den Strassen ist sehr viel los. 

Kaum angekommen, haben wir auch schon wieder "Baustelle". Im Moment wintern wir unser Boot nach jedem Aufenthalt jedesmal vollständig ein, da wir wie oben beschrieben schlecht abschätzen können, wie sich die Corona-Situation weiter entwickelt. Damit Boiler und Tanks einfacher entleert werden können, habe ich eine zusätzliche Pumpe installiert über die sämtliches Wasser einfach abgepumpt werden kann - das ist der Grund für die "Baustelle". 

Morgen verziehen wir uns für's Wochenende ins Grüne und zwar dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen... ;-))


Corona Zwischenbericht

1. September 2020

Seit Mitte Juni steigen die Infektionszahlen wieder an. In der zweiten Hälfte August waren es regelmässig um die 300 in der Schweiz. Der Präsenzunterricht hat mit Maskenpflicht für alle Berufsschüler gestartet und seit dem 31. August gilt im ganzen Kanton Maskenpflicht in allen Geschäften.

Die Schweiz hat bereits vor einiger Zeit die sog. "Quarantäneliste" herausgegeben. D.h. Länder in denen die Infektionszahlen pro 100000 Einwohner über 60 steigen, werden auf die Liste gesetzt. Wer dann aus einem dieser Länder zurückkehrt muss in der Schweiz für 10 Tage in Quarantäne. Seit ca. 10 Tagen übertrifft Frankreich diesen Wert! Im Moment - am 1. Sept. - zögert die CH-Regierung noch, ein angrenzendes EU-Land auf die Liste zu setzen. All die franz. Grenzgänger in der Westschweiz sind für die Schweiz wirtschaftlich wichtig. Die Kantone im Westen wehren sich und verlangen, dass nur besonders betroffene Regionen wie Paris oder der Süden um Marseille quarantänepflichtig werden. Sollte ganz Frankreich auf der Liste landen wird für uns der Aufenthalt für ein Wochenende nicht mehr möglich sein. Die Schulleitung würde sich gar nicht "freuen", wenn ich quarantänebedingt für 10 Tage den Präsenzunterricht nicht abhalten könnte. Marianne ist ab heute offiziell in Rente und könnte damit locker die Quarantäne absitzen. Schaun wir mal, ob sie ev. alleine ins Burgund reisen möchte - ich glaube eher nicht... ;-))


Savoyeux 27. - 30. 08. 2020

29. August 2020, Savoyeux

Das Wetter zeigt sich von der trockenen Seite. Im Gegensatz zur Situation im Tessin gibt's hier im Moment keine grösseren Niederschläge. 

Wir nehmen es heute gemütlich. Der Tag beginnt mit 13 Grad, was uns ein wärmendes Feuer im kleinen Holzofen beschert. Am Nachmittag steigen die Temperaturen dann wieder auf 25 Grad.

Der Hafen in Savoyeux ist komplett voll. Einerseits sind viele Mietboote unterwegs, andererseits sind doch etliche Eigner in diesem Jahr gar nicht angereist und ihre Boot sind im "Winterschlaf" geblieben. 

Morgen geht's wieder nach Hause. Ich werde am Montag in die dritte Unterrichtswoche einsteigen, für Marianne beginnt am Dienstag den 1. September die Rentenzeit...;-)) 


28. August 2020, Savoyeux

Für ein kurzes Wochenende sind wir en France. Im Moment heisst es, flexibel sein. Frankreich könnte nämlich nächstens auf der Schweizer Quarantäne-Liste landen. Man denkt darüber nach, wie man die Quarantäne eines angrenzenden EU-Landes in der Praxis umsetzen könnte. Auf die abertausenden Grenzgänger sind wir in der Schweiz angewiesen. Wie man in der Praxis die Quarantäne umsetzten will, ist noch sehr unklar. Zudem gibt es in Frankreich Regionen, die vom Virus sehr schwach betroffen sind und solche in denen die Infektionen rasant zunehmen - z.B. Paris oder der Süden um Marseille. 

Eigentlich wollten wir ausfahren und uns irgendwo in die Natur legen. Diesen Plan haben wir  verworfen - es regnet in Strömen am Vormittag. Eira hat's gar nicht genossen. Regen d.h. Wasser ganz allgemein ist ihr ein Graus. Am Nachmittag bessert sich das Wetter, am Abend scheint sogar die Sonne. Wir bleiben im Hafen. 


Sommer 2020

5. August 2020, Savoyeux

Unsere Sommerreise neigt sich dem Ende entgegen. Wir müssen aufräumen, denn bereits nächste Woche startet wieder der Schulalltag - zumindest für den Schreibenden. Die mir Angetraute geht per Anfangs September in Rente... ;-))

Da man schlecht einschätzen kann, wie sich die Corona-Situation weiter entwickelt (Quarantäne, erneute Einschränkungen an der Grenze, usw. ), beschliessen wir, das Wasser aus dem Schiff zu entfernen und den Motor einzuwintern. Das bedeutet eine Stunde Arbeit, aber sicher ist sicher. 

Am Vormittag bin ich wie üblich mit dem Bike unterwegs. Da sieht man aller Gattung Bootsfahrer, die sich mehr oder weniger dämlich anstellen. Den heutigen "Fall" fotografierte ich auf der Schleuse "Charantenay". Da die Schleuse relativ hoch ist, hat man im Nachhinein auf ca. halber Höhe zusätzliche Poller in die Schleusenwand eingelassen. Diese erreicht man bei der Bergfahrt locker von unten. Die abgebildete Bootscrew hat ihre ganz eigene Methode. Während Monsieur auf der Schleusenmauer liegt, versucht ihm Madame mit dem Bootshaken das Seil zu reichen, damit er dieses von Hand und von oben über den Poller legen kann! Und das ganze Spielchen einmal für's Heck und einmal für den Bug. Viel komplizierter geht's nicht.

Morgen fahren wir nach Hause.

Kurzes Fazit des diesjährigen Sommers:

Strecke: 489 km, 51 Schleusen

Motor: 90 h

Roller: 183 km

Mountain Bike: 1040 km

Die Technik des JLB hat super funktioniert. Wir hatten keine nennenswerten technische Probleme. Einzig die Hydraulik der Steuerung leckt an einer Stelle etwas. Das werden wir bei Gelegenheit beheben. 

Das Wetter zeigte sich von der sehr schönen Seite. Regen gab es an lediglich 1 - 2 Tagen. Das führt dann aber auch zu entsprechender Trockenheit. Aus diesem Grund wurden denn im Laufe des Sommers mehr oder weniger alle umliegenden Seitenkanäle geschlossen. Drei Probleme machen dem Flusstourismus das Leben schwer: Wassermangel, verschlammte und mit viel Grünzeug verwachsene Kanäle und Häfen, mangelnder Unterhalt durch VNF. 

Bedingt durch Corona konnte die Saison erst Mitte Juni aufgenommen werden. Viele Mieter haben - durch grosszügige Rabatte gelockt - dann sehr kurzfristig ihr Boot gemietet. Auf der Saône war sehr viel los. Am Fahrstil der Mietboote hat sich nichts geändert. Solange es gerade aus geht, gibt man Vollgas. Beim Navigieren z.B. in einer Schleuse im man dann mit den Fahrkünsten rasch am Limit. 

Corona prägte den ganzen Sommer. In Frankreich gilt schon seit einiger Zeit Maskenpflicht - auch in allen Geschäften. Die Menschen halten sich sehr gut an die Vorgaben. Gewöhnungsbedürftig ist das Ganze trotzdem. 


4. August 2020, PK 299 - Savoyeux, 10 km, 1 Tunnel, 1 Schleuse

Heute war unser letzter Tag en Navigation. Am Vormittag fahren langsam in Richtung Savoyeux. Die Temperaturen sind mit 25 Grad sehr angenehm. Bereits morgen soll es aber wieder wärmer werden. 

Wir erledigen erste Aufräumarbeiten und schütten mal ein paar Liter Diesel nach. Auch wenn wir pro Stunde nur 1.5 Liter verbrauchen benötigt unser Reservoir von Zeit zu Zeit etwas Nachschub. Zudem ist heute Waschtag.

In der Schleuse Savoyeux haben wir die 4 VNF-Funktionäre im Bild festgehalten (im Hintergrund vor dem VNF-Fahrzeug). Offensichtlich ist ihr Arbeitstag nicht mit Stress belastet. Bereits während der Talfahrt von zwei anderen Booten uns während unserer Schleusung haben sie sich sehr ausgelassen unterhalten. Die beiden Schleusenfahrten dauern doch immerhin 25 - 30 Minuten. Nach schwerer Arbeit hat das gar nicht ausgesehen. 

Die johlende Crew auf dem letzten Bild kreuzen wir dann vor der Tunneleinfahrt. Ich plädiere sowieso dafür, dass man auch Mietboote kontrolliert - und zwar vor allem in zwei Bereichen: Alkohol am Steuer und Einhaltung der Geschwindigkeit bei Hafendurchfahrten und auf Kanälen. 


3. August 2020, PK 299, 0 km, 0 Schleusen

Ein weiteres Mal blieb unser Standort heute unverändert. Unser Liegeplatz ist ideal. Die Wassertiefe genau richtig für uns. Eira hat einen guten Auslauf und der Ort ist sehr ruhig - zumindest auf der Landseite.

Auf dem Fluss hat's heute ein wenig anderst ausgesehen. Viele Mietboote sind an uns vorbeigefahren. Und dann war da noch eine ganz spezielle Mannschaft unterwegs - die Truppe von VNF! Mit sehr hoher Geschwindigkeit "mussten" sie offensichtlich sehr rasch ihren Standort wechseln. Es hat pressiert. Der schwere Pousseur mit relativ viel Tiefgang verursachte dabei einen enormen Wellengang. Wären die VNF-Funktionäre in Sachen UNTERHALT auch so "rasch" zur Stelle, würde der Zustand der Kanäle und Flüsse wesentlich besser aussehen. 

Gegen Abend gibt's heute noch etwas Wasser von oben... das sollten wir während 2 Tagen in jeder Woche haben...!!


2. August 2020, PK 288 - PK 299, 11 km, 2 Schleusen

Gesten Abend lagen wir im Seitenarm der Saône, eine Stelle an der eigentlich keine Boote vorbeifahren - und trotzdem sind heute morgen bereits vor 8 Uhr zwei Mietboote wie die Berserker vorbeigebrettert!!!

Zum Mittagessen sind wir bei Francine und Jean-Pierre auf der Tabatha eingeladen. Besten Dank für die Einladung. Sie liegen im Moment etwas oberhalb von der Schleuse Vereux. 

Anschliessend fahren wir etwas weiter in Richtung Savoyeux. Wir üblich liegen wir "en Sauvage".


1. August 2020, PK 260 - PK 288, 28 km, 1 Schleuse

Eigentlich gibt es zum heutigen Tag nicht viel zu sagen - ausser, dass die Temperaturen hoch sind. Nach ein paar Einkäufen in Gray liegen wir im Seitenarm von Rigny unterhalb der Schleuse wiederum im Schatten. Das Thermometer zeigt 39 Grad. Es weht absolut kein Lüftchen. Die Batterien laden bei hohen Temperaturen ebenfalls weniger gut. Für die Sonnenpanels ist es ebenfalls zu heiss. Wir haben sogar das Gefühl, dass die Sendeleistung der Internetantennen unter der Hitze leiden. 

Während der Fahrt war es etwas angenehmer. Auf dem Fluss ist die Wahrscheinlichkeit für eine leichte Brise grösser. Das Gefährt auf dem Bild zwei wird hinter einem Boot hergezogen. Ob das ganze wirklich seetauglich ist - 4 Ölfässer und ein paar Holzplanken - entzieht sich unserer Kenntnis. 

Zum Mittagessen sind wir im "La Petit Fontaine" in Gray - coronabedingt auf der Terrasse. Wie immer hat's sehr gut geschmeckt. 

Für die nächsten 2 - 3 Tage sind kühlere Temperaturen angesagt. Bereits ab Mitte der Woche soll's aber wieder einen Temperaturanstieg geben. 


31. Juli 2020, 0 km, 0 Schleusen

Wir liegen immer noch an unserem schattigen Platz. Das ist auch nötig. Die Temperaturen steigen kontinuierlich. Unser Thermometer misst 32.5 Grad im Schatten - und das mit dichtem Wald im Hintergrund. 

Auf dem ersten Bild ist unsere "Klimaanlage" zu sehen. Vor allem während der Nacht bläst der Ventilator frische Luft in die Kabine.

Wir stellen fest, dass es in diesem Jahr viele fliegende Viecher gibt. Vor allem grosse Fliegen und Wespen ärgern uns intensiv. Wir wehren die Viecher mit unserer Geheimwaffe ab - siehe Bild zwei. Dabei ist die Begrüssung wichtig: "Salut les mouches". Dasselbe gilt auch für die Wespen. Diese kommen ebenso "flach" heraus wie die Fliegen!

Beim morgendlichen Spaziergang stellen wir fest, dass die Forststrasse ca. 2 km schnurgerade in den Wald reicht und dann ganz abrupt endet. 

Am Mittag kommen Danny und Jacques vorbei. Gemeinsam essen wir zu Mittag. Den Nachmittag verbringen wir mit viel französischer Konversation und dem Bad in der Saône. 

Morgen gehts weiter in Richtung Savoyeux. Die Meteorologen verkünden leicht sinkende Temperaturen. 


30. Juli 2020, PK 260 0 km, 0 Schleusen

Wie bereits gesagt, bleiben wir für die nächsten Tage an unserem Platz im Schatten. Die Temperaturen werden weiter steigen. Für den morgigen Freitag sprechen die Meteorologen von 39 Grad. Bei uns im Schatten wird's etwas weniger sein. 

Eira erhält jetzt ihr Futter auf auf der Dachterrasse. Anschliessend wird "Siesta" gehalten. Die Liegeposition verändert sich je nach dem in welcher Richtung auf der Saône etwas läuft.

Die beiden Schwäne wollten gestern Abend noch Futter abholen. Bekanntlich sollte man ja kein Brot verfüttern - das haben wir auch geflissentlich unterlassen. 

Einige Mietboote und der eine oder andere etwas grössere Eigentümer passieren unsere Stelle. Wie immer mit viel Tempo und jeweils viel zu nahe an den festgemachten Booten. 

Per Mail erhalten wir jeweils Informationen zur Situation auf Kanälen und Flüssen. Das letzte Foto zeigt eine dieser Ankündigungen von VNF. Gemeldet wird ein Wettfischen auf der Saône. Das ist zwar keine grosse Gefahr aber die Info von VNF ist OK. Beachtenswert ist der Termin des Anlasses: 18. OKTOBER 2020. Heute haben wir den 30. Juli!!!! Das Ereignis  findet in 2 1/2 Monaten statt. Offensichtlich hat das administrative Personal bei VNF nicht Gescheites zu tun.


29. Juli 2020 PK 243 - PK 260, 17 km, 1 Schleuse

Es wird jeden Tag wärmer. Die Höchsttemperaturen werden für Samstag und Sonntag angekündigt. Einige Wetter-Portale sprechen mittlerweile von 39 - 40 Grad in unserer Region.

Der Morgen beginnt erstaunlich kühl mit 13 Grad - Faserpelz ist angesagt. Kaum zu glauben, wenn man an die Temperaturen vom kommenden Wochenende denkt. 

An der Schleuse Heuilley kommt es schon am Vormittag zu den ersten Staus. Die Mieter begeben sich wieder in Richtung Bootsbasis. 

Wir legen beim PK 260 an. Ein Liegeplatz, der ab 11.00 Uhr sehr viel Schatten bietet und mit einer Wassertiefe von 2m für uns optimal ist. Der dichte Wald hinter uns kühlt zudem angenehm ab. Das Internet ist etwas schwach auf der Brust und die Sicht nach Süden auf den Satelliten ist Null. Damit können wir aber sehr gut leben... ;-))

Vis à vis von uns liegt ebenfalls ein Snaily (Louis Pasteur), allerdings während des ganzen Tage in der prallen Sonne. An der Stelle haben wir vor drei Wochen ebenfalls übernachtet. Bei den hohen Temperaturen der kommenden Tage wird's dort dann eher ungemütlich.

Am Nachmittag sind Unterhaltsarbeiten auf dem Plan. Ich reinige und dichte die Dachluken der Kabine neu ab. Für morgen ist dann diejenige vom Salon an der Reihe. 

 


28. Juli 2020, PK 223 - PK 243, 20 Km, 2 Schleusen

Auf der morgendlichen Bike-Tour fotografiere ich ein Mietboot, auf dem die Spuren der gestrigen Feierlichkeiten noch zu sehen sind. Ich möchte nicht wissen, wie es im Inneren aussieht.

Ein ganz Schlauer von einer Fischer-Truppe (siehe Blog vom 24. Juli) an der Saône hat über Nacht sein Nummernschild "versteckt". Gestern Abend war die Nummer noch nicht abgedeckt. Der Grund für den Inkognito-Modus? Es handelt sich um einen Deutschen, der wahrscheinlich der Meinung ist, seine Nationalität könne so nichterkannt werden. Mitnichten!!! Welcher französische Fischer rollt im PS-starken Audi zum Fischen an den Fluss... ;-)) "Echte" französische Fischer erkennt man am Peugeot, Citroen oder Renault.

Auffallend ist, dass sich offensichtlich rein gar niemand von den Schildern entlang der Saône beeindrucken lässt. Auf dem Bild steht auf dem linken Schild "Campieren verboten", rechts steht ein allgemeines Fahrverbot. Hundert Meter nach den beiden Schildern parken zwei PW's und ein Wohnmobil am Rand des Radwegs. Gecampt wird dann am Ufer der Saône.

Die Schleuse "Poncey" passieren wir gemeinsam mit einem Mieter. Das Festmachen des Bootes bereitet den 4 Personen grosse Mühe. Das Heck lässt sich partout nicht zur rechten Schleusenmauer bewegen. Nach einigen Versuchen, das Heckseil dem Crewmitglied auf der Schleuse zuzuwerfen, hört der Käpten dann doch noch auf meinen Ratschlag: Ruder ganz nach links einschlagen, leicht Gas geben und das Heck verschiebt sich ganz automatisch in die gewünschte Position. Er bedankt sich mit einem "Daumen-Hoch". Emoji im Analog-Format... ;-))

An unserem heutigen Liegeplatz im Grünen ist relativ viel los. Vor allem Mietboote plus der eine oder andere Ausflügler mit kleinem Schiffchen und Riesenmotor sind unterwegs. Letztere verursachen im Verhältnis zur Grösse einen unnötig grossen Wellenschlag. Was auffällig ist. Der ältere Herr "chauffiert" in dieser Bootskategorie häufig eine junge Musse. In unserem Sprachgebrauch sprechen wir von der "Fender-Mieze". 


27. Juli 2020, PK 209 - 223, 14 km, 0 Schleusen

Es wird wärmer.

Nach ein paar Einkäufen in St. Jean verziehen wir uns ganz rasch wieder in den Schatten. 

Wir schon so oft, ist an unseren Liegeplätzen etwas "Heckenpflege" notwendig. Erstens um zu verhindern, dass unsere Farbe zerkratzt wird und zweites um die Immigration von Ameisen und anderem Getier zu reduzieren.

Für das Ende der Woche kündigen sich Temperaturen bis nahezu 40 Grad an. Wir wollen mal hoffen, dass es sich - um hier mal den blonden Trimpel aus Amerika zu zitieren -  um "Fake News" handelt und das Ganze nicht gar so schlimm wird.


26. Juli 2020, PK 209, 0 km, 0 Schleusen

Wie angekündigt sind wir liegen geblieben. 

Das Wetter ist heute sehr wechselhaft. Vor allem am Vormittag ist der Himmel sehr wolkenverhangen. Gegen Abend zeigt sich dann wieder die Sonne. Auf der Saône ist ziemlich viel los. Auf Boote die am Ufer liegen wird wie üblich keine Rücksicht genommen. Vor allem die kleinen Sportboote verursachen einen relativ starken Wellengang. 

Heute lassen wir mal wieder unseren Generator laufen. Nach der langen Winterpause ist das notwendig, um Standschäden zu verhindern. Den Strom für die Waschmaschine hat er auf alle Fälle ohne Unterbruch geliefert. 

Ansonsten war es ein ruhiger Tag. Mit dem Bike habe ich heute auf 80 km abgespult.


25. Juli 2020, PK 179 - St. Jean de Losne - PK 209, 30 km, 1 Schleuse

Gegen 07.45 Uhr verlassen wir unseren Liegeplatz im Grünen. Noch vor der Abfahrt fährt der Frachter "Andreas-Michael" an uns vorbei. Er wird unterhalb von St. Jean Getreide laden.

In Seurre dann das gewohnte Bild. Insgesamt sind 4 Boote in der Schleuse. Drei Eigentümer und ein Mieter. Die "Crew" des Mietbootes - es sind immerhin 4 Personen - haben mit vereinten Kräften versucht, das Boot für das Hochschleusen festzubinden. Zeitweise liegen sie quer im Becken. Sogar der Schleuser schüttelt den Kopf. Nach der Ausfahrt ist besagter Mieter wie üblich mit Vollgas an den anderen vorbeigefahren. Wenn sie etwas können, dann ist es Vollgas geben - aber nur auf gerader Strecke... ;-))

Zum Mittagessen sind wir wieder einmal im Bouchon Lonais. Das Menü entnehme man den Bildern. Der geneigte Leser schaue sich doch mal den Teller mit dem Fischfilet, den Tomaten und den Kartoffeln genauer an. Frage: Von welchem Fisch stammt dieses Filet? Lösungen nehmen wir gerne per Whatsapp entgegen. Bisher hat's einer herausgefunden - allerdings ein Profi. 

Am Nachmittag drehen wir um und verziehen uns an ein schattiges Plätzchen etwas unterhalb von der alten Schleuse. Am Quai National, dort wo wir zu Mittag gegessen haben, ist es laut und an der prallen Sonne sehr heiss.

Das Bad in der Saône bringt Kühlung. 

Wir planen, morgen hier liegen zu bleiben. 


24. Juli 2020, Chalon s. Saône - PK 179, 38 km, 1 Schleuse

Heute brechen wir zeitig auf. Um 07.30 Uhr legen wir in Chalon s. Saône ab. Die frühe Abfahrt macht sich am Nachmittag betr. dem Liegeplatz bezahlt. Dazu aber später mehr. 

Im alten Hafen von Chalon stehen noch die ehemaligen Lastkräne herum. Gebraucht werden sie wahrscheinlich nicht mehr sehr häufig.

Das Wetter zeigt sich von der guten Seite. Ein paar dicke Wolken schieben sich von Zeit zu Zeit vor die Sonne. Das macht die doch relativ hohen Temperaturen angenehmer. 

Die Wassertemperatur beträgt um die 27 Grad.

Am Abend liegen wir beim Punkt 179. Dass wir am Morgen früh abgefahren sind macht sich jetzt bezahlt. An "unserem" Platz wollten sich am Nachmittag auch Fischer breit machen. Wären wir später angekommen, wäre das Plätzchen besetzt gewesen. Fischer hat es in dieser Region reichlich. 

Wir liegen im Schatten. Die Sicht auf den Satelliten im Süden ist eingeschränkt. Abhilfe schafft der Dreifuss mit der kleinen Schüssel.

Immerhin sind uns heute zwei 38m-Pénichen begegnet. Die "Wall-Hall" haben wir bereits vor 10 - 15 Jahren des öfteren gekreuzt. 

Zurück zu den Fischern in der Region:

Auf der abendlichen Bike-Tour in Richtung Seurre habe ich die Anzahl der Fischer gezählt. Es waren auf einer Distanz von 6 km deren ZEHN. Wer sich jetzt unter "Fischer" den älteren Herrn mit Hut und Angelrute auf seinem Schemelchen vorstellt, liegt völlig falsch. Bei den Fischern handelt es sich um ganze Gruppen, Familien mit Kind und Kegel, irgendwelche Teile von Vereinen, usw. Ausgerüstet sind die Truppen mit Wohnwagen, Camper, Partyzelt, Schlafzelt, Generator und viel, sehr viel Angel-Equipment. Leider bleibt dann auch viel Abfall liegen. Hier könnte sich für VNF eine neue Einnahmequelle eröffnen, indem die Wild-Camper mit einer Gebühr belegt werden.

Ich habe mir zudem die Nummernschilder der Fahrzeuge angeschaut. Eine echte Fischer-Truppe geht nämlich keinen Meter zu Fuss. Das Auto steht also immer griffbereit in der Nähe. Von den zehn Gruppen trugen deren SECHS eine deutsche Autonummer! Offensichtlich lohnt es sich für ein Wochenende aus Deutschland ins Burgund zum Fischen anzureisen... ;-))


23. Juli 2020, Chalon s. Saône 0km, 0 Schleusen

Wir bleiben in Chalon liegen. 

Nachtrag zum gestrigen Blog: das Restaurant hiess: Le Regis

Am Morgen spule ich die üblichen 20 - 25 km mit dem Bike ab. Entlang dem Canal du Centre ist das sehr angenehm - vor allem bevor die Hitze des Tages aufkommt. In Fragnes liegt ein einziges Boot - und das in der Hochsaison. Für die Anlegestelle ist der niedrige Wasserstand vernichtend. Diesmal ist es aber nicht das Virus, das den Flusstourismus lahm legt - nein es ist ein nationales Problem: VNF. Wie uns der Schleusenwärter gestern berichtet hat, werde jetzt eine der Pumpen ersetzt. Im Oktober soll das Gerät in Betrieb gehen. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass der Kanal in den letzten 10 Monaten ausser Betrieb war. Da wäre ausreichend Zeit gewesen, die Unterhaltsarbeiten auszuführen. 

Marianne und Christine "erkunden" die Stadt. Ueli und ich schauen uns die Situation bei den diversen Speicherseen an, die den Kanal mit Wasser versorgen. Die Fotos zeigen die aktuelle Situation: die Speicher sind alle sehr gut gefüllt. VNF selber gibt auf ihrer Website an, dass die Reservoirs für den Canal du Centre zu 76 % gefüllt sind.  Um so unverständlicher ist die Situation in Fragnes. Mittagessen gibts im "Le Marchand" in St. Léger sur Dheune. 

Offensichtlich gibt's bei VNF doch noch Budget. Auf allen Schleusen wurden nagelneue Plakate aufgestellt. Unmittelbar ober- bzw. unterhalb der Schleuse steht jetzt ein grosses Parkverbot - jeweils an einer Stelle, an der mit Sicherheit noch nie ein Boot angelegt hat bzw. gar nicht anlegen kann (Steine, Untiefe, Schilf)! Zudem wurde jede Schleuse mit einem Namensschild versehen. Ob das nötig ist, wage ich zu bezweifeln. Dieses Budget hätte man besser in den Unterhalt des Kanals gesteckt. 

Noch eine Bemerkung zu unserem Aufenthalt in Fragnes. Bei der Ankunft am Montag haben wir für 4 Tage den Liegeplatz vorausbezahlt. Wie bekannt sind wir am zweiten Tag im Schlick gelegen und haben dann gezwungener Massen die Anlegestelle verlassen müssen. Heute hat uns die freundliche Dame von der Capitainerie die halbe Liegegebühr zurückerstattet. Sie kannte unser Boot. Wären wir nicht vorbei gekommen, hätte sie uns sogar den Betrag via die Equipe der Tabatha (Francine u. Jean-Pierre) zukommen lassen. Das nenne ich doch mal sehr kundenfreundlich. Wir werden sicher wieder in Fragnes anlegen - wenn es den wieder einmal Wasser hat.


22. Juli 2020, Fragnes - Chalon s. Saône, 9 km, 1 Schleuse

Gegen 08.00 Uhr verlassen wir Fragnes. Der Wasserstand wird mit Sicherheit nicht besser, da ziehen wir ein paar Meter Wassertiefe auf der Saône eindeutig vor. Auf der Fahrt zur Schleuse Crissey messen wir unter dem Bug z.T. 80 - 90 cm Wasser. Der Kiel mit 1.05 m Tiefgang kommt damit dem Grund schon gefährlich nahe. 

Auf der Saône wird fleissig Wassersport betrieben, z.B. Rudern. Die Damen im 4-er hören auf den Takt des Herrn im orangen Motorboot. Für einmal hat also der Mann das Sagen... ;-))

Ein ungewohntes Bild zeigt sich bei der Einfahrt nach Chalon. Sechs Flusskreuzfahrtschiffe liegen am Kai. Für diese Jahreszeit eine sehr spezielle Situation. Eigentlich sind die jetzt alle auf der Rhone und der Saône unterwegs. Und es sieht nicht danach aus, als ob sie nächstens vollgestopft mit Touristen ablegen würden. Corona lässt grüssen. 

Beim Verlassen der Schleuse Crissey machen sich massive Vibrationen auf der Schraube bemerkbar. Üblicherweise lassen sich eingedrehte Gräser, Laub und anderes Grünzeug mit ein paar Vor- bzw. Rückwärtsbewegungen der Schraube entfernen. Diesmal ist dem gar nicht so. In Chalon muss ich inkl. Taucherbrille ins Wasser. Ein mit Dornen bestückter Teil einer Hecke hat sich hartnäckig um die Schraube gewickelt. Entfernen kann ich das piksende Grünzeug nur mit einem scharfen Messer.

Zum Mittagessen treffen wir uns mit Ueli und Christine in der Stadt. Es hat sehr gut geschmeckt. Da kann man mal sehen, wie man sich auf gute Freunde verlässt. Wir kennen nicht einmal den Namen des Restaurants... ;-)) 


21. Juli 2020, Fragnes, 0 km, 0 Schleusen

Wir sind in Fragnes liegen geblieben. Es ist heiss. Wir tätigen Einkäufe und lassen die Waschmaschine arbeiten. Zum Mittagessen sind wir mit dem Roller nach Chagny gefahren und haben im Grenier à Sel das "Pavé du Boeuf" gegessen. Es hat geschmeckt. Soweit ist eigentlich alles wie es sein sollte.

Einzig beim Wasserstand gibt's etwas "Ägschen". Der sinkt nämlich stetig! So kommt es, dass wir am Nachmittag plötzlich mit dem Heck festsitzen. Während des Tages hat sich der Wasserspiegel um satte 15 cm abgesenkt! Mit viel Aufwand und Muskelkraft sind wir nach langem "Schiff-Schaukeln" wieder frei gekommen. Mittlerweile haben wir uns etwas verschoben - in der Hoffnung an einer tieferen Stelle zu liegen. Das Heck drückt jetzt ein Holzbalken vom Ufer weg. Diverse Seile sollten uns während der Nacht in dieser Position halten. Obwohl wir eigentlich bis am Freitag bleiben wollten, drehen wir morgen früh um und fahren zurück auf die Saône. 

Wenn sich  die Situation im Biefe von Fragnes nicht verbessert navigiert hier in ein paar Tagen niemand mehr. Die VNF wird es freuen, dann ist es total ruhig auf dem Kanal. Solange die Pumpen an der Schleuse Crissey kein Wasser aus der Saône in den Kanal pumpen wird sich die Situation nicht verbessern. Ich frage mich, wie der Gerant der Liegestelle in Fragnes die Sache sieht. Der macht nämlich Null Euro Umsatz. Bisher war es hier im Sommer jeweils voll.  

Zu guter Letzt haben wir dann nach eine kleine Maus aus dem Kanal gefischt. Klatsch nass brauchte sie geraume Zeit, bis die Lebensgeister wiederum zurück gekehrt sind.


20. Juli 2020, Pt. 182 - Fragnes, 41 km, 2 Schleusen

Es ist deutlich wärmer geworden. Der Tag beginnt sehr idyllisch mit einem leichten Morgennebel.

Gegen 08.30 Uhr verlassen wir unser Plätzchen im Grünen. Das Thermometer steigt rasch gegen die 30 Grad. In der Schleuse Ecuelles beobachten wir einen Reiher, der es auf die in der Schleusentüre hängengebliebenen Fische abgesehen hat. So geschickt wie er sich dort sein Frühstück organisiert, macht er das nicht zum ersten Mal.

Eira leidet ebenfalls unter der Hitze - auch wenn auf der Saône regelmässig eine kühle Brise weht. 

Die Schleuse Crissey befahren wir gegen 14.00 Uhr, genau nach Plan. Hier werden nämlich die Boote zu fix festgelegten Zeiten gruppiert, um weniger Wasser zu verbrauchen. Das Kanalstück bis Fragnes zeigt dann auch ganz deutlich warum dem so ist. Es fehlen 70 cm Wasser. Wenn der Wasserspiegel weiter gesenkt wird, ist's bald einmal aus mit der Navigation. Käme VNF seinen Pflichten nach, dann wären die seit ca. 3 Jahren defekten Pumpen um das Kanalstück mit Wasser aus der Saône zu versorgen, längst repariert. Ich gehe mal davon aus, dass die gar nie mehr repariert werden. 

Der Canal du Centre zeigt sich nicht gerade im besten Zustand. Die Bilder zeigen diverse Stellen, die in Sachen Unterhalt nicht eben überzeugend wirken. Damit wären wir bei der alten Thematik. Der Kanal wurde 2019 Anfangs August wegen Wassermangel geschlossen. Die Wiedereröffnung erfolgte coronabedingt Ende Mai 2020. Es wären also 10 Monate Zeit geblieben, um Unterhaltsarbeiten auszuführen. VNF tut leider rein gar nichts. Meine bereits früher an dieser Stelle gemachten Äusserungen treffen leider immer häufiger zu: VNF sieht am liebsten gar keine Freizeitschiffer. 


19. Juli 2020, Pt. 227 - Pt. 182, 45 km, 1 Schleuse

Gegen 10.00 Uhr verlassen wir unseren Platz im Grünen. Bevor ich aber die Ereignisse des heutigen Tages kommentiere, ein paar Nachträge zum gestrigen Abend. 

Gestern abend war "Poker-Time". Die Spieler/Innen haben sich mit viel Engagement in Pose gebracht und dann auch entsprechend verrucht gespielt. Gewonnen hat wie am Vortag ebenfalls, Marianne. 

Wie jeden Abend muss Eira vor der Nachtruhe noch rasch ins Freie. Während sie ihr Geschäft erledigt, fange ich mir einen Fischerhaken ein und das durch die Schuhsohle hindurch! 

Sophie hat sich den grossen Zeh angestossen, den Nagel mussten wir heute während der Fahrt in Richtung St. Jean de Losne "operieren". Abfallen wir er wohl nicht. Der grüne Nagellack hält auf alle Fälle bombenfest. 

Zum Mittagessen legen wir kurz am Quai National an. 

Am Nachmittag verlassen uns Susanne und Sophie in Richtung Schweiz. Es war eine lustige Reise mit den beiden.

Wir fahren weiter in Richtung Süden. Die Frachtschiffe und die Schleusen werden grösser. Unterhalb von Seurre wollen wir eigentlich beim Punkt 181 anlegen. Dort haben wir früher auch schon übernachtet. Diesmal hat's nicht geklappt. Ein Camper hat sich breit gemacht - wahrscheinlich für eine längere Zeit. Wir drehen um und legen schliesslich beim Pt. 182 an -  auch ein ruhiges Plätzchen.


18. Juli 2020, Pt. 244 - Pt. 227, 17 km, 2 Schleusen

Es ist deutlich wärmer geworden. Die drei Damen tragen Sonnenbrille. Was sein muss muss sein, auch wenn sie unter dem Sonnendach im Schatten sitzen... ;-))

Auf der Saône ist wieder mehr los. Auf die ersten Mieter treffen wir an der Schleuse Auxonne. Vermischt mit Eigentümern stürmen sie wahrscheinlich anschliessend die Anlegeplätze in Auxonne. Am Abend kreuzt uns dann noch das Boot "Seahorse" - ein Zufall? Wir haben uns jetzt nämlich zwei Tage lang mit dem Tik-Tok-Clip "Hast du Seepferdchen" beschäftigt.

Beim Abendspaziergang stellen wir fest, dass die Felder in der Umgebung bereits wieder stark ausgetrocknet sind. Breite Risse zeigen den Mangel an Feuchtigkeit. Regen über längere Zeit wäre dringend notwendig. 


17. Juli 2020, Pt. 227 - Pt. 244, 17 km, 2 Schleusen

Marianne hat heute Geburtstag - wie immer am 17. Juli. Da läuft in Sachen Telefonkommunikation immer sehr viel. Wir fahren trotzdem weiter in Richtung Norden. Sophie hat den "Dreh" am Steuer ganz gut raus. Die kauft sich dann sicher auch einmal  ein Schiff...;-))

In Poncey les Athée statten wir Francine und Jean-Pierre einen kurzen Besuch ab. Marianne lädt zum Geburtstags-Apéro ein. 

Zum Mittagessen gibts heute Gemüse und Gulasch an Rahmsauce - fait maison à la methode Charly. Den Abschluss bildet die Crème Brulée, diesmal aus dem Supermarkt. Für das Schmelzen des Zuckers setzen wir standesgemäss den Bunsenbrenner ein.

Ab dem Nachmittag liegen wir wiederum im Grünen und nehmen natürlich das obligate Bad in der Saône. Anschliessend wird geduscht und die Haare gewaschen. 

Heute kreuzen uns zwei Frachtschiffe, was eigentlich erstaunlich ist. Es kann nämlich auch sein, dass wir während Wochen keine einzige Peniche sehen. 

Zwischendurch wird immer schön fleissig am Handy oder am Tablet "gearbeitet". Einzig Marianne spielt die Games noch analog.

Rätsel für S.G.

-> Warum stehen die Häuser auf dem letzten Bild auf Füssen mit einer Distanz von ca. 1.2 m zum Boden?


16. Juli 2020, St. Jean de Losne - Pt. 227, 12 km, 0 Schleusen

Es ist bewölkt, die Temperaturen sind angenehm. Auf der Saône ist so einiges los. Auch "Tabatha" verlässt den Hafen für ein paar Wochen en Navigation. 

Nach der täglichen Radtour assistiere ich dem "Algenschneider" beim Schneiden des Grünzeugs im Gare d'Eau. 

Heute besuchen uns für ein paar Tage Susanne und Sophie. Wir essen im "Bouchon Losnais".

Die Menüs: -> Siehe Bilder - alle haben etwas anderes bestellt, um von allen Möglichkeiten zu kosten. 

Am Abend liegen wir beim Punkt 227 im Grünen. Das High-Light des Tages ist das Schwimmen in der Saône. Susanne und Marianne kneifen und das nur, weil anscheinend das Wasser noch zu kühl sei. Wer's glaubt...

Aus Savoyeux erhalten wir dann noch die schlechte Meldung, dass ein Mietboot der Firma "Canalous" in Flammen aufgegangen ist. Die Ursache ist noch nicht bekannt. 


15. Juli 2020, Choisey - St. Jean de Losne, 20 km, 7 Schleusen

Der Tag beginnt mit Regen. Ab 07.30 Uhr regnet es - allerdings nicht sehr intensiv. Die Niederschläge gehören eher zur Kategorie "feuchte Luft". In der Schleuse "La Ronce" müssen wir einen Schaumteppich durchqueren - Herkunft unbekannt - eher nicht biologisch! Das Zeug klebt an allen Fendern und vor allem am Bug. Abwaschen mit der Deckpumpe ist angesagt. 

In St. Symphorien besuchen wir Petra und Manfred. Für einen Schwatz bei Kaffee und süssem Keksen ist immer Zeit. 

Am Steg beim Camping und am Quai National in St. Jean de Losne treffen wir leider auf die übliche Situation: Zwischen den Schiffen ein Abstand von je 3 - 4 Metern. So legen Egoisten an. Mit etwas weniger Distanz zwischen den Booten hätten andere auch noch Platz für die Nacht. 

Wir finden dann doch noch einen Platz im Gare d'Eau.  


14. Juli 2020, Choisey, 0 km, 0 Schleusen

Per Boot haben wir uns heute gar nicht bewegt. Wir sind in Choisey liegen geblieben. Gestern abend sind noch eine ganze Horde Heissluftballone über uns hinweg gefahren. Dôle muss so etwas wie das Heissluftballon-Mekka im Burgund sein. Heute morgen sind nämlich weitere Exemplare am Horizont aufgetaucht. 

Am Vormittag fahren wir mit dem Roller nach Dôle um ein paar Einkäufe zu tätigen. Eira wartet dabei schön artig im Körbchen auf dem Roller.

Den blinden Passagier im Holzofen haben wir heute an der Fensterscheibe wiedergetroffen. Wir sind zumindest der Meinung, es sei derselbe. Es könnte aber auch sein Kollege sein... ;-)). Ein zweites Exemplar haben wir später in der Küche auch noch gesichtet. Wenn der erste sich also noch im Holzofen aufhalten sollte, wären es dann insgesamt drei Heuschrecken. Wenn dass nur nicht zur Plage wird.

Vor der Abfahrt nach Dôle hat heute unser Roller gestreikt. Der Anlasser hat zwar gedreht, angesprungen ist der Motor aber trotzdem nicht. Die Ursache des Problems haben wir unter dem Sitz gefunden. Der kleine gelbe Schalter - im Bild - hat sich ein wenig in die Position "OFF" verschoben. Obwohl ich seit ca. 10 Jahren dieses Rollermodell fahre, war mir bisher nie klar, dass der Schalter den Kontakt unterbricht und der Roller damit nicht gestartet werden kann. 


13. Juli 2020, La Ronce - Choisey, 7 km, 3 Schleusen

Heute nehmen wir es sehr gemütlich. Bereits vor dem Mittag sind wir in Choisey. Auf dem Canal Rhone au Rhin ist wenig los. In Choisey liegt ausser uns nur ein einziges Boot. All die kurzfristigen Bootsmieter fahren offensichtlich auf der Saône.

Heute morgen haben wir im Holzofen in der Küche eine Heuschrecke entdeckt. Das Viech wollte sich aber absolut nicht fangen lassen und verkroch sich tief im Stapel Holz. Somit sitzt der Kerl also weiterhin im Holzofen.

Beim Navigieren stellen wir heute fest, dass die von der VNF für einmal eine gute Idee gehabt haben. Die Steuerstangen wurden mit einer zusätzlichen Stange gesichert. Das verhindert, dass beim Schleusen die Fender die Stopp-Schnur touchieren und damit der ganze Vorgang abgebrochen wird. 

Mittagessen gibt's heute in Restaurant "Pataterie". Apéro, Entrée, Hauptgang - wir haben sehr gut gegessen. Hingefahren sind wir mit dem Roller - Eira wie immer im Körbchen. 


12. Juli 2020, St. Jean de Losne - La Ronce, 11 km, 3 Schleusen

Ergänzungen zum gestrigen Tag...

Nachtrag 1: Die illustre Gesellschaft beim Mittagessen im "Le Bouchon Losnais".

Nachtrag 2: Im Bild ist das Heck steuerbord einrs "Vision" von Le Boat zu sehen. Als Schutz werden die Ecken neu mit massivem Stahlblech verstärkt - ein weiteres Indiz betreffend den Fahrkünsten der Bootsmieter. 

Nachtrag 3: Die grosse "Grünfläche" im Norden des Gare d'Eau, die noch zu mähen wäre.

Auf der Saône wird wie immer um die Wette navigiert. Solange es keine Manöver zu fahren gibt und keine Schleuse in Sicht ist, heisst es nur VOLLGAS.

Wir verlassen die Saône und nehmen den Canal Rhone au Rhin. Bereits auf den ersten Kilometern begegnet uns der Frachter "Skyros". Den habe ich vor 2 Tagen in Maxilly fotografiert. Ich war der Meinung, dass er die Saône hinunter in Richtung Chalon - Lyon fährt. Offensichtlich war dem nicht so und er hat den Canal Rhone au Rhin in Angriff genommen. Zum Grund, weshalb er umgedreht hat können wir nur Vermutungen äussern: Er hat sich "verfahren"... ;-)) oder der Kanal ist weiter nördlich gesperrt (Wassermangel, technische Störung). 


11. Juli 2020, Auxonne - St. Jean de Losne, 18 km, 1 Schleuse

Der Tag beginnt eher kühl. Es weht immer noch die Bise. Damit steigen die Temperaturen heute nicht über 26 - 27 Grad. 

Bevor wir abfahren fotografieren wir noch die Sonnenpanels eines Bootes, das zum Verkauf steht. Der Ort für das Anbringen des Verkaufshinweises ist nicht so optimal gewählt. Das Panel rechts wird so gut wie nichts zur Ladung der Batterien beitragen. 

Am Steg beim Camping in St. Jean de Losne ist  heute alles frei. Das haben wir im Sommer noch nie erlebt. Meistens liegen hier Boote über eine lange Zeit und lassen uns für eine Übernachtung keine Chance. 

Im Gare d'Eau in St. Jean de Losne wurde fleissig gearbeitet. Die "Fahrstrassen" sind freigemäht. Es hat allerdings noch grössere Flächen, die auch noch von den Wasserpflanzen befreit werden müssen. 

Wie üblich sind auch sonderbare Gesellen unterwegs. Auf einem der Boote wurde offensichtlich der Ledigenabschied gefeiert. Es braucht relativ wenig, um sich zum Affen zu machen. Gerade in der aktuellen Situation eine völlig unnötige Zeremonie!

Bei Le Boat stehen eine ganze Reihe Boote des Typs "Vision" für Unterhaltsarbeiten auf dem Trockenen. Wie es aussieht, wurde bei allen der gesamte Antriebsbereich inkl. Welle und Schraube erneuert. Wenn man die Fahrkünste diverser Mieter in real beobachtet, erstaunen die Reparaturen ganz und gar nicht. 

Zum Mittagessen sind wir mit Isabelle, Raymond, Danny und Jacques - alles stolze "Snaylisten" - im "Le Bouchon Losnais" in St. Jean de Losne. Wie immer hat's sehr gut geschmeckt.


10. Juli 2020, Pt. 260 - Auxonne, 27 km, 2 Schleusen

Es ist wiederum etwas weniger heiss. Am Nachmittag ziehen ein paar Wolken auf und es kühlt etwas ab. Wir liegen in Auxonne am Ponton. 

Auf der Saône ist erneut etwas mehr los. Die Preissenkungen der Bootsvermieter haben offensichtlich ihre Wirkung nicht verfehlt. Navigiert wird immer mit Vollgas. Dazwischen gibt's nichts!

Am Nachmittag besuchen uns Francine und Jean-Pierre. Sie sind während den letzten 5 Wochen mit ihrem Wohnmobil (Pössl Win 2 Plus) in Frankreich unterwegs gewesen. 

 

Auf der heutigen Bike-Tour bin ich an der Schleuse Maxilly auf einen der wohl letzten Frachter in der Region gestossen. Im Bereich des Frachtverkehrs ist auf der Petit Saône leider nicht mehr viel los. Das ist mit ein Grund, weshalb die Kanäle verschlammen und die Wasserpflanzen üppig wuchern. Ein voll beladener Frachter scheuert nämlich den Grund der Kanäle ordentlich auf. Damit ist das Pflanzenwachstum so gut wie unmöglich. 


9. Juli 2020, Gray - Pt. 260, 2 Schleusen, 23 km

Es ist heiss. Am Nachmittag zeigt das Thermometer 34 Grad im Schatten. Die Saône kühlt gut ab. Das Wasser ist allerdings kühler als gedacht... ;-))

Als wir Mantoche passieren liegt dort nur ein einziges Boot. Mantoche ist vor allem im Sommer immer ein sehr gut belegter Halt, obwohl es weder Wasser noch Strom hat. 

Nach Mantoche treffen wir auf ein sonderbares "Ding" im Wasser. Es ist weder ein U-Boot noch ein versunkenes Schiff - wahrscheinlich handel es sich um den Schwimmkörper eines Pontons. Die Auflage in Form von Planken fehlt und der Standort ist gar nicht logisch. Entweder wird der Ponton nächstens in der Nähe als Anlegestelle montiert oder er ist ganz einfach irgendwo davon geschwommen. 

An der Schleuse Apremont legen wir an und ich mache mich mit dem Wischmop auf den Weg. Wer sich jetzt fragt WARUM, hier die Erklärung: Die Schleuse ist leer, die unteren Tore sind offen und bereit für die Einfahrt bergwärts. Wir sind talwärts unterwegs. Die beiden Boote, die wir kurz vorher gekreuzt haben, haben beide einzeln die Schleusung eingeleitet, sind dann aber gemeinsam eingefahren. Die Schleuse hat sich ganz automatisch für das zweite Boot bereit gemacht. Der Wischmop wäre nötig gewesen, um den Sensoren ein einfahrendes Boot zu simulieren. So weit ist es dann aber nicht gekommen, da in der Ferne zwei weitere Boote aufgetaucht sind. Bis die dann in der Schleuse waren hat es allerdings seine Zeit gedauert!! 

Das letzte Bild stellen wir seit langer Zeit jedes Jahr in den Blog. Es handelt sich um einen ausgebrannten Segler, der vor sich her rostet. Wahrscheinlich ist die Versicherung nicht bereit, die Entsorgung zu bezahlen, vom Eigner ganz zu schweigen. 


8. Juli 2020, Unterhalb Savoyeux, Plage - Gray, 20 km, 2 Schleusen

Es wird wie angekündigt wärmer. Am Nachmittag steigen die Temperaturen über 30 Grad. Die Fahrt in Richtung Gray verläuft soweit ohne Probleme. Auf dem ersten Bild sieht man die Ampel an der Schleuse Verreux. Alle Lichter brennen gleichzeitig. Das ist ein schlechtes Zeichen. Im Normalfall geht dann nichts mehr bis der Schleuser vorbeikommt. In diesem Fall war er schon da und hat nur die Ampelanlage getestet - wie er uns erklärt.

Am Abend liegen wir in Gray beim Camping. Wir hätten eigentlich mehr Boote vermutet. Im Vergleich zu Soing vor zwei Tagen ist es hier geradezu ausgestorben. 

Wir haben viel Zeit, die News aus aller Welt per Internet nachzulesen. Was im Moment die Schlagzeilen füllt ist die Corona-Situation in den USA. Im Schnitt sind es pro Tag mehr als 50000 neue Fälle bei den Amis - und dass mit einem Ignoranten an der Spitze des Landes, der geradeheraus behauptet in 3 - 4 Wochen werde der Spuk von selber verschwinden. Das Verhalten des blonden Alten in Sachen Corona und Rassismus ist untragbar geworden. Es ist nur zu hoffen, dass sich damit seine Wahlchancen im November auf ein Minimum reduzieren und er weiter schön von einer Lüge zur nächsten tappt. Heute hat er den Austritt aus der WHO bekanntgegeben. Ein weiteres Armutszeugnis. Die Chinesen freut es. Ihr Einfluss in der Welt Gesundheits Organisation nimmt damit nur zu.  Einer der Berichterstatter hat es mit der folgenden Formulierung genau auf den Punkt gebracht: "Einem, der sich das Grab schaufelt sollte man nicht die Schaufel wegnehmen."


7. Juli 2020, Soing - im Grünen unterhalb Savoyeux, 28 km, 2 Schleusen, 1 Tunnel

Am Morgen ist es erneut kühl. Aber bereits gegen Mittag wird es merklich wärmer. Gestern in Soing war der Anleger ausgebucht und heute auf der Saône haben wir ebenfalls festgestellt, dass sie wiederum unterwegs sind - die Mieter. Trotz der Coronapause hat sich nichts geändert - wie immer mit Vollgas durch die Häfen und ohne Rücksicht auf Verluste an festgemachten Booten vorbei. Die von VNF sind allerdings nicht viel besser. Einen zusammengekoppelten Verband kreuzen wir unterhalb von Savoyeux - ebenfalls mit Vollgas.

Am Mittag treffen wir auf Catherine und Markus mit Simone und Lea. Ihr Boot liegt ebenfalls in Savoyeux. Sie sind für ein paar Tage unterwegs.

Obwohl es nicht so heiss ist, baden auch die Kühe im Fluss.

Am Abend liegen wir im Grünen unterhalb von Savoyeux. Hier ist es massiv ruhiger und wesentlich weniger eng als gestern in Soing.

 


6. Juli 2020, Traves - Soing, 22 km, 2 Schleusen

Der Tag beginnt kühl. Zum Navigieren an Deck tragen wir den Faserpelz -  und das am 6. Juli. Am Nachmittag steigen dann die Temperaturen auf angenehme 25 Grad. Damit lässt sich's gut leben. 

Wir verlassen Traves gegen 09.30 Uhr in Richtung Süden. Kurzfristig beschliessen wir, in Soing anzulegen. Um die Mittagszeit finden wir noch einen Platz und legen mit dem Heck an. Anschliessend füllt sich die Anlegestelle ziemlich rasch. Eigentlich ist dieses gedrängte Liegen ganz und gar nicht in unserem Sinne. Wir liegen lieber in der Natur, längseits und ohne grossen Rummel. Diesmal musste es aber sein, da wieder einmal "Wäsche" angesagt war.
Am Nachmittag ersetze ich noch die bald zwanzig-jährigen Lautsprecher in der Küche. 

Noch ein Nachtrag zu Traves: Der Liegeplatz liegt sehr idyllisch und bietet schattige Bäume. Aber gerade diese haben es in sich. Unser Boot war heute übersät mit braunen Flecken, die sich nur per Schwamm, "Bio-Stein" und intensivem Schruppen entfernen liessen. Wir werden wiederum in Traves anlegen, allerdings an einem anderen Platz, etwas abseits der Bäume.


5. Juli 2020, Traves

Heute gibt's nicht viel zu berichten. Wir bleiben in Traves liegen. Der Platz ist sehr schön, das Wetter top und die Temperaturen angenehm. Was wollen wir mehr. 

Am Morgen fahre ich die obligaten 25 km mit dem Bike, am Nachmittag sitzen wir im Schatten auf der "Terrasse" oder dösen auf der Couch. Eira liegt ebenfalls draussen. 

Morgen geht's weiter nach Savoyeux.


4. Juli 2020, Scey s. Saône - Traves, 12 km, 2 Schleusen, 1 Tunnel

Das Wetter zeigt sich von der angenehmen Seite. Es ist um die 25 Grad warm. Mehr bräuchten wir eigentlich nicht. 

Heute abend liegen wir in Traves. Ein sehr kleines Dörfchen in einem Seitenarm der Saône, der durch die Derivation von St. Albin abgetrennt ist. Obwohl wir seit bald 20 Jahren mit unserem eigenen Boot in der Region unterwegs sind, waren wir noch nie in Traves. Die Liegestelle liegt sehr idyllisch und ruhig. Hier werden wir wahrscheinlich in Zukunft noch des öfteren übernachten. Platz hat's für insgesamt 5 Boote - jeder Liegeplatz mit eigener "Terrasse" und erst noch im Schatten. In Traves werden auch Bungalows vermietet. 

Im Tunnel von St. Albin

Durchfahrt Brücke beim "les 2 ports"


3. Juli 2020, Port s. Saône - Scey s. Saône, 10 km, 2 Schleusen

Wir bewegen uns in sehr kurzen Etappen. In diesem Sommer haben wir keine grosse Rundfahrt vor. Die Kanäle sind z.T. massiv mit Grünzeug zugewachsen. Zudem kündigt VNF bereits Einschränkungen für bestimmte Kanalabschnitte an: Gruppierung der Boote, Absenkung des Wasserniveaus. Das Wasser ist bereits knapp. Der Corona-Frühling bringt damit den Beweis, dass die Wasserknappheit nicht am Verbrauch durch die Schleusung der Boote liegen kann. Während zweieinhalb Monaten (Mitte März bis Ende Mai) waren nämlich sämtliche Wasserstrassen für den Freizeitverkehr geschlossen. Im Juni ist dann trotz Wiedereröffnung wenig bis gar nichts gelaufen. Bis am 15. Juni waren nämlich die Grenzen zu. Die wichtigste Ursache für den alljährlich wiederkehrenden Wassermangel ist der schlechte Unterhalt der Kanäle. Der sich abzeichnende Klimawandel ergibt dann den Rest. Die VNF-Funktionäre sind dabei, sich selber abzuschaffen. Seit diesem Jahr ist die Schleuse Savoyeux und der Tunnel de Savoyeux automatisiert. Wie uns der Schleuser in Rupt s. Saône berichtet droht "seiner" Schleuse und dem Tunnel St. Albin dasselbe Schicksal. Nach seiner Pensionierung laufen alle Schleusungen und die Tunneldurchfahrt automatisch.

In Port s. Saône steht seit Jahren der Rumpf eines Seglers - in Beton!! Wenn das Gesetzt des Archimedes richtig angewendet wurde, schwimmt sogar ein Schiffsrumpf aus Beton.

Bei der heutigen Bike-Tour habe ich die "Velos-Rails" in Vaivre gekreuzt. Bedingt durch Corona herrscht auch hier im Moment Stillstand.

Am Abend liegen wir in Scey s. Saône im alten Hafen. Normalerweise ist hier um diese Jahreszeit viel los. Wer nicht frühzeitig ankommt erhält keinen Platz mehr. In diesem Sommer haben wir bis jetzt extrem wenige Boote gekreuzt. Ich schätze, dass weniger Verkehr herrscht als früh im Frühling oder spät im Herbst. 


2. Juli 2020, Chemilly - Port s. Saône, 6 km, 2 Schleusen

Es ist bedeckt und weniger warm. Wir fahren nur die kurze Strecke von Chemilly nach Port s. Saône. 

Am Morgen heisst es, sich wie jeden Tag, sich sportlich betätigen. Im Schnitt sind es zwischen 25 und 30 km pro Tag. 

Nach ein paar Einkäufen in Port s. Saône und Vesoul (mit Maske) gibt's ein paar Unterhaltsarbeiten zu erledigen. Beide Türen erhalten ein zusätzliches Schloss. Wie immer haben wir nach kurzer Zeit "Baustelle" und der Aufwand ist grösser als zu Beginn eingeschätzt... ;-((. Etwas und etwas legt sich nämlich immer quer. 

Ein kurzer Nachtrag zum letzten Bild:

Wäre ich vor einem Jahr in dieser Montur irgendwo zum Einkaufen aufgetaucht, hätte man...

... die Gendarmerie gerufen

... mich auf den Posten mitgenommen

... mich nach Waffen abgetastet und verhört

... mir aus dem französischen Anti-Vermummungs-Gesetz die Artikel vorgelesen

... und mich schliesslich des Landes gewiesen

Dabei wäre ich doch nur einfach der Zeit voraus gewesen... ;-)). Heute ist alles anders, die meisten tragen Maske, an jeder Ecke stehen Desinfektions-Utensilien herum und die Zeit in der sich wildfremde Leute mit Küsschen Küsschen begrüssen sind auch vorbei. 


1. Juli 2020, Ray s. Saône - Chemilly, 20 km, 3 Schleusen, 1 Tunnel

Der Tag beginnt mit etwas Nebel. Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Kurz vor 09.00 Uhr verlassen wir Ray s. Saône in Richtung Norden. Charantenay ist die erste Schleuse der Saison, und das am 1. Juli!

Am Vormittag zeigt sich das Wetter noch von der besten Seite. Es ist warm. Den Tunnel St. Albain (680m) passieren wir gefühlt zum 50-zigsten Mal. 

Zum Mittagessen kehren wir ganz spontan im Restaurant "Les deux ports" in Scey s. Saône ein. Das Menü: 1x Friture Truite und 1x Friture Sandre. 

Am Abend liegen wir am Steg in Chemilly. Nördlich von uns zieht gegen Abend ein Gewitter durch. Bei uns bleibt es trocken. Was sich im abgebildeten Turm auf dem zweitletzten Bild befindet entzieht sich unserer Kenntnis. Links vom Turm sassen während des ganzen Nachmittags ein paar Rentnerpaare. Die haben sich mit einer solchen Lautstärke unterhalten, dass wir fast am Mittagsschläfchen gescheitert sind. Ob es am Corona-Abstand lag - den sie eingehalten haben - oder ob die Hörgeräte schlecht funktionieren, wir wissen es nicht und aus reiner Höflichkeit fragten wir auch nicht... ;-))


30. Juni 2020, Ray s. Saône, 0 km, 0 Schleusen

 

Wir sind liegen geblieben. Das Plätzchen in Ray S. Saône gefällt uns sehr gut und zudem ist heute unser 36. Hochzeitstag!

Der Tag beginnt mit Malerarbeiten. Die eine oder andere Ecke hat es immer nötig, gepinselt zu werden. 

Zu Beginn der Saison ist immer der obligate Generator-Test angesagt. Nach der langen "Winterpause" von 8 Monaten, war es gar nicht so sicher ob er auch anspringt. Angesprungen ist er, aber... dann hat es den Stecker verschmürzelt. Der Grund war wahrscheinlich eine Überlastung beim Testlauf... ;-)). Nach dem Motto unseres lieben Nachbarn hatten wir auch eine rasche Lösung - "Nicht alles wegwerfen". Wir haben noch einen alten "Schweizer Stecker" in unserer Rumpelkiste gefunden. Die Steckdose am Generator - ein CH-Modell - musste ich dann auch noch überprüfen. Sie hat's ohne Schaden überlebt.

Zum Mittagessen waren wir "Chez Yvette", ein kleines Restaurant in Ray s. Saône. Menükarte gibt es keine. Die Weinkarte ist von Hand geschrieben. Serviert wird "comme chez maman". Man stellt die Schüsseln auf den Tisch und jeder serviert sich selber. Das heutige Menü und zwar das einzige: "Poulet farci, legumes, salat, dessert". Es hat ausgezeichnet geschmeckt und das alles für 15 Euros pro Nase. 

Am Nachmittag legen in Ray dann noch verschiedene Boote an. Im Gegensatz zu gestern stimmen heute die "Corona-Abstände". Wir hängen nur zu 2/3 am Steg, damit weitere Boote Platz haben. 

Die Solaranlage funktioniert tadellos. 450 W Ladeleistung sind für unsere Kleinanlage sehr gut. 

Per Internet finden wir die Ankündigung, dass VNF für den ganzen Juli 2020 Streiks ankündigt. Laut den Angaben in der Mail soll zwar eine Region etwas weiter im Norden betroffen sein. Nach 3 Monaten Nichts-Tun der VNF - Funktionäre empfinde ich die Streikankündigung aber als Affront. Das Thema ist altbekannt, VNF hat absolut kein Interesse am Flusstourismus. Schade, schade...


29. Juni 2020, Savoyeux - Ray s. Saône, 14 km, 0 Schleusen

Gegen Mittag verlassen wir den Hafen in Richtung Norden. Als wir losfahren scheint noch die Sonne, anschliessend ziehen dicke Gewitterwolken auf und es gibt ein paar Tropfen Regen. 

Unser Roller hängt am Haken und das ist immer das Zeichen, dass wir jetzt in die Sommerferien verreisen. Wir nehmen nicht die Derivation in Richtung Ray s. Saône sondern den alten Flusslauf. Da es sich nicht um das offizielle Fahrwasser handelt, liegen dann schon mal umgekippte Bäume und anderer Unrat im Wasser. 

Die Abzweigung nach Ray s. Saône wurde in den letzten Jahren mit einer neuen Signalisation versehen. Hier sind immer wieder Boote gestrandet. Vor Jahren haben wir selber einen der Aufgelaufenen ab der Sandbank gezogen. An den roten Markierungen fährt man bergwärts rechts vorbei, an den grünen links. Sowas lernt man für die Fahrprüfung. Damit auch der letzte Freizeitböötler nicht auf der Sandbank liegen bleibt, befestigte man sogar eine Tafel mit einem grossen Pfeilzeichen... ;-))

Das Platzangebot in Ray s. Saône ist beschränkt. Mit etwas gutem Willen der Boote vor uns, sind wir dann doch noch in die Lücke gekommen. Der Abstand vor bzw. hinter uns würde keiner einzigen Corona-Abstands-Regelung in ganz Europa Stand halten... ;-)) - siehe Bilder.

Vor der Abfahrt haben wir noch ein paar Einkäufe getätigt - natürlich mit Maske.

 


28. Juni 2020, Savoyeux

Am Vormittag montiere ich die Sonnendächer, eine Arbeit die sonst in den Osterferien anfällt. Corona lässt grüssen. Auf dem ersten Bild ist das hintere Dach schon mal montiert. 

Während der Arbeit passiert ein sonderbarer Trupp den Treidelweg gegenüber dem Hafen: Kuh mit Anhänger, Ziege, Schaf, Hund und einer der das ganze leitet. Der Hund ist schon mal eine ganze Strecke voraus gejagt und auf dem Bild nicht mehr sichtbar. Manche brauchen eben relativ wenig, um zu überleben. Solange es trocken ist, mag das ja gut funktionieren. Wenn das Wetter umschlägt ist man gelinde gesagt am A... . Das ist dann ab 17.00 Uhr auch eingetroffen. Es regnet in Strömen. Es ist nur zu hoffen, dass die Funktionäre von VNF (Voies Navigables de France) im Stande sind, die Wassermassen geordnet zu stauen. Obwohl jetzt während 3 Monaten alle Kanäle und Flüsse zumindest für die Freizeitschiffer geschlossen waren, ist z.B. im Canal de Voges das Bièfe auf der Scheitelhöhe leer. Das hat nichts mit der Trockenheit zu tun - nein, die Arbeiten am Speicherbecken wurden nicht fortgesetzt. Ich habe manchmal leider das Gefühl, dass VNF am Flusstourismus nicht sonderlich interessiert ist und am liebsten die Wasserstrassen vollständig schliessen würde. Offensichtlich hat noch niemand bei VNF realisiert, dass damit dann auch tausende Jobs verloren gehen. Zudem bringt der Flusstourismus einiges an Wertschöpfung im Bereich des Detailhandels und der Restauration. 

@ S.G: Auf dem dritten Bild sieht es in diesem Jahr relativ leer aus. Nur S.G weiss warum - bitte per Whatsapp an mich des Rätsels Lösung bekanntgeben... ;-)).

Zum Mittagessen kommen Danny und Jacques vorbei. Bei ihnen können wir im Winter den Roller und andere Utensilien unterstellen. Am Nachmittag waschen wir die Penichette  "Fistulick". Das Boot wurde verkauft und wird nächste Woche von Danny und Jacques nach Louhans überführt. Die Reinigung war dringend notwendig, da auch für eine Überführung das Boot sauber sein muss!

 


27. Juni 2020, Savoyeux

Da sind wir dann also doch noch in die Sommerferien aufgebrochen. Das Corona-Virus hat uns zwar während des ganzen Frühlings den Zugang nach Frankreich versperrt, aber jetzt gehen wir mal davon aus, dass sich die Sache wieder etwas beruhigt. Schaut man allerdings die Unbedachtheit der Bevölkerung an, ist mit einem Anstieg der Infektionen zu rechnen. Die aktuellen Zahlen zeigen bereits nach oben (Heute in der Schweiz: 69 Fälle in den letzten 24 Stunden). Es könnte allerdings sein, dass vermehrt durchgeführte Tests mehr Infizierte zeigen. Wir hoffen mal, dass dem so ist. 

Die Anreise mit vollbepacktem Auto hat wie üblich funktioniert. Sogar für Eira hat's noch ein Plätzchen gehabt. In diesem Jahr nehmen wir mein Mountainbike ebenfalls mit. Es soll in diesem Sommer viel Fahrrad gefahren werden. 

Bei strahlend blauem Himmel ist  es heiss. Während sich Eira die Zeit mit Schlafen vertreibt, heisst es Wasser einfüllen und andere Unterhaltsarbeiten ausführen. Marianne räumt die Vorräte ein und organisiert den sonstigen Schiffs-Haushalt. 

Im Hafen ist deutlich mehr los als dies noch vor 10 Tagen der Fall war. Die ersten Boote sind in die Sommerferien verreist. Im Bereich der Mieter läuft sehr wenig. Heute sind gerade einmal 3 Mietboote vorbeigefahren. Das ist für die Jahreszeit extrem wenig. 

15. - 18. Juni 2020, Savoyeux


17. Juni 2020, Savoyeux

Gegen 03.30 Uhr hat mich ein gehöriges Gewitter aus dem Schlaf gerissen. Mit Blitz, Donner und sehr viel Regen ist dann der Tag gestartet. In Strömen geregnet hat's bis am Nachmittag. Die Temperaturen sind dabei um die 12 - 13 Grad hängen geblieben. Ein Grund den "Petit Godin" vor der Kaminreinigung noch einmal anzufeuern. 

Beim Boot von Markus und Catherine haben sich zwei Wassertaschen gebildet. Diese galt es auszuschöpfen um die Blache nicht unnötig zu strapazieren. Was geschieht, wenn die Qualität der Blache lausig ist und sich Wassertaschen bilden zeigt das Bild. Da wird dann das Boot mit unnötigen 200 - 300 kg beladen und der Wetterschutz ist auch flöten. 

Während der Regenphase habe ich ein paar Reparaturarbeiten ausgeführt und das Metallblech vor dem Holzherd neu bepinselt. 

Weitere Arbeiten: Beide Holzöfen reinigen, Kamine russen, Bugkiste aufräumen, Kran montieren, Lautsprecher im Salon ersetzen...

Mit drei Monaten Verspätung sind wir bereit, um in gut 10 Tagen für ein paar Wochen in die Ferien zu fahren. 

Morgen geht's ab nach Hause. Es warten noch ein paar Tage mit vielen administrativen Arbeiten.


16. Juni 2020, Savoyeux

Mit drei Monaten Verspätung sind wir seit heute wiederum ins Wasser gekommen. 

Bei der Schiffsreinigung sind weitere ungebetene Gäste aufgetaucht. In der Bugkiste haben sich nämlich Wespen eingenistet. Da braucht es dann die chemische Keule - natürlich alles ganz biologisch... ;-))

Die 8-monatige Standzeit hat ganz schön viel Dreck hinterlassen. 

Um 14.15 Uhr wurde dann der JLB ins Wasser geschoben. Das ganze Prozedere dauerte knappe 15 Minuten. Das ist wesentlich schneller als das Einwassern mit dem Kran. Vor allem leidet die Schiffskonstruktion weniger. Jetzt schwimmen wir wieder und dem ist gut so. 

Auf der Saône ist sehr wenig los. Seit dem ich hier bin ist kein einziges Boot vorbei gefahren. Um diese Jahreszeit ist hier in der Regel sehr viel los. Wenn das so bleibt, werden wir im Sommer 2020 wesentlich weniger Freizeit-Boote treffen.


15. Juni 2020, Savoyeux

Um 0.01 Uhr haben die EU-Länder inkl. die Schweiz die Grenzen wiederum für alle geöffnet. Es gibt allerdings Ausnahmen. So verlangen z.B. die Briten bei der Einreise eine 14-tägige Quarantäne. Wer da freiwillig in Grossbritanien einreist hat wahrscheinlich sonst nichts Gescheites zu tun. 

An der Grenze wurde niemand kontrolliert. Die franz. Zöllner sind wahrscheinlich froh, dass die kaufkräftigen Schweizer wiederum ins Land reisen. Was auffällt - mir begegnen um die Mittagszeit haufenweise Autos mit VD-Schildern. Wahrscheinlich alles Einkaufstouristen mit Entzugserscheinungen. 

In St. Jean musste ich vorbei, um die neue Sim-Karte fürs Internet (100 GB/Monat) zu holen. Die Geschichte der Sim-Karte ist lang. Nach der Bestellung der Karte am 19. Mai dauerte die Lieferung satte 3 Wochen, obwohl Bouygues in ihrer Bestätigung von einer Lieferfrist von 10 Tagen sprach. Darum habe ich nach 14 Tagen eine Nachlieferung angefordert. Die freundliche Dame hat am Telefon berichtet, dass sie mir eine zweite Karte schickt und die erste anuliert werde. Die zweite Karte ist bis heute nicht eingetroffen. Also habe ich die erste eingelegt und mich eigentlich schon mit dem Gedanken angefreundet, dass ich Mme Bouygues per Telefon bitten muss, die erste Lieferung wiederum zu entsperren... und siehe da, die Karte wurde offensichtlich gar nicht gesperrt und funktioniert einwandfrei.

Im Hafen von St. Jean wir eifrig Kraut geschnitten. Da kommen Tonnen von Grünzeug zusammen, die anschliessend in einen Frachter geladen und abtransportiert werden. 

Eingekauft habe ich wie alle andern auch - mit Maske.

Unser Boot steht im Moment im relativ hoch gewachsenen Gras. Das haben wir so in den letzten 20 Jahren auch noch nie erlebt. Dass wir lange nicht mehr hier waren zeigt auch der gut 20 cm hohe Ameisenhaufen, der sich direkt beim Schiff auftürmt. 

Beim Anschliessen der Wasserleitungen finde ich dann noch hummelartige Viecher, die die 8-monatige Zeit im Trockenen nicht überlebt haben. 

Das Antifouling ist gestrichen - morgen geht's ins Wasser. In Savoyeux spriessen die Algen ähnlich wie in St. Jean. Wie sich das Navigieren anfühlt, werde ich morgen nach dem Einwassern testen. 

Corona Covid 19


Corona-Pandemie 2020 (Stand 22. Mai 2020)

Im Prinzip sind wir noch nicht viel weiter. Die Grenze zu Frankreich ist für den touristischen Verkehr immer noch geschlossen. Wenn die Angaben der franz. Regierung stimmen,  d.h. wenn sich die Fallzahlen nicht nach oben bewegen, soll um den 15. Juni die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich geöffnet werden. Laut VNF ist die schrittweise Öffnung der Flüsse und Kanäle auf den 29. Mai geplant. Allerdings betonen alle Stellen immer wieder, dass diese Termine nur eingehalten werden können, wenn sich das Virus nicht wieder weiter ausbreitet. 

Für den Moment heisst es also abwarten.

Sollte sich das Einwassern bis in den Juli hinein verschieben, überlegen wir uns, ob wir in diesem Jahr überhaupt ins Wasser gehen werden. 


Corona-Pandemie 2020 (Stand 26. April 2020)

Eigentlich wollten wir den JLB am 19. März 2020 einwassern. Daraus ist nichts geworden. Das Coronavirus macht nicht nur uns, sondern der ganzen Welt einen Strich durch die Rechnung. Seit dem 16. März sind Restaurants, Geschäfte und Schulen in der Schweiz geschlossen. In Frankreich gilt das "Confinement" d.h. man kann sich nicht mehr frei bewegen. Das Haus kann man nur verlassen, wenn man die entsprechende "Attestation" ausgefüllt hat. Ab dem 11. Mai soll in Frankreich mit dem "Déconfinement" begonnen werden. Schulen und Geschäfte sollen dann schrittweise wieder geöffnet werden. Die Grenzen bleiben vorläufig geschlossen.

Für die Plasanciers sind  alle Wasserstrassen und Schleusen gesperrt. VNF verkündet, dass  Ende Mai die Wasserwege schrittweise geöffnet werden, wenn das Déconfinement ab dem 11. Mai ordnungsgemäss vollzogen werden kann. 

Falls wir dieses Jahr überhaupt einwassern können, wird das wahrscheinlich nicht vor Ende Juni der Fall sein. Affaire à suivre!

Als wir Ende Februar noch in La Rochelle und in Südfrankreich waren (siehe Blog), hat man die ersten Corona-Fälle in der Lombardei gemeldet. Der eigentliche Hotspot war damals noch Wuhan in China und das ist rein geografisch sehr weit weg von Europa. Wer hätte damals gedacht, dass die Grenzen geschlossen werden, dass z.B. die Schweiz die Armee mobilisiert, dass Schulen und Geschäfte schliessen etc. etc.  - Niemand. Die "Zeit nach Corona" wird nicht mehr mit der "Zeit vor Corona" zu vergleichen sein. 

 

Die Länder reagieren in Sachen Schutzmassnahmen sehr unterschiedlich. Während z.B. Italien sehr restriktive Massnahmen ergriff, hat man in Schweden sehr wenige Einschränkungen vorgenommen. Ein ganz spezieller Fall ist die USA. Der blonde Depp hat das Virus sehr lange Zeit verharmlost und von einer saisonalen Grippe gesprochen. Mittlerweile explodieren die Fallzahlen und die Todesfälle haben sich auf sehr hohem Niveau eingependelt. Die Arbeitslosenzahlen sind extrem stark gestiegen, die Wirtschaft verliert an Schwung und die Aktienkurse sind wie überall auf der Welt im Keller. Eigentlich geht es dem Blonden nach wie vor nur um Wahlpropaganda, da er unter allen Umständen im Herbst 2020 wiedergewählt werden will. Eine Mehrheit der Amis werden wohl so beschränkt sein und ihm blind folgen. Da gilt halt - um die Qualität eines Staatsoberhaupts einschätzen zu können, braucht es selber ein gewisses Level an Intelligenz und das geht offensichtlich sehr vielen Amis ab.


Glis - La Rochelle - Gabriac -Glis


26. 02. 2020 Gabriac, La Coste

Wer den Blog von gestern gelesen hat weiss, dass wir im Wald "aufgeräumt" haben. Vom Feuer blieb lediglich ein Haufen Glut übrig, der bis am kommenden Morgen in sich zusammenfallen sollte - so der Plan. Dem war dann aber nicht so. Gegen 20.00 Uhr setzte starker Wind ein und wir mussten der Glut mit insgesamt 16 Eimern Wasser zu Leibe rücken. Wie Jacques später erklärt, war das nicht zum ersten Mal so. Er hat bei früheren Waldarbeiten auch schon mit Wasser eingreifen müssen... ;-))

Heute haben wir dann die Gegend um Gabriac erkundet. Les Cevennes sind ein sehr weitläufiges Gebiet mit vielen Tälern und Bergen. Wer sich nicht auskennt, kann sich effektiv leicht verlaufen. Es ist mit 8 Grad wesentlich kühler geworden. Auf dem L'Aigoual hat es seit gestern sogar etwas Schnee gegeben.

Morgen fahren wir via Pont St. Esprit zurück in die Schweiz. 


25. 02. 2020 Gabriac, La Coste

Der Tag beginnt bedeckt. Es ist kühler geworden. 

Eira und Maori (= Hund des Besitzers, dessen Haus Danny und Jacques hüten) verstehen sich gut. Beide lassen sich gerne verwöhnen.

Am Nachmittag gibt's Arbeit im angrenzenden Wald. Die Äste der gestern gefällten Bäume werden verbrannt. Ein Feuer, mitten im Wald - in der Schweiz undenkbar. Das würde bei uns wahrscheinlich Feuerwehr, Polizei und die Staatsanwaltschaft gleichzeitig auf den Plan rufen. Das Verbrennen von Grünzeug ist genau reglementiert. In den Cevennes gibt's zudem spezielle Regelungen.

Die Natur hat dieses Jahr erneut Vorsprung auf den Fahrplan. Die Pfirsichbäume blühen bereits! Der Klimawandel lässt grüssen. 


24. 02. 2020 La Rochelle - Gabriac la Coste

Das heutige Motto lautet: Wer richtig liest ist eindeutig im Vorteil! Warum dem so ist erkläre ich später.

Um 06.00 Uhr verlassen wir La Rochelle. Man merkt am relativ spät erwachenden Tag, dass wir uns weit im Westen befinden. Richtig hell wird es erst gegen 07.30 Uhr. Laut unserer Planung haben wir ca. 500 km zurückzulegen - wir haben also Zeit. Die nehmen wir uns auch, z.B für das Frühstück, ein gemütliches Mittagessen oder für Pausen, um Eira hinauszulassen. Es reicht sogar für ein paar Einkäufe bei Decathlon in Tulle. 

Wir rechnen damit, im Verlaufe des Nachmittags bei Danny und Jacques in Gabriac anzukommen - die Betonung liegt bei "planen". Ca. 80 km vor unserem geplanten Ziel befragen wir das GPS noch einmal nach dem genauen Weg. Die Anzeige lässt uns dann allerdings staunen: "Sie erreichen ihr Ziel nach 220 km". Da haben wir uns bei der Eingabe vertippt. Eine zweite Eingabe des Zielortes führt zum gleichen Resultat. Jetzt dämmert uns erst, dass das von uns im Voraus geplante "Gabriac" nicht dem richtigen "Gabriac" entspricht. Wir haben während des ganzen Tages das falsche "Gabriac" angesteuert. Es gibt zwei Orte mit demselben Namen und einer Distanz von ca. 140 km (12340, Gabriac im Departement Aveyron und 48110 Gabriac im Departement Lozère). Das heisst jetzt also, dass wir um 16.00 Uhr noch 3 Stunden Fahrt vor uns haben um 220 km abzuspulen. Um 19.00 Uhr treffen dann im "richtigen" Gabriac ein. 

An diesem doch etwas speziellen Reisetag haben wir schlussendlich nicht einmal Zeit gehabt, um Fotos zu machen...;-))


23. 02. 2020 La Rochelle

Wir schlendern ein weiteres Mal durch die Stadt. Es gibt viel zu sehen hier am Atlantik. Beim Wasserstand sind wir gleich weit wie gestern - die Schiffe liegen im Dreck. Zum Mittagessen gibt's in einem kleinen Restaurant an der Hafenpromenade "Moules et Frites" für Marianne und "Fish and Chips" für mich. Es hat geschmeckt.

In einem Hafen am Meer sind alle Dimensionen etwas grösser. Die Schiffe sind länger und vor allem wesentlich breiter. Damit braucht es auch das entsprechend grössere Equipement um sie aus dem Wasser zu holen. 


22. 02. 2020 Nieuil s. Mer (La Rochelle)

Heute sind wir zur Geburtstagsfeier von Noel eingeladen. Die Party geht in Aytré über die Bühne. Am Vormittag spazieren wir aber zuerst durch die Stadt und besuchen z.B. den alten Hafen in La Rochelle. Für die Jahreszeit ist doch recht viel Volk unterwegs. Erstaunlich weit ist die Natur. Die Osterglocken blühen schon was das Zeug hält - und das am 22. Februar 20. Um 11.00 Uhr vormittags ist Ebbe. Die Flut wird den Hafen erst gegen 17.00 Uhr wieder auffüllen. Das macht immerhin einen Unterschied von 4.5 Metern!

An der Geburtstagsparty gab es wie immer en France, viel Spektakel. Mit einem gemeinsamen Mittagessen - das Essen wahr sehr gut -  ist es dann aber nicht getan. Um 17.00 Uhr haben wir uns bei Noel zu Hause eingefunden, um dem Karaoke zu frönen und um wieder etwas zu essen. So dauerte die Geburtstagsfeier für uns von 12.00 Uhr bis ca. 22.00 Uhr - für ein paar andere Gäste wahrscheinlich noch ein paar Stündchen länger. 


21. 02. 20 Montceau les Mines - Nieuil s. Mer (La Rochelle) - ca. 600 km

Die Übernachtung im Ibis war soweit i.o. Wie üblich schläft es sich im Hotel nicht wie zu Hause. Das Frühstück war sehr gut. Die Abfahrt begann dann mit dem Kratzen der Scheiben, etwas was wir in diesem Winter noch eher selten gemacht haben. 

Die Fahrt nach La Rochelle ist problemlos verlaufen. Es haben sich dann aber doch ca. 600 km zusammengeläppert. 

Zum Nachtessen sind wir bei Danielle uns Noel Pacault eingeladen. Davor gab's noch einen Abstecher ans Meer. Im Hintergrund sieht man die Brücke nach Ile de Ré. 

Übernachtet wird heute in einer schnuckeligen Duplex-Wohnung in La Rochelle, die uns Danielle organisiert hat. 


20. 02. 20 Glis - Montceau les Mines ca. 450 km

In diesen Frühlingsferien sind wir wieder unterwegs, aber nicht per Schiff. Wir besuchen die Familie Pacault in Nieuil s. Mer (La Rochelle) am Atlantik und anschliessend unsere Kollegen Jacques und Dany in Gabriac, La Coste im Süden von Frankreich.

Heute übernachten wir in Montceau les Mines im Hotel Ibis. Verköstigt haben wir uns im Restaurant "Courtepaille".

Auf der Anreise haben wir einen Abstecher nach Chagny gemacht und unserem Schiffskonstrukteur Giacomo und seiner Frau Caroline einen Besuch abgestattet. Im Canal de Centre hat's wiederum etwas Wasser. Ganz voll ist der Kanalabschnitt in Chagny aber nicht. Im Moment werden noch ein paar Unterhaltsarbeiten vorgenommen. Morgen geht's weiter in Richtung La Rochelle.

Savoyeux 6. - 9. Februar 2020


Savoyeux, 8. Februar 2020

Das Wetter zeigt sich mit strahlend blauem Himmel von seiner besten Seite. Die Nacht war wieder kalt. Morgen soll's dann einen Wetterwechsel geben. Der Wind hat bereits auf West gedreht. Die ersten Regenwolken haben die Küste Frankreichs bereits erreicht. 

Zum dritten Bild:

Im Hafen von Savoyeux gibt es einen Tennisplatz. Auf dem abgebildeten Plakat an der Eingangstüre wird erklärt, wie man zu welchen Bedingungen auf das Terrain kommt. Die französische Version ist gut verständlich. In der englischen Variante hapert es schon gewaltig mit der Übersetzung. Nur schon Google könnte das wahrscheinlich besser. Ganz spannend wird's dann aber in Deutsch. Na dann... Zuerst die Arbeit - sprich Tennis für 3 Euro die Stunde und anschliessend das Vergnügen - allerdings ohne Preisangabe... ;-))

Morgen geht's wiederum ab nach Hause, denn am Montag ruft die Arbeit. 


Savoyeux 7. Februar 2020

Der Tag beginnt sehr kühl. Während der Nacht sind die Temperaturen auf 0 Grad gesunken. Am Morgen liegt dicker Raureif. 

Zum Mittagessen sind wir mit Francine und Jean-Pierre in Gray verabredet. Wir essen im "La petit Fontaine" - wie immer sehr gut. 

Die Saône führt Hochwasser in Gray sind alle Abflüsse offen. Wir hoffen mal, dass VNF alles nötige unternehmen um auch die Reservoirs zu füllen. In den letzten Jahren war es leider oft so, dass im Frühjahr zwar genügend Niederschläge gefallen sind, dann aber bedingt durch den mangelnden Unterhalt der Kanäle viel Wasser an undichten Stellen unnötigerweise versickert ist.

Bei frühlingshaften Nachmittagstemperaturen repariere ich ein paar Stellen an der unteren Scheuerleiste.


Savoyeux, 6. Februar 2020

Dies ist unser erster Aufenthalt in Savoyeux im Jahr 2020. Es ist zwar kühl aber für die Jahreszeit dann doch zu warm. Am ersten Abend ist das ganze Innenleben des JLB immer ausgekühlt. Mit unseren beiden Holzöfen bringen wir aber in relativ kurzer Zeit eine wohlige Wärme her. 

Die Bilder...

Auf dem ersten Bild sieht man einen Porsche, wie wir ihn heute in Pontarlier auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums fotografiert haben. Da kann man sich nur fragen: Arroganz oder Unvermögen richtig einzuparken?

Das zweite Bild zeigt Marianne, dick in Faserpelze eingepackt. Mir persönlich tut's auch ein T-Shirt. Das Empfinden von Temperatur ist offensichtlich in unserer Familie nicht bei allen ganz gleich.

Bild 3: Eira geniesst den "JLB-24-Stunden-Rundum-Service" und schläft.