Frühjahr - Sommer 2022


16. - 18. Mai 2022, Tanlay - Tonnerre - Schleuse 102 -103

 

Die Temperaturen sind immer noch sehr hoch. Regelmässig gibt's um die 30 Grad. Niederschläge sind keine in Sicht. In Tanlay fotografieren wir einen umgebauten Lastkahn und fragen uns wie lange die Equipe schon hier liegt. Die Antwort ergibt sich nach einem Blick auf das bzw. die Stromkabel - es sind nämlich sogar deren zwei - von selber. So eingewachsen, wie die sind liegt das Schiff seit mehreren Wochen an dieser Stelle. Der Grund ist ebenfalls rasch gefunden. Es fallen keine Liegegebühren an und Strom und Wasser gibt's obendrein noch kostenlos dazu. "Dauermieter" dieser Art besetzen leider immer die schönsten Anlegestellen. Wer nur für eine Nacht liegen möchte, hat das Nachsehen. 

Am 17. Mai war dann noch der Geburtstag des Schreibenden. Das Alter entnehme man bitte dem Foto. 

Heute galt es, die zweite Strecke (Schleuse 98Y - 102Y) mit dem sehr starken Pflanzenbefall in Angriff zu nehmen. Die Bilder sprechen für sich. Die geringe Wassertiefe in Kombination mit den Wasserpflanzen bedingte auch die Anpassung der Geschwindigkeit.  In die Schleuse 99Y sind wir nur mit viel Muskelkraft hineingekommen (siehe Clip). An der Schleuse 100Y musste dann sogar ein Bagger eingreifen (siehe Clip). Ab der Schleuse 102Y verbessert sich die Situation massiv. Am Abend ist sogar ein Bad ohne Fango möglich... ;-))


12. - 15. Mai 2022, Montbard - Buffon - Ancy le Franc - Tanlay

Es ist zu heiss für den Monat Mai. Seit Buffon schleusen wir mit dem Boot KADA von Kathrin und Albert. Solche "Fahrgemeinschaften" ergeben sich meistens zufällig und können je nach Planung der Schiffs-Equipen mehr oder weniger lange dauern. 

Zwischen den Schleusen 75Y und 79Y haben wir uns mit den "Plantes aquatiques" herumgeschlagen. Je nach Kanalabschnitt ist der Pflanzenbefall heftig bis sehr heftig. Die Equipe der KADA musste sogar ins Wasser, um die Schraube vom Kraut zu befreien. An einigen Schleusen war die schwimmende Pflanzenschicht so dick, dass wir die Boote von Hand und per Seil in die Schleuse bugsieren mussten. Das ist für alle Beteiligten eine grosse Zusatzarbeit. Was man sagen muss, die Schleusenwärter haben sich alle erdenkliche Mühe gegeben, damit wir doch einigermassen vorwärtsgekommen sind. An einigen Stellen wird zwar von einer externen Firma versucht, maschinell einzugreifen, dass ist aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein, wenn man bedenkt, dass die Pflanzen locker 20 cm pro Tag wachsen. Die warmen Temperaturen fördern das Wachstum zusätzlich.

Von Zeit zu Zeit treffen wir auf nicht oder schlecht unterhaltene Boote. Das eine oder andere kommt dabei dann schon mal in "Schieflage" und ist wahrscheinlich nur mehr schwer in Betrieb zu nehmen. 


9. - 11. Mai 2022, Pouillenay - Veneray les Laumes

Mit der Ankunft in Veneray les Laumes haben wir die Schleusenkette hinter uns gelassen. Ab jetzt werden die Distanzen zwischen den einzelnen Schleusen wiederum merklich grösser. Laut den "Avis de Batellerie" von VNF werden wir es aber vermehrt mit Kraut im Wasser zu tun bekommen. Schaun wir mal, was uns da alles erwartet. 

Die Touristiker lassen sich sich doch noch etwas einfallen. Entlang des Kanals wurden verschiedene kleine Häuschen für Ferienaufenthalte erstellt. (Les Lodges du Canal de Bourgogne). Der Reservationsplan zeigt eine recht gute Auslastung. 

Am Montag haben wir von Pouillenay aus das kleine Dörfchen Lavigny sur Oozerain besucht. In der früheren Benediktinerabtei werden auf der Basis von Anis Bonbons und viele andere Köstlichkeiten hergestellt. Wir haben und dann allerdings für den Zitronengeschmack entschieden. Anis ist nicht jedermanns Sache... ;-)).

Kleines Detail nur so nebenbei: eigentlich ist das Dörfchen verkehrsfrei. In der Realität stehen nicht weniger Autos herum als in jedem anderen französischen Dorf.

In Veneray les Laumes liegen wir zwei Tage. Hier gibt gute Einkaufsmöglichkeiten. Allerdings sind diese recht weit vom Hafen entfernt. Mit unserem Roller ist das aber kein Problem. 

Zum Wetter:

Es ist sehr warm geworden. Die 30-Grad-Marke haben wir am 11. Mai schon mal geknackt. Wenn sich keine Regenperiode einstellt, befinden wir uns schon bald in einer massiven "Secheresse". Für die kommende Woche sind steigende Temperaturen angesagt. 


6. - 8. Mai 2022, Vandenesse - Pouilly - Pont Royal - Marigny

Nach Vandenesse haben wir zuerst einmal den Tunnel von Pouilly en Auxois (3.3 km) zu bewältigen. Der Tunnel wurde von 1825 - 1832 gebaut. Bis 1987 war ein elektrisch betriebener Schlepper (le toueur) in Betrieb. Mittels einer Kette, die durch den gesamten Tunnel auf dem Kanalboden geführt wird, wurden die Frachtschiffe gezogen. 

Nach einer Nacht in Pouilly liegen wir zwei Nächte in Pont Royal. Hier haben wir schon vor 25 Jahren angelegt. Am Sonntag, den 8. Mai legen wir in Marigny an. Mittlerweile sind wir in der Schleusenkette in Richtung Venarey les Laumes unterwegs. Das heisst alle paar hundert Meter eine Schleuse (siehe Karte). Auf einer Strecke von 12 km sind das 36 Schleusen. Dabei wird man von einer Schleuser-Equipe bestehend aus 3 Leuten begleitet. 

Noch ein Wort zum Wetter: Die Temperaturen sind angenehm. Der Tag beginnt zwar jeweils etwa kühl. Am Nachmittag steigen die Temperaturen dann über die 20 Grad Marke. Für die kommende Woche werden sommerliche Werte prognostiziert. 


2. - 5. Mai 2022, Schleuse 34 - Vandenesse

Die Woche hat "gut" angefangen. Am Montag um 09.00 Uhr waren wir bei der Schleuse 33 angemeldet. Nichts ahnend haben wir uns an die reservierte Zeit gehalten. Um 09.30 Uhr ist weit und breit noch kein Schleuser zu sehen. Wir rufen bei der Zentrale an. Der Telefonbeantworter meldet sich. Man solle eine Message hinterlassen. Wir warten, das hinterlassen einer Nachricht bringt nämlich nichts. Das kennen wir aus Erfahrung. 09.45 Uhr, wir rufen wiederum bei der Zentrale an. Der Anruf wird umgeleitet zum Chef des Schleusensektors. Fazit: Die haben uns vergessen. Es seien viele Hotelschiffe unterwegs und VNF hätte zu wenig Personal. Die Aushilfen starten zwar an diesem Montag, müssten aber zuerst "ausgebildet" werden. Ich mache ihm den Vorschlag, in die Schleuse einzufahren, die Tore auf der Talseite selber zu schliessen und uns durch den Courant hochfahren zu lassen. Der Courant (Bild 1) sorgt dafür, dass der Abschnitt bis zur nächsten Schleuse laufend mit Wasser versorgt wird. Wir haben dann mit unserem Schraubenschlüssel etwas "nachgeholfen", ansonsten hätte eine Schleusung bis zum Mittag gedauert... ;-)). Die nächste Schleuse befahren wir nach dem Mittagessen nach demselben System. Unser Schraubenschlüssel bewährt sich. Um 14.00 Uhr rufen wir wiederum in der Zentrale an. Die Aushilfen sind immer noch in Ausbildung aber man werde uns jemanden schicken, der bereits im letzten Jahr bei VNF ausgeholfen hat. Und tatsächlich kurz darauf fährt eine Dame mit dem Roller an und das richtige Schleusen kann beginnen. Ergänzung am Rande: einen Tag später standen zeitweise 4 Mitarbeiter von VNF an der Schleuse. Organisation à la methode française. 

Teilweise sind Kanalabschnitte Canal de Bourgogne bereits auf bedenklich niedrigem Niveau. Wir haben anfangs Mai. Wie wird die Situation wohl im Juli aussehen?

Zum Schluss: In Vandenesse liegt das Hotelschiff "Grand Cru" von der Firma "Elegant Waterways". Luxus pur und das alles in schwimmender Form. Der Preis  für 8 Personen (5 Übernachtungen) beträgt satte 68'000 Dollar!!! Für dieses Gästesegment spielt Geld wahrscheinlich gar keine Rolle.

 


28. April - 1. Mai 2022, Dijon - Schleuse 34

Die Strecke Dijon - Schleuse 34 legen wir in 2 Tagen zurück. Bei der Schleuse 34 bleiben wir für 3 Nächte liegen. Einerseits besorgen wir die Wäsche und andererseits sind am 1. Mai alle Schleusen geschlossen. Am Montag, den 2. Mai geht's dann weiter. Bisher hat uns die Pflanzenplage relativ wenige Probleme gemacht. Auf der anderen Seite des Kanals, im Abstieg zur Yonne soll es auf zwei Abschnitten wesentlich mehr Probleme geben. Die Info haben wir aus den "Avis de Batellerie" der VNF und von unseren Kollegen Bea und Köbi, die etwa 2 Wochen vor uns sind. Schaun wir mal was uns da erwartet. 

Auf dem Bild 1 sieht man eine Peniche in der Schleuse. Auf dem Canal de Bourgogne ist das eine absolute Ausnahme. Der Frachtverkehr wurde bereits vor Jahren eingestellt. Die vielen Schleusen und die z.T. geringe Wassertiefe sind den Frachtschiffen gar nicht dienlich.

Die arme Kreatur auf dem Bild zwei haben wir an einer Schleuse fotografiert. Leider gibt's den Hofhund an der Kette immer noch. 

Für 3 Nächte liegen wir an der Schleuse 34 bei Urs Gysin. Neben einer gut ausgerüsteten Anlegestelle vermietet Urs eine Gite und die Unterkunft auf dem "Le Lavoir". Beide Unterkünfte können online gebucht werden. Wer Abgeschiedenheit und Ruhe sucht, ist an dieser Adresse genau richtig. 

Die Tage beginnen jeweils recht kühl mit 2 - 3 Grad. Während des Tages wird es zwar wärmer, die Bise verordnet dann aber doch noch das Trage eines Pullovers.


25. - 27. April 2022, St. Jean de Losne - Dijon

Am Montag verlassen wir St. Jean de Losne nach einem recht verregneten Wochenende. Dem ist aber gut so, es ist nämlich sehr trocken und für die Navigation benötigen wir nämlich auch noch Wasser. 

Der Canal de Bourgogne wird häufig von Hotelschiffen befahren. Es scheint, als ob sie das Frühjahr nutzen wollen, da sich der Pflanzenwuchs im Kanal noch in Grenzen hält. Allerdings muss man sagen, dass noch jede Menge geschnittene Pflanzen im Wasser schwimmen. Vor allem vor den Schleusen sammelt sich damit eine Unmenge Unrat. Die Ausfahrt ist je nach Schleuse erschwert, weil man oft nur erahnen kann, welche Fremdkörper der Schraube übel zusetzen könnten. Es wäre eigentlich ein Einfaches, das Grünzeug inkl. Unrat zu beseitigen. VNF tut aber in dieser Hinsicht rein gar nichts. Wie die Fotos zeigen, macht der Anblick in touristischer Hinsicht keine gute Werbung. 

Im Hafen von Dijon wimmelt es von Vogel-Getier. Vor allem Gänse und Enten spazieren mit ihren Jungen im Hafen herum.

Heute haben wir ein DAB+ Radio installiert - verbunden mit dem Lautsprechersystem im ganzen Schiff. In grossen Städten funktioniert das DAB+ System, aber bereits in den nächsten Tagen wenn wir wieder in der Pampa sitzen, wird's mit dem digitalen Signal vorbei sein. Die Franzosen konzentrieren sich beim beim Ausbau auf die grossen Städte und deren Agglomerationen. Die ländlichen Gebiete folgen später - wenn den überhaupt... ;-))

PS: Am vergangenen Wochenende wurde in Frankreich Emanuel Macron für eine zweite Amtszeit wiedergewählt (58 %). Seine rechtspopulistische Gegnerin, Marine Le Pen,  erreichte 42 % der Stimmen. Im Vergleich zur Wahl 2017 hat sie sich verbessert, die Prognosen sagten sogar ein noch besseres Resultat voraus. Für Frankreich und vor allem für Europa wäre Le Pen eine schlechte Wahl gewesen. Ihr europafeindlicher Kurs ist gerade in der jetzigen Kriegssituation in der Ukraine pures Gift. Putin wäre das sehr gelegen gekommen. 


21. - 24. April 2022, Port St. Pierre - St. Jean de Losne

Weit sind wir noch nicht gekommen, aber das ist ja auch nicht das Ziel der Sache. Seit dem 22. April sind wir in St. Jean de Losne. Hier waren wir bis vor 3 Jahren stationiert. Da das Wetter sich eher von der windig-feuchten Seite zeigt, sind wir liegen geblieben. Morgen soll es dann in den Canal de Bourgogne gehen. Noch im letzten Sommer war der "Gare d'Eau" stark mit Wasserpflanzen bewachsen. Zeitweise gab es gar kein Vorwärtskommen mehr per Boot. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan. In einer ersten Phase wurde das lästige Grünzeug wie Heu geschnitten. Mittlerweile laufen vier Aktionen um der Plage Herr zu werden - siehe Bild 1.

  1. Mit drei "Luftvorhängen" (rideau de bulles) am Hafeneingang wird die Weiterverbreitung der Pflanzen auf der Saône verhindert.
  2. Eine biologische Behandlung soll das Wachstum einschränken.
  3. Mehr Sauerstoff. Dadurch sollen sich die Bakterien entwickeln und das Pflanzenwachstum eindämmen.
  4. Weniger Sonnenlicht. Ein natürlicher Farbstoff im Wasser soll das Sonnenlicht einschränken und damit das Wachstum bremsen.

Fazit der ganzen Übung: Wir sind erstaunt, wie wenige Pflanzen im Moment noch vorhanden sind. Das Wasser ist dunkel-blau-grün eingefärbt und sieht sehr frisch und "gesund" aus. Der Grund des Hafenbeckens ist nicht mehr sichtbar und damit kann das Sonnenlicht nicht mehr viel zum Wachstum beitragen. Wenn die Situation über den Sommer so bleibt, ist der Hafen in allen Bereichen ohne Einschränkung befahrbar. 

 

Die restlichen Bilder zeigen die folgenden Situationen:

  • Eira nimmt auch schon mal beide Hundekörbe in Beschlag. Eigentlich habe ich sie nur aufeinander gestellt um Staub zu saugen. 
  • Unser aktueller Nachbar hat seine Sonnenpanels wintersicher festgezurrt und dabei nicht daran gedacht, dass sich die Leistung massiv verringert.
  • Das abgebildete Fahrzeug steht offensichtlich schon sehr lange auf dem öffentlichen Parkplatz. Sogar die Stossstange setzt Moosbewuchs an.
  • Man möchte meinen, dass wir mindestens 5-6 Personen an Bord sind. Alle Steckplätze sind nämlich mit Ladegeräten belegt. Aus energietechnischen Gründen sollte man sie bei Nichtgebrauch aus der Steckdose entfernen - ich weiss - das Ganze hat aber den Vorteil, dass man die Dinger nicht jedesmal suchen muss. Zudem produzieren wir unseren Strom via Sonnenpanels selber und da stört uns der leicht erhöhte Verbrauch nicht.

17. - 20. April 2022, Savoyeux - Port Saint Pierre

Seit dem letzten Sonntag sind wir jetzt wieder unterwegs. Es ist viel los auf der "Petite Saône". Bedingt durch Ostern, werden viele Kurztrips gebucht. Z.T. dauern die Aufenthalte dann nur 3 - 4 Tage. Ab nächster Woche wird es wieder viel ruhiger sein. 

Die Temperaturen während des Tages sind angenehm, auch wenn ständig die Bise von Norden weht. Morgens und abends braucht es dann aber dennoch etwas Holz im Ofen. Unser Holzvorrat ist gut ausgelegt, je nach Wetter füllen wir nach. Schwemmholz - auch gut trockenes - liegt in rauen Mengen herum. 

Eira und Sinah geniessen den 24-Stunden rundum Service und trotzdem, werde ich regelmässig beim Mittagsschlaf von Sinah "überfallen" - siehe Bild.

Die Szene auf dem letzten Bild ist typisch für die Mietbootfahrer. Da wird beim Schleusen oft so ungeschickt hantiert, dass alle Leuchten am Signal gleichzeitig aufleuchten. Damit geht beim Schleusen nichts mehr - zumindest, bis der Schleusenwärter benachrichtigt ist und das Wirrwarr wieder in Ordnung bringt. 

Am 20. April übernachten wir in Port Saint Pierre. Ein Name der nach grossem Hafen und vielen Schiffen tönt. Die Realität sieht ganz anders aus: ein Betonsteg, der gerade mal zwei Booten Platz bietet - ohne Strom und Wasser und sehr weit weg vom nächsten Dörfchen. Dafür ist's sehr ruhig. Wesentlich ruhiger als gestern abend in Mantoche. 


30. März bis 16. April 2022

Unsere Planung haben wir dann mal angepasst. Eigentlich wollten wir ab dem 23. März 2022 unterwegs sein. Da wir uns in der Schweiz ein Appartement zulegen, mussten wir kurzfristig wieder nach Hause, um diverse Formalitäten zu erledigen, eine Küchen- und Sanitäreinrichtung auszuwählen und um die Bodenbeläge festzulegen. Das dauert seine Zeit. Dazwischen haben wir noch die eine oder andere Geburtstagsfeier bestritten, lieben Kolleginnen und Kollegen bei Umbauten ausgeholfen und die Garage neu eingerichtet. Obwohl wir offiziell gar nicht zu Hause waren, quoll die Agenda über…;))

Am Ostersamstag, den 16. April starten wir jetzt mit einer neuen Anreise en France. Die Reiseroute haben wir ebenfalls angepasst. Wir nehmen den Weg über den Canal de Bourgogne. Unser Plan sieht vor, dass wir für die Route ca. 4 Monate unterwegs sind.

 

23. - 25. März 2022

Geplant ist, dass wir erst einmal bis im Juni unterwegs sein werden. Die Reiseroute entnehme man dem Plan weiter unten im Blog. Wir sind aber flexibel und passen uns je nach Situation an. 

Zuerst mussten wir uns mit dem vielen Saharastaub herumschlagen. Am letzten Wochenende hat's davon gehörig viel nach Europa geblasen. Die Araber sollten uns lieber Öl und Gas liefern und dafür den Sand in der Sahara behalten... ;-)). Zudem wären wir weniger auf die Rohstoffe des Kriegstreibers aus dem Osten angewiesen. 

Die Tage sind mit 20 Grad angenehm warm. Am Morgen und am Abend braucht es aber immer noch etwas Wärme aus dem Holzofen. Heute morgen hat das Thermometer 0 Grad angezeigt - mit Raureif auf dem ganzen Schiff. Bekanntlich gibt ja Holz mehrmals warm, was die Fotos beweisen. Die Holzreserven füllen wir uns am Ufer der Saône laufend auf. Da es während des letzten Monats gar nicht geregnet hat, ist herumliegendes Holz gut trocken. 

Zum zweitletzten Bild: Der Eigentümer dieses Bootes hat die Farbe erneuert und ist  bereit für das Einwassern. Die Frage, ob er denn jetzt noch das Unterschiff auf Vordermann bringe verneint er... ;-)). Bin mal gespannt, wie lange er mit seinem doch etwas "gebrauchten" Antrieb die Saison bestreiten wird. 

Zum letzten Bild: Eira und Sinah sind bereit für die Nacht, je in ihrem Körbchen. Das funktioniert soweit sehr gut. Man lässt sich gegenseitig leben. 




Planung für die Monate April, Mai und Juni 2022

 

Pläne können sich sehr rasch ändern. Je nach dem, wie der sinnlose Krieg in der Ukraine sich weiter entwickelt, sind wir unter Umständen schon bald wieder zu Hause... ;-(((

Affaire à suivre...


Savoyeux, 8. März 2022

Trotz strahlendem Sonnenschein ist es nach wie vor relativ kühl für die Jahreszeit. Die Aussentemperatur heute morgen: - 3.5 Grad. 

Eigentlich wollte ich noch aussen das Schiff reinigen. Daraus ist nichts geworden. Das Wasser auf dem Ponton ist noch nicht installiert und bei den tiefen Temperaturen macht Bootswäsche auch keinen Spass... ;-)) Morgen geht's zurück in die Schweiz.


Savoyeux, 7. März 2022

Es ist immer noch kühl - vor allem am Morgen. Heute zeigte das Thermometer in der Kabine 2.5 Grad! Nach dem Einfeuern in beiden Holzöfen steigt die Temperatur rasch auf 15 - 20 Grad. 

Obwohl während des ganzen Tages die Sonne scheint, zeigt das Thermometer am Mittag nicht mehr als 10 Grad. 

Im Hafen ist es sehr ruhig. Die Freizeitschiffer scheuen wahrscheinlich die Kälte... ;-)). 

Bei Saône-Plaisance wird gearbeitet. Heute stand unter anderem das Einwassern eins Bootes auf dem Plan. 

Die Petite Saône ist im Moment "en chômage". D.h. für Unterhaltsarbeiten sind die Schleusen ausser Betrieb. Ab dem 18. März wird der Betrieb wiederum aufgenommen. 


Savoyeux, 6. März 2022

Auf dem morgendlichen Spaziergang haben wir auf der Heckplattform einen Bisam beobachtet, der die ersten Sonnenstrahlen des Tages geniesst. Die Nacht war kalt. Am Morgen zeigt das Thermometer - 4 Grad. Am Abend fotografiere ich das selbe Tierchen dann in seinem Nachtlager - nahe an unserem Steg. Offensichtlich hat er sich an die winterliche Ruhe im Hafen gewöhnt und macht gar keine Anstalten, sich zu verstecken. Bei der Rückkehr der Freizeitschiffer ist es dann mit der Ruhe wieder vorbei. Im Moment ist es noch sehr ruhig. Ausser einem Briten, der das ganze Jahr auf seiner Peniche wohnt, sind wir die einzigen im gesamten Hafen. 

Auf dem dritten Bild ist auch ein Snaily zu sehen. Es handelt sich um das Vorgängermodell unseres Bootes. 

 


Savoyeux, 5. März 2022

Für ein verlängertes Wochenende bin ich in Savoyeux. Es gilt vor Saisonbeginn ein paar kleinere Arbeiten auszuführen. Alles aber immer je nach Temperatur und Wetter. Es ist nämlich relativ kühl. Am Mittag steigt die Temperatur auf knapp 10 Grad. Morgen früh ist mit Minustemperaturen zu rechnen. 

Die ganze Welt ist in Aufruhr. Eigentlich dachten alle, dass mit ausklingender Covid-Pandemie wieder etwas Normalität einkehrt. Es kam ganz anders. Putin hat am 24. Februar 2022 die Ukraine überfallen. Es herrscht Krieg in Europa. Putin erklärt den Russen, dass es sich um eine militärische Sonderaktion handelt. Eine Aktion die sich nur gegen militärische Einrichtungen in der Ukraine richte. Die Realität sieht anders aus. 

Die Auswirkungen dieses Krieges werden wir ALLE spüren. Bereits sind mehr als 1 Million Ukrainer in die umliegenden Länder geflüchtet. Die Treibstoffpreise sind explodiert. In Pontarlier habe ich heute beim Auftanken für einen Liter Diesel 1.899 Euros bezahlt! Das ist mit Abstand der höchste bisher je von mir bezahlte Dieselpreis... und die Preise werden allgemein weiter steigen. 

Sinah geniesst die Zeit, einmal das Sofa für sich alleine beanspruchen zu dürfen. 


Savoyeux 04. 02. 2022

Die Temperaturen sind mit 5 -6 Grad angenehm. Die Sonne zeigt sich allerdings während des ganzen Tages nicht. 

Im Hafen ist es sehr ruhig. Bis auf einen Engländer, der während des ganzen Jahres im Hafen wohnt ist kein Mensch weit und breit zu sehen. 

 

Heute waren zwei ausgedehnte Spaziergänge angesagt. Einmal zum Fluttor im Osten. Am Nachmittag ging es dann zum Tunnel auf der Westseite und zurück. Das tut sowohl dem Meister wie auch dem Vierbeiner gut. 

... nur ein Sheltie bewegt sich so...


Savoyeux 03. 02. 2022

Die Pandemie ist noch nicht vorbei und trotzdem lockern die Länder langsam die Massnahmen. Und das obwohl die Infektionszahlen in ganz Europa rekordverdächtig hoch sind. Die Omikron-Variante ist zwar hoch ansteckend aber der Krankheitsverlauf ist in den meisten Fällen sehr milde. Viele Infizierte zeigen keine Symptome und merken von der Ansteckung gar nichts. 

Im letzten Jahr konnte man nicht vor Mitte Juni nach Frankreich einreisen. In diesem Jahr ist es also wieder ohne Probleme möglich, allerdings wird ein gültiges Zertifikat verlangt. 

Der Kurztrip dient vor allem Kontrollzwecken: Trockener Kiel, dichte Fenster, geladene Batterien via Solarpanels, gut fixierte Taue. Alles ist i.o.

Meine "Assistentin" nimmt es von der lockeren Seite. Ich meinerseits streiche den Kasten unter der Treppe zur Küche neu. 

Die Temperaturen sind mit 8 Grad am Tag eher hoch für die Jahreszeit. Heizen muss man aber trotzdem, die Dämmung im Schiff ist halt eher für sommerliche Temperaturen ausgelegt. 

Frühjahr - Sommer 2022


16. - 18. Mai 2022, Tanlay - Tonnerre - Schleuse 102 -103

 

Die Temperaturen sind immer noch sehr hoch. Regelmässig gibt's um die 30 Grad. Niederschläge sind keine in Sicht. In Tanlay fotografieren wir einen umgebauten Lastkahn und fragen uns wie lange die Equipe schon hier liegt. Die Antwort ergibt sich nach einem Blick auf das bzw. die Stromkabel - es sind nämlich sogar deren zwei - von selber. So eingewachsen, wie die sind liegt das Schiff seit mehreren Wochen an dieser Stelle. Der Grund ist ebenfalls rasch gefunden. Es fallen keine Liegegebühren an und Strom und Wasser gibt's obendrein noch kostenlos dazu. "Dauermieter" dieser Art besetzen leider immer die schönsten Anlegestellen. Wer nur für eine Nacht liegen möchte, hat das Nachsehen. 

Am 17. Mai war dann noch der Geburtstag des Schreibenden. Das Alter entnehme man bitte dem Foto. 

Heute galt es, die zweite Strecke (Schleuse 98Y - 102Y) mit dem sehr starken Pflanzenbefall in Angriff zu nehmen. Die Bilder sprechen für sich. Die geringe Wassertiefe in Kombination mit den Wasserpflanzen bedingte auch die Anpassung der Geschwindigkeit.  In die Schleuse 99Y sind wir nur mit viel Muskelkraft hineingekommen (siehe Clip). An der Schleuse 100Y musste dann sogar ein Bagger eingreifen (siehe Clip). Ab der Schleuse 102Y verbessert sich die Situation massiv. Am Abend ist sogar ein Bad ohne Fango möglich... ;-))


12. - 15. Mai 2022, Montbard - Buffon - Ancy le Franc - Tanlay

Es ist zu heiss für den Monat Mai. Seit Buffon schleusen wir mit dem Boot KADA von Kathrin und Albert. Solche "Fahrgemeinschaften" ergeben sich meistens zufällig und können je nach Planung der Schiffs-Equipen mehr oder weniger lange dauern. 

Zwischen den Schleusen 75Y und 79Y haben wir uns mit den "Plantes aquatiques" herumgeschlagen. Je nach Kanalabschnitt ist der Pflanzenbefall heftig bis sehr heftig. Die Equipe der KADA musste sogar ins Wasser, um die Schraube vom Kraut zu befreien. An einigen Schleusen war die schwimmende Pflanzenschicht so dick, dass wir die Boote von Hand und per Seil in die Schleuse bugsieren mussten. Das ist für alle Beteiligten eine grosse Zusatzarbeit. Was man sagen muss, die Schleusenwärter haben sich alle erdenkliche Mühe gegeben, damit wir doch einigermassen vorwärtsgekommen sind. An einigen Stellen wird zwar von einer externen Firma versucht, maschinell einzugreifen, dass ist aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein, wenn man bedenkt, dass die Pflanzen locker 20 cm pro Tag wachsen. Die warmen Temperaturen fördern das Wachstum zusätzlich.

Von Zeit zu Zeit treffen wir auf nicht oder schlecht unterhaltene Boote. Das eine oder andere kommt dabei dann schon mal in "Schieflage" und ist wahrscheinlich nur mehr schwer in Betrieb zu nehmen. 


9. - 11. Mai 2022, Pouillenay - Veneray les Laumes

Mit der Ankunft in Veneray les Laumes haben wir die Schleusenkette hinter uns gelassen. Ab jetzt werden die Distanzen zwischen den einzelnen Schleusen wiederum merklich grösser. Laut den "Avis de Batellerie" von VNF werden wir es aber vermehrt mit Kraut im Wasser zu tun bekommen. Schaun wir mal, was uns da alles erwartet. 

Die Touristiker lassen sich sich doch noch etwas einfallen. Entlang des Kanals wurden verschiedene kleine Häuschen für Ferienaufenthalte erstellt. (Les Lodges du Canal de Bourgogne). Der Reservationsplan zeigt eine recht gute Auslastung. 

Am Montag haben wir von Pouillenay aus das kleine Dörfchen Lavigny sur Oozerain besucht. In der früheren Benediktinerabtei werden auf der Basis von Anis Bonbons und viele andere Köstlichkeiten hergestellt. Wir haben und dann allerdings für den Zitronengeschmack entschieden. Anis ist nicht jedermanns Sache... ;-)).

Kleines Detail nur so nebenbei: eigentlich ist das Dörfchen verkehrsfrei. In der Realität stehen nicht weniger Autos herum als in jedem anderen französischen Dorf.

In Veneray les Laumes liegen wir zwei Tage. Hier gibt gute Einkaufsmöglichkeiten. Allerdings sind diese recht weit vom Hafen entfernt. Mit unserem Roller ist das aber kein Problem. 

Zum Wetter:

Es ist sehr warm geworden. Die 30-Grad-Marke haben wir am 11. Mai schon mal geknackt. Wenn sich keine Regenperiode einstellt, befinden wir uns schon bald in einer massiven "Secheresse". Für die kommende Woche sind steigende Temperaturen angesagt. 


6. - 8. Mai 2022, Vandenesse - Pouilly - Pont Royal - Marigny

Nach Vandenesse haben wir zuerst einmal den Tunnel von Pouilly en Auxois (3.3 km) zu bewältigen. Der Tunnel wurde von 1825 - 1832 gebaut. Bis 1987 war ein elektrisch betriebener Schlepper (le toueur) in Betrieb. Mittels einer Kette, die durch den gesamten Tunnel auf dem Kanalboden geführt wird, wurden die Frachtschiffe gezogen. 

Nach einer Nacht in Pouilly liegen wir zwei Nächte in Pont Royal. Hier haben wir schon vor 25 Jahren angelegt. Am Sonntag, den 8. Mai legen wir in Marigny an. Mittlerweile sind wir in der Schleusenkette in Richtung Venarey les Laumes unterwegs. Das heisst alle paar hundert Meter eine Schleuse (siehe Karte). Auf einer Strecke von 12 km sind das 36 Schleusen. Dabei wird man von einer Schleuser-Equipe bestehend aus 3 Leuten begleitet. 

Noch ein Wort zum Wetter: Die Temperaturen sind angenehm. Der Tag beginnt zwar jeweils etwa kühl. Am Nachmittag steigen die Temperaturen dann über die 20 Grad Marke. Für die kommende Woche werden sommerliche Werte prognostiziert. 


2. - 5. Mai 2022, Schleuse 34 - Vandenesse

Die Woche hat "gut" angefangen. Am Montag um 09.00 Uhr waren wir bei der Schleuse 33 angemeldet. Nichts ahnend haben wir uns an die reservierte Zeit gehalten. Um 09.30 Uhr ist weit und breit noch kein Schleuser zu sehen. Wir rufen bei der Zentrale an. Der Telefonbeantworter meldet sich. Man solle eine Message hinterlassen. Wir warten, das hinterlassen einer Nachricht bringt nämlich nichts. Das kennen wir aus Erfahrung. 09.45 Uhr, wir rufen wiederum bei der Zentrale an. Der Anruf wird umgeleitet zum Chef des Schleusensektors. Fazit: Die haben uns vergessen. Es seien viele Hotelschiffe unterwegs und VNF hätte zu wenig Personal. Die Aushilfen starten zwar an diesem Montag, müssten aber zuerst "ausgebildet" werden. Ich mache ihm den Vorschlag, in die Schleuse einzufahren, die Tore auf der Talseite selber zu schliessen und uns durch den Courant hochfahren zu lassen. Der Courant (Bild 1) sorgt dafür, dass der Abschnitt bis zur nächsten Schleuse laufend mit Wasser versorgt wird. Wir haben dann mit unserem Schraubenschlüssel etwas "nachgeholfen", ansonsten hätte eine Schleusung bis zum Mittag gedauert... ;-)). Die nächste Schleuse befahren wir nach dem Mittagessen nach demselben System. Unser Schraubenschlüssel bewährt sich. Um 14.00 Uhr rufen wir wiederum in der Zentrale an. Die Aushilfen sind immer noch in Ausbildung aber man werde uns jemanden schicken, der bereits im letzten Jahr bei VNF ausgeholfen hat. Und tatsächlich kurz darauf fährt eine Dame mit dem Roller an und das richtige Schleusen kann beginnen. Ergänzung am Rande: einen Tag später standen zeitweise 4 Mitarbeiter von VNF an der Schleuse. Organisation à la methode française. 

Teilweise sind Kanalabschnitte Canal de Bourgogne bereits auf bedenklich niedrigem Niveau. Wir haben anfangs Mai. Wie wird die Situation wohl im Juli aussehen?

Zum Schluss: In Vandenesse liegt das Hotelschiff "Grand Cru" von der Firma "Elegant Waterways". Luxus pur und das alles in schwimmender Form. Der Preis  für 8 Personen (5 Übernachtungen) beträgt satte 68'000 Dollar!!! Für dieses Gästesegment spielt Geld wahrscheinlich gar keine Rolle.

 


28. April - 1. Mai 2022, Dijon - Schleuse 34

Die Strecke Dijon - Schleuse 34 legen wir in 2 Tagen zurück. Bei der Schleuse 34 bleiben wir für 3 Nächte liegen. Einerseits besorgen wir die Wäsche und andererseits sind am 1. Mai alle Schleusen geschlossen. Am Montag, den 2. Mai geht's dann weiter. Bisher hat uns die Pflanzenplage relativ wenige Probleme gemacht. Auf der anderen Seite des Kanals, im Abstieg zur Yonne soll es auf zwei Abschnitten wesentlich mehr Probleme geben. Die Info haben wir aus den "Avis de Batellerie" der VNF und von unseren Kollegen Bea und Köbi, die etwa 2 Wochen vor uns sind. Schaun wir mal was uns da erwartet. 

Auf dem Bild 1 sieht man eine Peniche in der Schleuse. Auf dem Canal de Bourgogne ist das eine absolute Ausnahme. Der Frachtverkehr wurde bereits vor Jahren eingestellt. Die vielen Schleusen und die z.T. geringe Wassertiefe sind den Frachtschiffen gar nicht dienlich.

Die arme Kreatur auf dem Bild zwei haben wir an einer Schleuse fotografiert. Leider gibt's den Hofhund an der Kette immer noch. 

Für 3 Nächte liegen wir an der Schleuse 34 bei Urs Gysin. Neben einer gut ausgerüsteten Anlegestelle vermietet Urs eine Gite und die Unterkunft auf dem "Le Lavoir". Beide Unterkünfte können online gebucht werden. Wer Abgeschiedenheit und Ruhe sucht, ist an dieser Adresse genau richtig. 

Die Tage beginnen jeweils recht kühl mit 2 - 3 Grad. Während des Tages wird es zwar wärmer, die Bise verordnet dann aber doch noch das Trage eines Pullovers.


25. - 27. April 2022, St. Jean de Losne - Dijon

Am Montag verlassen wir St. Jean de Losne nach einem recht verregneten Wochenende. Dem ist aber gut so, es ist nämlich sehr trocken und für die Navigation benötigen wir nämlich auch noch Wasser. 

Der Canal de Bourgogne wird häufig von Hotelschiffen befahren. Es scheint, als ob sie das Frühjahr nutzen wollen, da sich der Pflanzenwuchs im Kanal noch in Grenzen hält. Allerdings muss man sagen, dass noch jede Menge geschnittene Pflanzen im Wasser schwimmen. Vor allem vor den Schleusen sammelt sich damit eine Unmenge Unrat. Die Ausfahrt ist je nach Schleuse erschwert, weil man oft nur erahnen kann, welche Fremdkörper der Schraube übel zusetzen könnten. Es wäre eigentlich ein Einfaches, das Grünzeug inkl. Unrat zu beseitigen. VNF tut aber in dieser Hinsicht rein gar nichts. Wie die Fotos zeigen, macht der Anblick in touristischer Hinsicht keine gute Werbung. 

Im Hafen von Dijon wimmelt es von Vogel-Getier. Vor allem Gänse und Enten spazieren mit ihren Jungen im Hafen herum.

Heute haben wir ein DAB+ Radio installiert - verbunden mit dem Lautsprechersystem im ganzen Schiff. In grossen Städten funktioniert das DAB+ System, aber bereits in den nächsten Tagen wenn wir wieder in der Pampa sitzen, wird's mit dem digitalen Signal vorbei sein. Die Franzosen konzentrieren sich beim beim Ausbau auf die grossen Städte und deren Agglomerationen. Die ländlichen Gebiete folgen später - wenn den überhaupt... ;-))

PS: Am vergangenen Wochenende wurde in Frankreich Emanuel Macron für eine zweite Amtszeit wiedergewählt (58 %). Seine rechtspopulistische Gegnerin, Marine Le Pen,  erreichte 42 % der Stimmen. Im Vergleich zur Wahl 2017 hat sie sich verbessert, die Prognosen sagten sogar ein noch besseres Resultat voraus. Für Frankreich und vor allem für Europa wäre Le Pen eine schlechte Wahl gewesen. Ihr europafeindlicher Kurs ist gerade in der jetzigen Kriegssituation in der Ukraine pures Gift. Putin wäre das sehr gelegen gekommen. 


21. - 24. April 2022, Port St. Pierre - St. Jean de Losne

Weit sind wir noch nicht gekommen, aber das ist ja auch nicht das Ziel der Sache. Seit dem 22. April sind wir in St. Jean de Losne. Hier waren wir bis vor 3 Jahren stationiert. Da das Wetter sich eher von der windig-feuchten Seite zeigt, sind wir liegen geblieben. Morgen soll es dann in den Canal de Bourgogne gehen. Noch im letzten Sommer war der "Gare d'Eau" stark mit Wasserpflanzen bewachsen. Zeitweise gab es gar kein Vorwärtskommen mehr per Boot. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan. In einer ersten Phase wurde das lästige Grünzeug wie Heu geschnitten. Mittlerweile laufen vier Aktionen um der Plage Herr zu werden - siehe Bild 1.

  1. Mit drei "Luftvorhängen" (rideau de bulles) am Hafeneingang wird die Weiterverbreitung der Pflanzen auf der Saône verhindert.
  2. Eine biologische Behandlung soll das Wachstum einschränken.
  3. Mehr Sauerstoff. Dadurch sollen sich die Bakterien entwickeln und das Pflanzenwachstum eindämmen.
  4. Weniger Sonnenlicht. Ein natürlicher Farbstoff im Wasser soll das Sonnenlicht einschränken und damit das Wachstum bremsen.

Fazit der ganzen Übung: Wir sind erstaunt, wie wenige Pflanzen im Moment noch vorhanden sind. Das Wasser ist dunkel-blau-grün eingefärbt und sieht sehr frisch und "gesund" aus. Der Grund des Hafenbeckens ist nicht mehr sichtbar und damit kann das Sonnenlicht nicht mehr viel zum Wachstum beitragen. Wenn die Situation über den Sommer so bleibt, ist der Hafen in allen Bereichen ohne Einschränkung befahrbar. 

 

Die restlichen Bilder zeigen die folgenden Situationen:

  • Eira nimmt auch schon mal beide Hundekörbe in Beschlag. Eigentlich habe ich sie nur aufeinander gestellt um Staub zu saugen. 
  • Unser aktueller Nachbar hat seine Sonnenpanels wintersicher festgezurrt und dabei nicht daran gedacht, dass sich die Leistung massiv verringert.
  • Das abgebildete Fahrzeug steht offensichtlich schon sehr lange auf dem öffentlichen Parkplatz. Sogar die Stossstange setzt Moosbewuchs an.
  • Man möchte meinen, dass wir mindestens 5-6 Personen an Bord sind. Alle Steckplätze sind nämlich mit Ladegeräten belegt. Aus energietechnischen Gründen sollte man sie bei Nichtgebrauch aus der Steckdose entfernen - ich weiss - das Ganze hat aber den Vorteil, dass man die Dinger nicht jedesmal suchen muss. Zudem produzieren wir unseren Strom via Sonnenpanels selber und da stört uns der leicht erhöhte Verbrauch nicht.

17. - 20. April 2022, Savoyeux - Port Saint Pierre

Seit dem letzten Sonntag sind wir jetzt wieder unterwegs. Es ist viel los auf der "Petite Saône". Bedingt durch Ostern, werden viele Kurztrips gebucht. Z.T. dauern die Aufenthalte dann nur 3 - 4 Tage. Ab nächster Woche wird es wieder viel ruhiger sein. 

Die Temperaturen während des Tages sind angenehm, auch wenn ständig die Bise von Norden weht. Morgens und abends braucht es dann aber dennoch etwas Holz im Ofen. Unser Holzvorrat ist gut ausgelegt, je nach Wetter füllen wir nach. Schwemmholz - auch gut trockenes - liegt in rauen Mengen herum. 

Eira und Sinah geniessen den 24-Stunden rundum Service und trotzdem, werde ich regelmässig beim Mittagsschlaf von Sinah "überfallen" - siehe Bild.

Die Szene auf dem letzten Bild ist typisch für die Mietbootfahrer. Da wird beim Schleusen oft so ungeschickt hantiert, dass alle Leuchten am Signal gleichzeitig aufleuchten. Damit geht beim Schleusen nichts mehr - zumindest, bis der Schleusenwärter benachrichtigt ist und das Wirrwarr wieder in Ordnung bringt. 

Am 20. April übernachten wir in Port Saint Pierre. Ein Name der nach grossem Hafen und vielen Schiffen tönt. Die Realität sieht ganz anders aus: ein Betonsteg, der gerade mal zwei Booten Platz bietet - ohne Strom und Wasser und sehr weit weg vom nächsten Dörfchen. Dafür ist's sehr ruhig. Wesentlich ruhiger als gestern abend in Mantoche. 


30. März bis 16. April 2022

Unsere Planung haben wir dann mal angepasst. Eigentlich wollten wir ab dem 23. März 2022 unterwegs sein. Da wir uns in der Schweiz ein Appartement zulegen, mussten wir kurzfristig wieder nach Hause, um diverse Formalitäten zu erledigen, eine Küchen- und Sanitäreinrichtung auszuwählen und um die Bodenbeläge festzulegen. Das dauert seine Zeit. Dazwischen haben wir noch die eine oder andere Geburtstagsfeier bestritten, lieben Kolleginnen und Kollegen bei Umbauten ausgeholfen und die Garage neu eingerichtet. Obwohl wir offiziell gar nicht zu Hause waren, quoll die Agenda über…;))

Am Ostersamstag, den 16. April starten wir jetzt mit einer neuen Anreise en France. Die Reiseroute haben wir ebenfalls angepasst. Wir nehmen den Weg über den Canal de Bourgogne. Unser Plan sieht vor, dass wir für die Route ca. 4 Monate unterwegs sind.

 

23. - 25. März 2022

Geplant ist, dass wir erst einmal bis im Juni unterwegs sein werden. Die Reiseroute entnehme man dem Plan weiter unten im Blog. Wir sind aber flexibel und passen uns je nach Situation an. 

Zuerst mussten wir uns mit dem vielen Saharastaub herumschlagen. Am letzten Wochenende hat's davon gehörig viel nach Europa geblasen. Die Araber sollten uns lieber Öl und Gas liefern und dafür den Sand in der Sahara behalten... ;-)). Zudem wären wir weniger auf die Rohstoffe des Kriegstreibers aus dem Osten angewiesen. 

Die Tage sind mit 20 Grad angenehm warm. Am Morgen und am Abend braucht es aber immer noch etwas Wärme aus dem Holzofen. Heute morgen hat das Thermometer 0 Grad angezeigt - mit Raureif auf dem ganzen Schiff. Bekanntlich gibt ja Holz mehrmals warm, was die Fotos beweisen. Die Holzreserven füllen wir uns am Ufer der Saône laufend auf. Da es während des letzten Monats gar nicht geregnet hat, ist herumliegendes Holz gut trocken. 

Zum zweitletzten Bild: Der Eigentümer dieses Bootes hat die Farbe erneuert und ist  bereit für das Einwassern. Die Frage, ob er denn jetzt noch das Unterschiff auf Vordermann bringe verneint er... ;-)). Bin mal gespannt, wie lange er mit seinem doch etwas "gebrauchten" Antrieb die Saison bestreiten wird. 

Zum letzten Bild: Eira und Sinah sind bereit für die Nacht, je in ihrem Körbchen. Das funktioniert soweit sehr gut. Man lässt sich gegenseitig leben. 




Planung für die Monate April, Mai und Juni 2022

 

Pläne können sich sehr rasch ändern. Je nach dem, wie der sinnlose Krieg in der Ukraine sich weiter entwickelt, sind wir unter Umständen schon bald wieder zu Hause... ;-(((

Affaire à suivre...


Savoyeux, 8. März 2022

Trotz strahlendem Sonnenschein ist es nach wie vor relativ kühl für die Jahreszeit. Die Aussentemperatur heute morgen: - 3.5 Grad. 

Eigentlich wollte ich noch aussen das Schiff reinigen. Daraus ist nichts geworden. Das Wasser auf dem Ponton ist noch nicht installiert und bei den tiefen Temperaturen macht Bootswäsche auch keinen Spass... ;-)) Morgen geht's zurück in die Schweiz.


Savoyeux, 7. März 2022

Es ist immer noch kühl - vor allem am Morgen. Heute zeigte das Thermometer in der Kabine 2.5 Grad! Nach dem Einfeuern in beiden Holzöfen steigt die Temperatur rasch auf 15 - 20 Grad. 

Obwohl während des ganzen Tages die Sonne scheint, zeigt das Thermometer am Mittag nicht mehr als 10 Grad. 

Im Hafen ist es sehr ruhig. Die Freizeitschiffer scheuen wahrscheinlich die Kälte... ;-)). 

Bei Saône-Plaisance wird gearbeitet. Heute stand unter anderem das Einwassern eins Bootes auf dem Plan. 

Die Petite Saône ist im Moment "en chômage". D.h. für Unterhaltsarbeiten sind die Schleusen ausser Betrieb. Ab dem 18. März wird der Betrieb wiederum aufgenommen. 


Savoyeux, 6. März 2022

Auf dem morgendlichen Spaziergang haben wir auf der Heckplattform einen Bisam beobachtet, der die ersten Sonnenstrahlen des Tages geniesst. Die Nacht war kalt. Am Morgen zeigt das Thermometer - 4 Grad. Am Abend fotografiere ich das selbe Tierchen dann in seinem Nachtlager - nahe an unserem Steg. Offensichtlich hat er sich an die winterliche Ruhe im Hafen gewöhnt und macht gar keine Anstalten, sich zu verstecken. Bei der Rückkehr der Freizeitschiffer ist es dann mit der Ruhe wieder vorbei. Im Moment ist es noch sehr ruhig. Ausser einem Briten, der das ganze Jahr auf seiner Peniche wohnt, sind wir die einzigen im gesamten Hafen. 

Auf dem dritten Bild ist auch ein Snaily zu sehen. Es handelt sich um das Vorgängermodell unseres Bootes. 

 


Savoyeux, 5. März 2022

Für ein verlängertes Wochenende bin ich in Savoyeux. Es gilt vor Saisonbeginn ein paar kleinere Arbeiten auszuführen. Alles aber immer je nach Temperatur und Wetter. Es ist nämlich relativ kühl. Am Mittag steigt die Temperatur auf knapp 10 Grad. Morgen früh ist mit Minustemperaturen zu rechnen. 

Die ganze Welt ist in Aufruhr. Eigentlich dachten alle, dass mit ausklingender Covid-Pandemie wieder etwas Normalität einkehrt. Es kam ganz anders. Putin hat am 24. Februar 2022 die Ukraine überfallen. Es herrscht Krieg in Europa. Putin erklärt den Russen, dass es sich um eine militärische Sonderaktion handelt. Eine Aktion die sich nur gegen militärische Einrichtungen in der Ukraine richte. Die Realität sieht anders aus. 

Die Auswirkungen dieses Krieges werden wir ALLE spüren. Bereits sind mehr als 1 Million Ukrainer in die umliegenden Länder geflüchtet. Die Treibstoffpreise sind explodiert. In Pontarlier habe ich heute beim Auftanken für einen Liter Diesel 1.899 Euros bezahlt! Das ist mit Abstand der höchste bisher je von mir bezahlte Dieselpreis... und die Preise werden allgemein weiter steigen. 

Sinah geniesst die Zeit, einmal das Sofa für sich alleine beanspruchen zu dürfen. 


Savoyeux 04. 02. 2022

Die Temperaturen sind mit 5 -6 Grad angenehm. Die Sonne zeigt sich allerdings während des ganzen Tages nicht. 

Im Hafen ist es sehr ruhig. Bis auf einen Engländer, der während des ganzen Jahres im Hafen wohnt ist kein Mensch weit und breit zu sehen. 

 

Heute waren zwei ausgedehnte Spaziergänge angesagt. Einmal zum Fluttor im Osten. Am Nachmittag ging es dann zum Tunnel auf der Westseite und zurück. Das tut sowohl dem Meister wie auch dem Vierbeiner gut. 

... nur ein Sheltie bewegt sich so...


Savoyeux 03. 02. 2022

Die Pandemie ist noch nicht vorbei und trotzdem lockern die Länder langsam die Massnahmen. Und das obwohl die Infektionszahlen in ganz Europa rekordverdächtig hoch sind. Die Omikron-Variante ist zwar hoch ansteckend aber der Krankheitsverlauf ist in den meisten Fällen sehr milde. Viele Infizierte zeigen keine Symptome und merken von der Ansteckung gar nichts. 

Im letzten Jahr konnte man nicht vor Mitte Juni nach Frankreich einreisen. In diesem Jahr ist es also wieder ohne Probleme möglich, allerdings wird ein gültiges Zertifikat verlangt. 

Der Kurztrip dient vor allem Kontrollzwecken: Trockener Kiel, dichte Fenster, geladene Batterien via Solarpanels, gut fixierte Taue. Alles ist i.o.

Meine "Assistentin" nimmt es von der lockeren Seite. Ich meinerseits streiche den Kasten unter der Treppe zur Küche neu. 

Die Temperaturen sind mit 8 Grad am Tag eher hoch für die Jahreszeit. Heizen muss man aber trotzdem, die Dämmung im Schiff ist halt eher für sommerliche Temperaturen ausgelegt.