Frühjahr - Sommer - Herbst 2022


22. - 20. September 2022

Es ist Herbst geworden. Man merkt die Veränderung an den kühleren Temperaturen und an den kürzer werdenden Tagen. 

Seit zwei Tagen regnet es mehr oder weniger ununterbrochen. Die Niederschläge werden dringend benötigt. Unsere Holzöfen sind geputzt und einsatzbereit, die Holzvorräte sind aufgefüllt. 

Während der ersten 4 Tage fahren wir nach Gray und zurück. Auf der Rückreise fahren wir gemeinsam mit der Equipe VLALJAK. Es sind noch relativ viele Mietboote unterwegs. Für einige der Crews werden am Schluss happige Kosten zu bezahlen sein. In Gray lässt z.B. einer während der ganzen Nacht seine Dieselheizung laufen. Abgerechnet wird am Schluss laut der Anzahl Motor- und Heizstunden. Bei den aktuellen Dieselpreisen läppert sich da nebst den Motorstunden in einer Woche ein schönes Sümmchen zusammen. Laut den AGB's sind z.B. bei LeBoat Stundenansätze ab 12 Euros - je nach Grösse des Bootes - üblich. Rechnungsbeispiel für ein kleines Boot in einer Woche: 30 Stunden Fahrzeit und 20 Stunden Heizung. Bei einem minimalen Stundenansatz von 12 Euros, ergibt das Zusatzkosten von 600 Euros!

In der Schleuse Verreux hat es ein Mieter geschafft, bei der Ausfahrt den Mechanismus für die Einfahrt zu betätigen und dies obwohl in grossen Lettern das Drehen der Stange bei der Ausfahrt "verboten" wird. Damit stand für uns der ganze Schleusenablauf still. Nach 30 Minuten versetzt sich dann die Schleuse in den Ausgangszustand und wir können ebenfalls schleusen. Leider gibt es immer noch zu viele sehr unbedachte Mieter, die sich um jede Vorschrift foutieren. 

In Gray treffen wir einen Engländer, der sich eine Windanlage "fait maison" konstruiert hat. Ob die im Ernstfall auch funktioniert können wir im Moment der Fotoaufnahme nicht feststellen. Es ist leider windstill.

Morgen fahren wir für das Wochenende zurück in die Schweiz. Ab dem kommenden Montag sind wir dann wiederum en France unterwegs. Geplant ist, dass wir in Richtung St. Jean de Losne fahren werden. 


27. - 29. Juli 2022, Savoyeux

Am 27. Juli 2022 steuern wir wiederum unseren Heimathafen Savoyeux an. Damit schliesst sich der Kreis unserer Sommerreise 2022. Eigentlich wollten wir noch unterhalb von Savoyeux im Grünen übernachten. Alle "Liegeplätze" im Schatten waren aber besetzt. Im Moment sind viele Mietboote unterwegs und die suchen genau wie wir nach schattigen Plätzen. 

Am 27. Juli erleben wir dann noch einen unliebsamen Vorfall. Aus Unachtsamkeit hüpft mein Telefon aus der Seitentasche der Hose und verabschiedet sich mit Schwung ins Hafenbecken von Savoyeux. Marianne hat mich immer wieder gewarnt, dass die Seitentasche, nur mit zwei Knöpfen gesichert, sehr unsicher sei. Sie sollte also recht behalten... einmal mehr! Wie das in Hafenbecken üblich ist, besteht der Grund aus viel Schlamm und Dreck (30 - 40 cm) und den überall vorhandenen Wasserpflanzen. Ein erstes Abtasten des undefinierbaren Bodens mit den Füssen in 1.8 - 2.0m Tiefe, lies die Chance auf ein Wiederfinden des Gerätes als aussichtslos erscheinen. Verlorene Gegenstände versinken nämlich sehr rasch im Schlick. Zudem entspricht die Stelle wo sie eintauchen nie dem Ort an dem sie letztendlich zum Liegen kommen. Plan B hiess dann Taucherausrüstung herausholen und den Grund mit den Händen "abtasten". Die Sicht im Hafenbecken von Savoyeux ist im Moment gleich Null. Mit einem Riesenglück kann ich das Gerät dann doch noch im Schlick ertasten und bergen. Insgesamt lag das Teil aber trotzdem ca. 40 Minuten in 2 Metern Tiefe. Wie gut die Elektronik noch funktioniert, wird sich erst später zeigen. Das Ding ist nämlich ganz und gar nicht für's Tauchen optimiert. Jetzt liegt es im Reis und gibt die Feuchtigkeit von sich. 

Am 29. Juli fahren wir für ein paar Wochen zurück in die Schweiz. Die Monate September und Oktober wollen wir dann mit hoffentlich etwas weniger hohen Temperaturen wieder auf dem Schiff verbringen.

 

Fazit Sommer 2022: 

  • 1000 km mit etwas mehr als 400 Schleusen
  • 3 Hitzewellen mit Temperaturen gegen 40 Grad
  • 2 Regentage (nur!)
  • Sich stark ausbreitende Wasserpflanzen an sehr vielen Orten auf allen Kanälen
  • Schwindende Wasserstände bedingt durch die Trockenheit
  • Geschlossene Kanäle und Kanalabschnitte - bedingt durch Wassermangel und mangelnden Unterhalt
  • Zu viele Mietboote, die das Navigieren leider nicht im Griff haben

Insgesamt hatten wir während 3 1/2 Monaten eine sehr gute Zeit. Technisch hat auf dem JLB alles ausgezeichnet funktioniert. Im Gegensatz zu 2021 hatten wir immer eine trockene Bilge. 


23. - 26. Juli 2022, Gray (3x)

Die Temperaturen steigen wieder. Gewitter werden zwar vorausgesagt, in der Realität hat's aber keinen Tropfen Regen gegeben. Es herrscht effektiv weit verbreitet "La Secheresse". Immer mehr Kanäle sind nur mit Einschränkungen oder gar nicht mehr befahrbar. Das Biefe "Mambray" auf dem Lateral wurde auf 75 cm abgesenkt. Tonnere - Migennes auf dem Bourgogne ist gesperrt: Wassermangel. Champagne und Voges sind ebenfalls zu. Die Passage von Norden nach Süden ist im Moment einzig noch über den Nivernais möglich. Die Kanalabschnitte wurden aber z.T. auch hier abgesenkt. Die Pflanzenplage erschwert die Navigation.

Böse gestaunt haben wir vor drei Tagen beim Verlassen der Schleuse Heuilley auf der Saône. Im Kanalabschnitt bis nach Apremont fehlen 80 - 100 cm Wasser (siehe Fotos)! Wir hatten bisher schon einige Kanalabschnitte mit reduziertem Wasserstand passiert. In diesem Fall handelt es sich aber um eine Strecke von 15 km auf dem Fluss. Was ist vorgefallen? Unsere Vermutung, dass ein Problem auf dem Wehr von Heuilley der Grund sein muss wurde dann von VNF bestätigt. Anscheinend habe sich bedingt durch ein Gewitter eine Absperrung am Wehr unbeabsichtigt geöffnet...! Diese Aussage erscheint mir vorgeschoben. Wenn VNF während 12 Stunden nicht bemerkt, dass sich ein Flussabschnitt (!) um einen Meter absenkt, fehlt es eindeutig an der von VNF immer so hochgelobten Überwachung der Wassersituation. Da hat schlichtweg jemand seine Arbeit nicht gemacht! Die Millionen von Kubikmetern Wasser zum Auffüllen des Teilstücks werden in Anbetracht der herrschenden Dürre an anderer Stelle fehlen. 

In Gray treffen wir auf Petra und Manfred. Eigentlich wollten sie über den Canal de Voges in Richtung Norden. Daraus wurde nichts. Gemeinsam essen wir im "La Petite Fontaine". Das 2CV-Cabriolet haben wir auf dem Parkplatz des Restaurants im Bild festgehalten. 

Zurück zu den Temperaturen... Wir haben uns jetzt ein Klimagerät zugelegt. Bei 38 Grad in der Kabine kommt man schlecht zu Ruhe. Das Ding ist sehr effizient und läuft erstaunlich ruhig. Der Standort ist noch provisorisch und bedarf einer vertieften "Studie".


16. - 22. Juli 2022, Fragnes, PK 181 (2x), Canal de Bourgogne (2x), Auxonne, PK 237, Pontailler

Während der letzten Woche war es effektiv zu heiss, um sich an den PC zu setzen und Blog zu schreiben. Vor allem die zwei Tage im Bourgogne hatten es in sich. Obwohl wir am dem Nachmittag im Schatten lagen, war es auf und im Schiff drückend heiss. Die Temperaturen haben gefühlt immer wieder in Richtung 38 - 40 Grad gezeigt.

Auf der Saône ist wieder wesentlich mehr los. Vor allem Mietboote sind ab den Basen St. Jean de Losne, Pontailler und Savoyeux unterwegs. Darunter gibt es etliche, die effektiv fahrlässig handeln. So sind z.B. ab Pontailler um 19.30 Uhr während des Gewitters zwei Boote in Richtung Saône losgefahren. Entweder sind wir zu vorsichtig oder die Mietboote können die Wetterphänomene besser einschätzen als wir mit mittlerweile 30 Jahren Bootserfahrung... ;-(((

Oberhalb von St. Jean haben wir uns mit Francine und Jean Pierre zum Mittagessen getroffen. Besten Dank für die Einladung. 

In der Schleuse Auxonne hatten wir eine unrühmliche "Begegnung" mit einem sehr "freundlichen" Bootsfahrer - einem Eigentümer (kleine Vedette mit weissem Beiboot, mit dem Namen Baron d'Ecluse). Auf der Strecke von St. Jean nach Auxonne hat er uns überholt. Nachdem er in die Schleuse eingefahren ist haben wir soweit aufgeschlossen, dass bis zur Schleusentüre noch knappe 4 - 5 Meter fehlten. Dem Idioten fiel in diesem Moment nichts Schlaueres ein, als die blaue Stange zu betätigen und die Schliessung der Tore auszulösen. Unser Kompressor betriebenes Horn hat für einige Zeit auf Maximalbetrieb geschaltet... Für uns hiess es Vollbremsung und dann langes Warten, da talwärts auch noch ein Boot angemeldet war. 

Für solche Leute haben wir absolut kein Verständnis. Leider gibt es in der Navigation nebst sehr vielen zuvorkommenden Equipen eben auch die absoluten Egoisten. In Auxonne hätte ich den Eigner gerne nach seiner Motivation gefragt. Leider verkroch er sich in seinem Boot und lies sich nirgends blicken. Aber, die Zeit für ein entsprechendes Feedback wird kommen. Vor allem in der Navigation sieht man sich immer mindestens zweimal... ;-))).

PS: Die Rostlaube auf den letzten Bildern ist für 50'000 Euros zu haben. Unser Fazit: Schrott gibt's für wesentlich weniger Geld zu kaufen...


09. - 15. Juli 2022, Montchanin, St. Julien, Santenay, Chagny (3x)

Seit der Kanal in Palinges unterbrochen ist, sind wir mehr oder weniger alleine unterwegs. Aus Norden gibt's nämlich kein Weiterkommen und auf der Südseite halten die Nachrichten von VNF die Schiffersleute davon ab, weiter zu fahren. 

In Santenay treffen wir uns mit Ueli und Christine zum gemeinsamen Nachtessen auf dem Schiff. Am folgenden Abend geht es dann nach Mercurey. In ihrem Haus ist es angenehm kühl, was wir bei den steigenden Temperaturen sehr zu schätzen wissen. Apropos Temperaturen: die steigen wieder gehörig an und zwar in diesem Sommer bereits zum dritten Mal. Für die nächste Woche werden wieder 40 Grad angekündigt. Für uns heisst das ab jetzt, genau planen und die Weiterfahrt den schattigen Plätzen anpassen. 

Auf dem Canal de Centre sind zur Zeit relativ viele Hotelschiffe unterwegs. Zum Teil handelt es sich mit Sicherheit um verschobene Reises aus der Pandemiezeit. 

In Chagny liegt im Moment eine beachtliche Flotte an Snailys. Von den insgesamt 12 gebauten Booten sind immerhin 5 anwesend. Die Nummer Sechs befindet sich in der Anfahrt zum Hafen und ist auf dem Bild nicht zu sehen. 

In Chagny waren dann auch Unterhaltsarbeiten angesagt. Sowohl der Schiffsmotor wie auch der Roller erhielten neues Öl.

Am 14. Juli sind wir in Chagny. Im Hafen wird das Feuerwerk aufgebaut. Für Eira und Sinah ist das in diesem Jahr offensichtlich absolut kein Problem. Erstere ist beinahe taub und für Sinah gehört das laute Knallen anscheinend zum jungen Hundeleben dazu.

Auf der Fahrt von Chagny nach Fragnes "begrüsst" uns jedes Jahr lauthals eine stattliche Gans. Dem war auch diesmal so. 

Heute liegen wir etwas unterhalb von Fragnes im Grünen, dafür seit 14.00 Uhr im Schatten! Die Temperaturen um und im Schiff sind wesentlich angenehmer. 


04. - 08. Juli 2022, Digoin, Paray le Monial, Génelard (2x), Blancy

Am 4. Juli verlassen wir Coulanges. Im letzten langen Biefe vor Digoin treffen wir wiederum auf reichlich Wasserpflanzen. 

In Paray le Monial treffen wir wieder auf die Equipe der "Fleur". Gemeinsam verbringen wir den den Abend unter den grossen Platanen im Schatten. 

Vor ca. 1 Monat hat es in dieser Region gewaltige Gewitter gegeben. Umgestürzte Bäume und arg zerbeulte Autos zeugen von den Unwettern. Was auffällt, es sind nicht etwa dürre, alterschwache Bäume die umfielen. In den allermeisten Fällen handelt es sich um grosse Exemplare im vollen Laub.

In Génelard bleiben wir zwei Tage liegen. Um 13.00 Uhr passieren wir das Biefe zwischen den Schleusen 18 und 17. Bereits bei der Einfahrt stellen wir fest, dass der Wasserspiegel 50 - 60 cm  unter dem Normalstand ist. Unser Tiefenmesser meldet noch knapp einen Meter Wassertiefe. (Unser Tiefgang: 95 - 100 cm!). Wir mutmassen... entweder blieb während der letzten Nacht einer der Schleusenschieber zu weit offen oder der Kanalabschnitt hat ein veritables Leck. Die Antwort erhalten wir dann kurz später per "Avis" von VNF. Der Abschnitt hat effektiv ein Leck (siehe Foto und Videos) und zwar nicht in der Seitenwand sondern in der Kanalsohle. An dieser Stelle führt zur Entwässerung eines kleinen Flüsschens ein Querstollen unter dem Kanal hindurch. Dieser ist eingebrochen und droht jetzt auf der ganzen Länge einzubrechen. Die Schleuserin hat uns heute aktuelle Fotos gezeigt, da hat sich der Einbruch bereits wesentlich grösser präsentiert. 

In der Mitteilung von VNF (letztes Bild) spricht man von mindestens 2 Wochen Unterbruch. Die obgenannte Schleuserin hat heute bereits von 1 Monat gesprochen. 


28. Juni - 3. Juli 2022, Gannay (2x), Beaulon, Dompierre s. Besbre, Coulanche (2x)

Von Zeit zu Zeit ist bei uns Waschtag. In Gannay war es dann auch wieder soweit. Die Investition in eine Waschmaschine hat sich schon lange gelohnt. Die Suche nach einer öffentlichen Waschgelegenheit entfällt damit.

In Gannay haben wir dann noch einen Frachter gekreuzt. Das ist auf dem Lateral à la Loire eine absolute Rarität. Würden jede Woche 3 oder 4 den Kanal passieren, wäre das Problem mit den "Plantes aquatiques" wesentlich kleiner. Voll beladen wird nämlich der Schlick am Kanalgrund gehörig aufgewirbelt und alle Wasserpflanzen ausgerissen. Trübes Wasser vermindert das Wachstum der Pflanzen stark. 

Die Temperaturen schwanken in diesem Jahr stark. Einerseits haben wir bereits an der 40 Grad-Marke gekratzt. Andererseits hatten wir am Mittag gerade mal 14.6 Grad.


24. - 27. Juni 2022, Fleury s. Loire, Decize (3x)

Wenn jemand findet, in diesem Blog hätte es arg viele Hunde, hat er recht. Dazu später mehr.

Die Temperaturen sind wieder im "Normalbereich" für die Jahreszeit. Allerdings hatten wir in den letzten Tagen jeweils heftige Gewitter. Am vergangenen Wochenende gab es dann für einmal zweitägigen Dauerregen. Das war auch bitter nötig. Wir haben auf alle Fälle eingefeuert, um der Feuchtigkeit etwas entgegen zu wirken. 

Das erste Bild zeigt unseren Kartenordner in einer etwas ungewohnten Position. Die Erklärung ist simpel das Übel wäre zu vermeiden gewesen. In Fleury s. Loire haben wir uns mit Jean-Pierre und Francine getroffen. Während des gemeinsamen Mittagessens im kleinen Restaurant an der Liegestelle hat es einen ordentlichen Regenschauer gegeben. Der Schreibende hat es zuvor versäumt, alles Material auf dem Obersteuerstand ordnungsgemäss zu verräumen. Fazit: der Ordner ist ca. zwei Kilogramm schwerer und verliert jetzt laufend wiederum an Gewicht.

Im Hafen von Decize werden laufend die Wasserpflanzen entfernt. Für den Maschinisten ist's ein sicherer Arbeitsplatz, die Plage wächst nämlich rasend schnell nach. 

Auf dem Treidelweg in Richtung Cercy la Tour (Canal Nivernais) haben die letzten Gewitter ein paar Bäume umgerissen. Die Räumung braucht noch etwas Zeit... ;-))

Und jetzt die Erklärung zu den vielen Hunden. Am Sonntag hat uns die Züchterin von Eira und Sinah einen Besuch abgestattet. Dabei hat sie vier ihrer Hunde mitgebracht. Die "Zusammenstellung" der Gruppe war sehr interessant:

Vanille: die Grossmutter von Sinah

Myrtille: die Mama von Sinah

Cerise: die Schwester von Sinah

Tajane: die Cousine von Sinah

Vor allem die Jüngste (Tajane) zeigte sich von der sehr lebendigen Seite. Unsere beiden haben den Besuch eher von der argwöhnischen Seite betrachtet und waren wahrscheinlich froh, als sie wiederum die einzigen Vierbeiner auf dem JLB waren... ;-)).


20. - 23. Juni 2022, Belleville, Ménétréol, Beffes, Cours les Barres, Plagny

In Belleville hatten wir morgens um 03.00 Uhr "Besuch". Zwei grosse, weisse Hunde - jeder mindestens 55 - 60 kg schwer - sind um und AUF unserem Schiff herumgestreunt und haben ihren Meister gesucht. Einer ist ins Wasser gefallen und wäre beinahe ertrunken. Wir vermuten, dass die beiden ausgebüxt sind - uns hat kurz vorher ein heftiges Gewitter gestreift. Mein Anruf bei der 112 und später bei der 18 hat rein gar nichts gebracht. Man teilte mir mit, dass man auf der Gemeinde anrufen würde ;-)). Nachts um 03.00 werden sie da niemanden erreichen. Soviel war uns auch klar. Nach rund einer Stunde haben sich die beiden dann entschieden, ihr Haus und Heim auf eigene Faust zu suchen und sind wieder verschwunden. 

Nach der Nacht in Ménétréol sind wir auf Kanalabschnitte mit relativ wenig Wasser gestossen. Das Problem ergibt sich aus der geringen Wasserführung des Flusses Allier. Dieser versorgt den Canal Lateral à la Loire von der Schleuse Guetin bis nach Briare mit Wasser. Da bestimmte Mindestmengen im Fluss bleiben müssen, wird die Zufuhr zum Kanal gekappt. Viele Kanalabschnitte sind undicht und die Landwirtschaft bezieht ebenfalls ordentlich Wasser. So sinkt der Wasserspiegel während einer Nacht locker um 40 cm. 

Die hohen Temperaturen verursachen im Moment schwere Gewitter mit Hagel und viel Regen und Wind. Während einer Nacht haben wir versucht, die Sonnenpanels mit Decken und Tüchern zu schützen. Für die TV-Antenne musste das Servierbrett herhalten. Prompt hat's diesmal nicht gehagelt. 

Auf den letzten Bildern sieht man die Durchfahrt in der Schleuse Guetin und den Blick in den fast leeren Allier. 


14. - 19. Juni 2022, Ouzuer s. Trézée (2x), Chatillon s. Loire (2x), Beaulieu s. Loire

In Ouzuer treffen wir auf Isabelle und Raymond. Die beiden besitzen auch eine Snaily und sind unterwegs in Richtung Yonne. Beim gemeinsamen Essen tauschen wir die bisherigen Erfahrungen aus. Wo sind die Kanalabschnitte stark verwachsen? Wo gibt es Wasser und Strom? Was sollte man wo besichtigen? Wie steht es um die Einkaufsmöglichkeiten?

In Briare befahren wir die Kanalbrücke über die Loire. Sie wurde von 1890 - 1896 von Eiffel erbaut und überquert die Loire mit einer Länge von 662 m.

Die Temperaturen steigen! In Chatillon s. Loire liegen wir 2 Tage im Schatten. Die Weiterreise erfolgt dann vor allem am Morgen. Nachher ist es für Eira und Sinah zu heiss. Am Nachmittag heisst es dann Schatten suchen und sich unter den Bäumen "verstecken". Im Südwesten von Frankreich wurde mit 43 Grad ein neuer Rekord aufgestellt. 


10. - 13. Juni 2022, Chatillon en Coligny (2x), Rogny les sept Ecluses, Etang de la Gazonne

Das Wetter zeigt sich von der angenehmen Seite. Die Temperaturen sind nicht allzu hoch. In Chatillon en Coligny bleiben wir zwei Tage liegen. Waschtag ist angesagt. 

In Rogny liegen wir im Schatten, allerdings "internetlos". In den vergangenen zwei Wochen hatten wir an keiner einzigen Stelle weder Internet- noch Telefonempfang. In Rogny herrschte dann das absolute Funkloch.

Am Etang de Gazonne haben wir die Scheitelhöhe des Canal de Briare erreicht. Ab hier geht's abwärts bis an die Loire. Anschliessend nehmen wir den Lateral à la Loire in Angriff. 


7. - 9. Juni 2022, Nargis, Montargis, Montbouy

Von Nemours bis Montargis haben uns Livia und Roger begleitet. Sie sind per Auto angereist. Dieses haben wir dann jeweils mit dem Roller geholt, so dass sie in Montargis wiederum in Richtung Lyon weiterfahren konnten. 

Montargis ist ein relativ grosses Städtchen mit 14'000 Einwohnern. Zur Zeit wird am Hafen im Süden gebaut. Hier will man in Zukunft die Plaicansiers anlegen lassen. Bei der Einfahrt in die Stadt im Norden kann man zwar auch anlegen - wenn es denn nebst den Hotelschiffen Platz hat - die Versorgungsmöglichkeiten mit Strom und Wasser sind aber sehr beschränkt, mit gerade mal einer einzigen Anschlussmöglichkeit.

Heute liegen wir in Montbouy, da wird der Strom von der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Wasserhahn bleibt allerdings trocken. 

Noch ein Kommentar zu den letzten zwei Bildern (Meldungen von VNF zur Sperrung von Kanalabschnitten). Nach den heftigen Gewittern von letzter Woche bleiben zwei Abschnitte auf dem Canal de Bourgogne und dem Lateral à la Loire für jeweils in paar Tage gesperrt. Der Grund: umgeworfene Bäume müssen entfernt werden. Das kommt davon, wenn VNF in Sachen Unterhalt immer erst nach einem Ereignis reagiert und nicht proaktiv agiert. 


3. - 6. Juni 2022, Nemours (2x), Souppes sur Loing

Der Canal du Loing hat eine Länge von knapp 50 km und verfügt über 19 Schleusen. Der Frachtverkehr ist nicht sehr üppig, von Zeit zu Zeit passiert ein Hotelschiff. Die Schleusen wurden vor nicht allzu langer Zeit modernisiert und funktionieren per Fernbedienung. Das "Design" der Schleusenhäuschen lies sich wahrscheinlich ein Künstler vergolden. Die Dinger strotzen nur so vor Rost - aber das soll wahrscheinlich so sein. 

An der Anlagestelle in Nemours spriessen die Wasserpflanzen üppig. Das ist allerdings auch der einzige Kanalabschnitt, der so stark überwuchert ist. Weiter in Richtung Montargis wird's besser mit den Wasserpflanzen. 

Auf der Strecke von Nemours nach Souppes treffen wir auf eine Equipe, die ein Kabel verlegt (wahrscheinlich Glasfaser). Die Methode ist simpel und sehr kostengünstig. Das Kabel wird per Anhänger abgerollt und dann von Hand im Uferbereich ins Wasser geworfen - fertig. Bei uns hätte man den Treidelweg 1.2m tief aufgerissen, ein Rohr eingelegt, Verteilerschächte gesetzt und dann das Kabel eingezogen. Die Baustandards sind halt verschieden. 

In Souppes ist der Anleger voll besetzt mit "Langzeit-Liegern". Wir liegen etwas ausserhalb und erst noch im Schatten. 


30. Mai - 2. Juni 2022, Montereau (2x), St. Mammès, Moret s. Loing (2x)

In Montereau fliesst die Yonne in die Seine. Ab hier trifft man dann auch auf merklich mehr Schifffahrtsverkehr. Die grossen Frachter ziehen im 1/4-Stundentakt an uns vorbei. Zudem ist alles ein paar Nummern grösser. Transportiert wird in dieser Region sehr viel Kies und Sand und vor allem Getreide. Den Schubverband auf dem zweiten Bild haben wir später in St. Mammès beim Tanken wieder gesehen: 1x tanken = 12'000 Liter. Die letzten drei Schleusen vor Montereau haben auf beiden Seiten "schräge" Wände und keinen Schwimmponton. Da wird dann das Schleusen sehr mühsam (Bild 1). Von Moneterau bis nach St. Mammès sind wir auf der Seine unterwegs. 

In und um St. Mammès liegen massenweise ausgemusterte Penichen der Kategorie  Freycinet (38.50m x 5.05m). Dabei handelt es sich um eine Grösse, die in die allermeisten Schleusen in Frankreich passt. Offensichtlich rentiert sich deren Betrieb mit einer Ladekapazität von ca. 350 Tonnen nicht mehr. Viele der neuen Frachter laden dann schon mal bis zu 2000 Tonnen. 

In Montereau treffen wir auf die Equipe der "Fleur". Sie sind unterwegs in Richtung Paris. Wir biegen jetzt auf den Canal de Loing ab und übernachten für zwei Nächte in Moret s. Loing.


26. - 29. Mai 2022, Sens (3x), Pont s. Yonne

Die Schleusen auf der Yonne haben in den meisten Fällen schräge Wände. Für die "kleinen" Schiffe wurde zum Schleusen ein schwimmender Ponton angebracht, an dem das Boot fix befestigt wird. Die Schleusen leeren sich auf der Yonne sehr langsam. Und noch ein Wort zu den Anlegemöglichkeiten. Ausserhalb der Anlegestellen in Dörfern und Städten ist das Anlegen im Grünen so gut wie unmöglich. 

In Sens liegen wir für 3 Nächte. Sens ist ein schönes kleines Städtchen mit einer lebendigen Altstadt. Die autofreie Fussgängerzone lädt zum Flanieren ein. Die Anlegestelle ist grosszügig ausgelegt und wurde 2019 mit einem neuen Ponton ergänzt. Strom und Wasser werden von der Stadt finanziert. Allerdings muss man sich die entsprechenden Jetons z.B. in der Bäckerei holen. Gestern war Frühlingsputz. In Ermangelung eines Teppichklopfers musste die Fliegenklatsche herhalten. 

Auf der Yonne ist in Sachen Frachtverkehr doch noch etwas los. Wir haben diverse Frachter gekreuzt.

Heute liegen wir in Pont s. Yonne. Nach den 30 Grad vor ca. einer Woche, zeigte das Thermometer heute morgen gerade mal noch 8 Grad. Wir haben eingefeuert. Ende Woche sollen die Temperaturen wieder auf die 30-Grad-Marke steigen. 

Die letzten zwei Bilder zeigen Eira und Sinah bei der mittäglichen Siesta.

 


23. - 25. Mai 2022, Migennes - Joigny (2x) - Villeneuve s. Yonne

Die Temperaturen sind angenehmer geworden. Die erste Hitzewelle ist vorbei. Ein wenig Regen hat es auch gegeben. Das wird aber nicht reichen, um die Secheresse zu verhindern. Das fehlende Wasser kann nur durch zwei Wochen Dauerregen ersetzt werden. Affaire à suivre...

Zwischen Brienon und Migennes werden neue Eisenbewehrungen angebracht. Das ist eigentlich ein gutes Zeichen, denn so wird hoffentlich der Canal de Bourgogne nicht ums erste geschlossen. 

In Migennes liegen wir vor der Hafeneinfahrt. Im Hafen hat es absolut keinen Platz. Das ist speziell für die Jahreszeit. Den Canal de Bourgogne haben wir damit hinter uns gebracht (242 km und 189 Schleusen). 

Fazit zum Bourgogne: Die Gegend ist gefällt sehr gut. Malerische Burgunderdörfchen säumen den Kanal. 90% der Schleusen funktionieren im Handbetrieb, eine Handvoll sind zur Hälfte automatisiert und ein paar wenige funktionieren ohne Muskelkraft. Das Problem im Bourgogne sind die "Plantes aquatiques". Vor allem an zwei Stellen sind die Kanalabschnitte massiv verwachsen: 3 - 4 Schleusen vor und nach Ravières und 3 - 4 Abschnitte in der Region von Flogny (Siehe Blog weiter unten). Ohne rigoroses Schneiden der Pflanzen, wir spätestens im Juli keine Navigation mehr möglich sein. 

In Joigny liegen wir während 2 Tagen. Hier treffen wir uns mit der Equipe "Fleur". Gegessen wird auf dem JLB. Kochen tut Köbi. Der Grill wird übrigens mit Kohle geheizt und nicht etwa per rotem Stromerzeuger im Hintergrund... ;-))

Heute liegen wir in Villeneuve s. Yonne.

Erklärung zu den letzten zwei Bildern in der Galerie. Gestern habe ich vergessen, Eira und Sina das Zeichen für die Freigabe des Futternapfs zu geben. Die beiden haben geschlagene 10 Minuten vor dem gefüllten Topf gewartet. Dabei hat Marianne sie im Bild festgehalten. 

Auf dem letzten Bild sieht uns nach dem Verlassen von Joigny. Köbi hat uns mit seiner Drohne fotografiert. 


19. - 22. Mai 2022, Schleuse 102 -103, St. Florentin, Brienon s. Amaçon

Die letzten Tage waren sehr heiss. In St. Florentin ist die Temperatur über die 30 Gradmarke gestiegen. Verschiedene Kanäle melden bereits, dass die Boote nur mehr im Zweierpaket geschleust werden. Das haben wir bisher nur im Sommer erlebt. Jetzt ist es gerade mal Mitte Mai.

In St. Florentin haben wir am "Hafenfest" teilgenommen. Spontan konnte man sich beim Verein der "Freunde des Hafens" anmelden. Das Essen war sehr gut, die Getränke reichlich. Da der Traiteur sehr grosszügig geliefert hat, wurden alle Teilnehmer am Schluss dazu verpflichtet, sich für die kommenden Tage auch noch mit Essen einzudecken. 

Wir sind noch etwas mobiler geworden und zwar mit einem E-Trottinette, gekauft bei Darty in Auxerre. Das Problem war dann allerdings der Transport von Auxerre nach St. Florentin per Scooter. Die Kiste war effektiv zu gross, um irgendwie auf dem Roller befestigt zu werden. Spontan hat der Chef-Verkäufer des Ladens beschlossen, uns das Gerät am Abend nach der Arbeit mit seinem Privatauto in den Hafen zu liefern. Das sind immerhin 28 km und der Weg stimmte nicht einmal mit seinem Arbeitsweg überein. Das nenne ich doch Service am Kunden.


16. - 18. Mai 2022, Tanlay - Tonnerre - Schleuse 102 -103

 

Die Temperaturen sind immer noch sehr hoch. Regelmässig gibt's um die 30 Grad. Niederschläge sind keine in Sicht. In Tanlay fotografieren wir einen umgebauten Lastkahn und fragen uns wie lange die Equipe schon hier liegt. Die Antwort ergibt sich nach einem Blick auf das bzw. die Stromkabel - es sind nämlich sogar deren zwei - von selber. So eingewachsen, wie die sind liegt das Schiff seit mehreren Wochen an dieser Stelle. Der Grund ist ebenfalls rasch gefunden. Es fallen keine Liegegebühren an und Strom und Wasser gibt's obendrein noch kostenlos dazu. "Dauermieter" dieser Art besetzen leider immer die schönsten Anlegestellen. Wer nur für eine Nacht liegen möchte, hat das Nachsehen. 

Am 17. Mai war dann noch der Geburtstag des Schreibenden. Das Alter entnehme man bitte dem Foto. 

Heute galt es, die zweite Strecke (Schleuse 98Y - 102Y) mit dem sehr starken Pflanzenbefall in Angriff zu nehmen. Die Bilder sprechen für sich. Die geringe Wassertiefe in Kombination mit den Wasserpflanzen bedingte auch die Anpassung der Geschwindigkeit.  In die Schleuse 99Y sind wir nur mit viel Muskelkraft hineingekommen (siehe Clip). An der Schleuse 100Y musste dann sogar ein Bagger eingreifen (siehe Clip). Ab der Schleuse 102Y verbessert sich die Situation massiv. Am Abend ist sogar ein Bad ohne Fango möglich... ;-))


12. - 15. Mai 2022, Montbard - Buffon - Ancy le Franc - Tanlay

Es ist zu heiss für den Monat Mai. Seit Buffon schleusen wir mit dem Boot KADA von Kathrin und Albert. Solche "Fahrgemeinschaften" ergeben sich meistens zufällig und können je nach Planung der Schiffs-Equipen mehr oder weniger lange dauern. 

Zwischen den Schleusen 75Y und 79Y haben wir uns mit den "Plantes aquatiques" herumgeschlagen. Je nach Kanalabschnitt ist der Pflanzenbefall heftig bis sehr heftig. Die Equipe der KADA musste sogar ins Wasser, um die Schraube vom Kraut zu befreien. An einigen Schleusen war die schwimmende Pflanzenschicht so dick, dass wir die Boote von Hand und per Seil in die Schleuse bugsieren mussten. Das ist für alle Beteiligten eine grosse Zusatzarbeit. Was man sagen muss, die Schleusenwärter haben sich alle erdenkliche Mühe gegeben, damit wir doch einigermassen vorwärtsgekommen sind. An einigen Stellen wird zwar von einer externen Firma versucht, maschinell einzugreifen, dass ist aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein, wenn man bedenkt, dass die Pflanzen locker 20 cm pro Tag wachsen. Die warmen Temperaturen fördern das Wachstum zusätzlich.

Von Zeit zu Zeit treffen wir auf nicht oder schlecht unterhaltene Boote. Das eine oder andere kommt dabei dann schon mal in "Schieflage" und ist wahrscheinlich nur mehr schwer in Betrieb zu nehmen. 


9. - 11. Mai 2022, Pouillenay - Veneray les Laumes

Mit der Ankunft in Veneray les Laumes haben wir die Schleusenkette hinter uns gelassen. Ab jetzt werden die Distanzen zwischen den einzelnen Schleusen wiederum merklich grösser. Laut den "Avis de Batellerie" von VNF werden wir es aber vermehrt mit Kraut im Wasser zu tun bekommen. Schaun wir mal, was uns da alles erwartet. 

Die Touristiker lassen sich sich doch noch etwas einfallen. Entlang des Kanals wurden verschiedene kleine Häuschen für Ferienaufenthalte erstellt. (Les Lodges du Canal de Bourgogne). Der Reservationsplan zeigt eine recht gute Auslastung. 

Am Montag haben wir von Pouillenay aus das kleine Dörfchen Lavigny sur Oozerain besucht. In der früheren Benediktinerabtei werden auf der Basis von Anis Bonbons und viele andere Köstlichkeiten hergestellt. Wir haben und dann allerdings für den Zitronengeschmack entschieden. Anis ist nicht jedermanns Sache... ;-)).

Kleines Detail nur so nebenbei: eigentlich ist das Dörfchen verkehrsfrei. In der Realität stehen nicht weniger Autos herum als in jedem anderen französischen Dorf.

In Veneray les Laumes liegen wir zwei Tage. Hier gibt gute Einkaufsmöglichkeiten. Allerdings sind diese recht weit vom Hafen entfernt. Mit unserem Roller ist das aber kein Problem. 

Zum Wetter:

Es ist sehr warm geworden. Die 30-Grad-Marke haben wir am 11. Mai schon mal geknackt. Wenn sich keine Regenperiode einstellt, befinden wir uns schon bald in einer massiven "Secheresse". Für die kommende Woche sind steigende Temperaturen angesagt. 


6. - 8. Mai 2022, Vandenesse - Pouilly - Pont Royal - Marigny

Nach Vandenesse haben wir zuerst einmal den Tunnel von Pouilly en Auxois (3.3 km) zu bewältigen. Der Tunnel wurde von 1825 - 1832 gebaut. Bis 1987 war ein elektrisch betriebener Schlepper (le toueur) in Betrieb. Mittels einer Kette, die durch den gesamten Tunnel auf dem Kanalboden geführt wird, wurden die Frachtschiffe gezogen. 

Nach einer Nacht in Pouilly liegen wir zwei Nächte in Pont Royal. Hier haben wir schon vor 25 Jahren angelegt. Am Sonntag, den 8. Mai legen wir in Marigny an. Mittlerweile sind wir in der Schleusenkette in Richtung Venarey les Laumes unterwegs. Das heisst alle paar hundert Meter eine Schleuse (siehe Karte). Auf einer Strecke von 12 km sind das 36 Schleusen. Dabei wird man von einer Schleuser-Equipe bestehend aus 3 Leuten begleitet. 

Noch ein Wort zum Wetter: Die Temperaturen sind angenehm. Der Tag beginnt zwar jeweils etwa kühl. Am Nachmittag steigen die Temperaturen dann über die 20 Grad Marke. Für die kommende Woche werden sommerliche Werte prognostiziert. 


2. - 5. Mai 2022, Schleuse 34 - Vandenesse

Die Woche hat "gut" angefangen. Am Montag um 09.00 Uhr waren wir bei der Schleuse 33 angemeldet. Nichts ahnend haben wir uns an die reservierte Zeit gehalten. Um 09.30 Uhr ist weit und breit noch kein Schleuser zu sehen. Wir rufen bei der Zentrale an. Der Telefonbeantworter meldet sich. Man solle eine Message hinterlassen. Wir warten, das hinterlassen einer Nachricht bringt nämlich nichts. Das kennen wir aus Erfahrung. 09.45 Uhr, wir rufen wiederum bei der Zentrale an. Der Anruf wird umgeleitet zum Chef des Schleusensektors. Fazit: Die haben uns vergessen. Es seien viele Hotelschiffe unterwegs und VNF hätte zu wenig Personal. Die Aushilfen starten zwar an diesem Montag, müssten aber zuerst "ausgebildet" werden. Ich mache ihm den Vorschlag, in die Schleuse einzufahren, die Tore auf der Talseite selber zu schliessen und uns durch den Courant hochfahren zu lassen. Der Courant (Bild 1) sorgt dafür, dass der Abschnitt bis zur nächsten Schleuse laufend mit Wasser versorgt wird. Wir haben dann mit unserem Schraubenschlüssel etwas "nachgeholfen", ansonsten hätte eine Schleusung bis zum Mittag gedauert... ;-)). Die nächste Schleuse befahren wir nach dem Mittagessen nach demselben System. Unser Schraubenschlüssel bewährt sich. Um 14.00 Uhr rufen wir wiederum in der Zentrale an. Die Aushilfen sind immer noch in Ausbildung aber man werde uns jemanden schicken, der bereits im letzten Jahr bei VNF ausgeholfen hat. Und tatsächlich kurz darauf fährt eine Dame mit dem Roller an und das richtige Schleusen kann beginnen. Ergänzung am Rande: einen Tag später standen zeitweise 4 Mitarbeiter von VNF an der Schleuse. Organisation à la methode française. 

Teilweise sind Kanalabschnitte Canal de Bourgogne bereits auf bedenklich niedrigem Niveau. Wir haben anfangs Mai. Wie wird die Situation wohl im Juli aussehen?

Zum Schluss: In Vandenesse liegt das Hotelschiff "Grand Cru" von der Firma "Elegant Waterways". Luxus pur und das alles in schwimmender Form. Der Preis  für 8 Personen (5 Übernachtungen) beträgt satte 68'000 Dollar!!! Für dieses Gästesegment spielt Geld wahrscheinlich gar keine Rolle.

 


28. April - 1. Mai 2022, Dijon - Schleuse 34

Die Strecke Dijon - Schleuse 34 legen wir in 2 Tagen zurück. Bei der Schleuse 34 bleiben wir für 3 Nächte liegen. Einerseits besorgen wir die Wäsche und andererseits sind am 1. Mai alle Schleusen geschlossen. Am Montag, den 2. Mai geht's dann weiter. Bisher hat uns die Pflanzenplage relativ wenige Probleme gemacht. Auf der anderen Seite des Kanals, im Abstieg zur Yonne soll es auf zwei Abschnitten wesentlich mehr Probleme geben. Die Info haben wir aus den "Avis de Batellerie" der VNF und von unseren Kollegen Bea und Köbi, die etwa 2 Wochen vor uns sind. Schaun wir mal was uns da erwartet. 

Auf dem Bild 1 sieht man eine Peniche in der Schleuse. Auf dem Canal de Bourgogne ist das eine absolute Ausnahme. Der Frachtverkehr wurde bereits vor Jahren eingestellt. Die vielen Schleusen und die z.T. geringe Wassertiefe sind den Frachtschiffen gar nicht dienlich.

Die arme Kreatur auf dem Bild zwei haben wir an einer Schleuse fotografiert. Leider gibt's den Hofhund an der Kette immer noch. 

Für 3 Nächte liegen wir an der Schleuse 34 bei Urs Gysin. Neben einer gut ausgerüsteten Anlegestelle vermietet Urs eine Gite und die Unterkunft auf dem "Le Lavoir". Beide Unterkünfte können online gebucht werden. Wer Abgeschiedenheit und Ruhe sucht, ist an dieser Adresse genau richtig. 

Die Tage beginnen jeweils recht kühl mit 2 - 3 Grad. Während des Tages wird es zwar wärmer, die Bise verordnet dann aber doch noch das Trage eines Pullovers.


25. - 27. April 2022, St. Jean de Losne - Dijon

Am Montag verlassen wir St. Jean de Losne nach einem recht verregneten Wochenende. Dem ist aber gut so, es ist nämlich sehr trocken und für die Navigation benötigen wir nämlich auch noch Wasser. 

Der Canal de Bourgogne wird häufig von Hotelschiffen befahren. Es scheint, als ob sie das Frühjahr nutzen wollen, da sich der Pflanzenwuchs im Kanal noch in Grenzen hält. Allerdings muss man sagen, dass noch jede Menge geschnittene Pflanzen im Wasser schwimmen. Vor allem vor den Schleusen sammelt sich damit eine Unmenge Unrat. Die Ausfahrt ist je nach Schleuse erschwert, weil man oft nur erahnen kann, welche Fremdkörper der Schraube übel zusetzen könnten. Es wäre eigentlich ein Einfaches, das Grünzeug inkl. Unrat zu beseitigen. VNF tut aber in dieser Hinsicht rein gar nichts. Wie die Fotos zeigen, macht der Anblick in touristischer Hinsicht keine gute Werbung. 

Im Hafen von Dijon wimmelt es von Vogel-Getier. Vor allem Gänse und Enten spazieren mit ihren Jungen im Hafen herum.

Heute haben wir ein DAB+ Radio installiert - verbunden mit dem Lautsprechersystem im ganzen Schiff. In grossen Städten funktioniert das DAB+ System, aber bereits in den nächsten Tagen wenn wir wieder in der Pampa sitzen, wird's mit dem digitalen Signal vorbei sein. Die Franzosen konzentrieren sich beim beim Ausbau auf die grossen Städte und deren Agglomerationen. Die ländlichen Gebiete folgen später - wenn den überhaupt... ;-))

PS: Am vergangenen Wochenende wurde in Frankreich Emanuel Macron für eine zweite Amtszeit wiedergewählt (58 %). Seine rechtspopulistische Gegnerin, Marine Le Pen,  erreichte 42 % der Stimmen. Im Vergleich zur Wahl 2017 hat sie sich verbessert, die Prognosen sagten sogar ein noch besseres Resultat voraus. Für Frankreich und vor allem für Europa wäre Le Pen eine schlechte Wahl gewesen. Ihr europafeindlicher Kurs ist gerade in der jetzigen Kriegssituation in der Ukraine pures Gift. Putin wäre das sehr gelegen gekommen. 


21. - 24. April 2022, Port St. Pierre - St. Jean de Losne

Weit sind wir noch nicht gekommen, aber das ist ja auch nicht das Ziel der Sache. Seit dem 22. April sind wir in St. Jean de Losne. Hier waren wir bis vor 3 Jahren stationiert. Da das Wetter sich eher von der windig-feuchten Seite zeigt, sind wir liegen geblieben. Morgen soll es dann in den Canal de Bourgogne gehen. Noch im letzten Sommer war der "Gare d'Eau" stark mit Wasserpflanzen bewachsen. Zeitweise gab es gar kein Vorwärtskommen mehr per Boot. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan. In einer ersten Phase wurde das lästige Grünzeug wie Heu geschnitten. Mittlerweile laufen vier Aktionen um der Plage Herr zu werden - siehe Bild 1.

  1. Mit drei "Luftvorhängen" (rideau de bulles) am Hafeneingang wird die Weiterverbreitung der Pflanzen auf der Saône verhindert.
  2. Eine biologische Behandlung soll das Wachstum einschränken.
  3. Mehr Sauerstoff. Dadurch sollen sich die Bakterien entwickeln und das Pflanzenwachstum eindämmen.
  4. Weniger Sonnenlicht. Ein natürlicher Farbstoff im Wasser soll das Sonnenlicht einschränken und damit das Wachstum bremsen.

Fazit der ganzen Übung: Wir sind erstaunt, wie wenige Pflanzen im Moment noch vorhanden sind. Das Wasser ist dunkel-blau-grün eingefärbt und sieht sehr frisch und "gesund" aus. Der Grund des Hafenbeckens ist nicht mehr sichtbar und damit kann das Sonnenlicht nicht mehr viel zum Wachstum beitragen. Wenn die Situation über den Sommer so bleibt, ist der Hafen in allen Bereichen ohne Einschränkung befahrbar. 

 

Die restlichen Bilder zeigen die folgenden Situationen:

  • Eira nimmt auch schon mal beide Hundekörbe in Beschlag. Eigentlich habe ich sie nur aufeinander gestellt um Staub zu saugen. 
  • Unser aktueller Nachbar hat seine Sonnenpanels wintersicher festgezurrt und dabei nicht daran gedacht, dass sich die Leistung massiv verringert.
  • Das abgebildete Fahrzeug steht offensichtlich schon sehr lange auf dem öffentlichen Parkplatz. Sogar die Stossstange setzt Moosbewuchs an.
  • Man möchte meinen, dass wir mindestens 5-6 Personen an Bord sind. Alle Steckplätze sind nämlich mit Ladegeräten belegt. Aus energietechnischen Gründen sollte man sie bei Nichtgebrauch aus der Steckdose entfernen - ich weiss - das Ganze hat aber den Vorteil, dass man die Dinger nicht jedesmal suchen muss. Zudem produzieren wir unseren Strom via Sonnenpanels selber und da stört uns der leicht erhöhte Verbrauch nicht.

17. - 20. April 2022, Savoyeux - Port Saint Pierre

Seit dem letzten Sonntag sind wir jetzt wieder unterwegs. Es ist viel los auf der "Petite Saône". Bedingt durch Ostern, werden viele Kurztrips gebucht. Z.T. dauern die Aufenthalte dann nur 3 - 4 Tage. Ab nächster Woche wird es wieder viel ruhiger sein. 

Die Temperaturen während des Tages sind angenehm, auch wenn ständig die Bise von Norden weht. Morgens und abends braucht es dann aber dennoch etwas Holz im Ofen. Unser Holzvorrat ist gut ausgelegt, je nach Wetter füllen wir nach. Schwemmholz - auch gut trockenes - liegt in rauen Mengen herum. 

Eira und Sinah geniessen den 24-Stunden rundum Service und trotzdem, werde ich regelmässig beim Mittagsschlaf von Sinah "überfallen" - siehe Bild.

Die Szene auf dem letzten Bild ist typisch für die Mietbootfahrer. Da wird beim Schleusen oft so ungeschickt hantiert, dass alle Leuchten am Signal gleichzeitig aufleuchten. Damit geht beim Schleusen nichts mehr - zumindest, bis der Schleusenwärter benachrichtigt ist und das Wirrwarr wieder in Ordnung bringt. 

Am 20. April übernachten wir in Port Saint Pierre. Ein Name der nach grossem Hafen und vielen Schiffen tönt. Die Realität sieht ganz anders aus: ein Betonsteg, der gerade mal zwei Booten Platz bietet - ohne Strom und Wasser und sehr weit weg vom nächsten Dörfchen. Dafür ist's sehr ruhig. Wesentlich ruhiger als gestern abend in Mantoche. 


30. März bis 16. April 2022

Unsere Planung haben wir dann mal angepasst. Eigentlich wollten wir ab dem 23. März 2022 unterwegs sein. Da wir uns in der Schweiz ein Appartement zulegen, mussten wir kurzfristig wieder nach Hause, um diverse Formalitäten zu erledigen, eine Küchen- und Sanitäreinrichtung auszuwählen und um die Bodenbeläge festzulegen. Das dauert seine Zeit. Dazwischen haben wir noch die eine oder andere Geburtstagsfeier bestritten, lieben Kolleginnen und Kollegen bei Umbauten ausgeholfen und die Garage neu eingerichtet. Obwohl wir offiziell gar nicht zu Hause waren, quoll die Agenda über…;))

Am Ostersamstag, den 16. April starten wir jetzt mit einer neuen Anreise en France. Die Reiseroute haben wir ebenfalls angepasst. Wir nehmen den Weg über den Canal de Bourgogne. Unser Plan sieht vor, dass wir für die Route ca. 4 Monate unterwegs sind.

 

23. - 25. März 2022

Geplant ist, dass wir erst einmal bis im Juni unterwegs sein werden. Die Reiseroute entnehme man dem Plan weiter unten im Blog. Wir sind aber flexibel und passen uns je nach Situation an. 

Zuerst mussten wir uns mit dem vielen Saharastaub herumschlagen. Am letzten Wochenende hat's davon gehörig viel nach Europa geblasen. Die Araber sollten uns lieber Öl und Gas liefern und dafür den Sand in der Sahara behalten... ;-)). Zudem wären wir weniger auf die Rohstoffe des Kriegstreibers aus dem Osten angewiesen. 

Die Tage sind mit 20 Grad angenehm warm. Am Morgen und am Abend braucht es aber immer noch etwas Wärme aus dem Holzofen. Heute morgen hat das Thermometer 0 Grad angezeigt - mit Raureif auf dem ganzen Schiff. Bekanntlich gibt ja Holz mehrmals warm, was die Fotos beweisen. Die Holzreserven füllen wir uns am Ufer der Saône laufend auf. Da es während des letzten Monats gar nicht geregnet hat, ist herumliegendes Holz gut trocken. 

Zum zweitletzten Bild: Der Eigentümer dieses Bootes hat die Farbe erneuert und ist  bereit für das Einwassern. Die Frage, ob er denn jetzt noch das Unterschiff auf Vordermann bringe verneint er... ;-)). Bin mal gespannt, wie lange er mit seinem doch etwas "gebrauchten" Antrieb die Saison bestreiten wird. 

Zum letzten Bild: Eira und Sinah sind bereit für die Nacht, je in ihrem Körbchen. Das funktioniert soweit sehr gut. Man lässt sich gegenseitig leben. 




Planung für die Monate April, Mai und Juni 2022

 

Pläne können sich sehr rasch ändern. Je nach dem, wie der sinnlose Krieg in der Ukraine sich weiter entwickelt, sind wir unter Umständen schon bald wieder zu Hause... ;-(((

Affaire à suivre...


Savoyeux, 8. März 2022

Trotz strahlendem Sonnenschein ist es nach wie vor relativ kühl für die Jahreszeit. Die Aussentemperatur heute morgen: - 3.5 Grad. 

Eigentlich wollte ich noch aussen das Schiff reinigen. Daraus ist nichts geworden. Das Wasser auf dem Ponton ist noch nicht installiert und bei den tiefen Temperaturen macht Bootswäsche auch keinen Spass... ;-)) Morgen geht's zurück in die Schweiz.


Savoyeux, 7. März 2022

Es ist immer noch kühl - vor allem am Morgen. Heute zeigte das Thermometer in der Kabine 2.5 Grad! Nach dem Einfeuern in beiden Holzöfen steigt die Temperatur rasch auf 15 - 20 Grad. 

Obwohl während des ganzen Tages die Sonne scheint, zeigt das Thermometer am Mittag nicht mehr als 10 Grad. 

Im Hafen ist es sehr ruhig. Die Freizeitschiffer scheuen wahrscheinlich die Kälte... ;-)). 

Bei Saône-Plaisance wird gearbeitet. Heute stand unter anderem das Einwassern eins Bootes auf dem Plan. 

Die Petite Saône ist im Moment "en chômage". D.h. für Unterhaltsarbeiten sind die Schleusen ausser Betrieb. Ab dem 18. März wird der Betrieb wiederum aufgenommen. 


Savoyeux, 6. März 2022

Auf dem morgendlichen Spaziergang haben wir auf der Heckplattform einen Bisam beobachtet, der die ersten Sonnenstrahlen des Tages geniesst. Die Nacht war kalt. Am Morgen zeigt das Thermometer - 4 Grad. Am Abend fotografiere ich das selbe Tierchen dann in seinem Nachtlager - nahe an unserem Steg. Offensichtlich hat er sich an die winterliche Ruhe im Hafen gewöhnt und macht gar keine Anstalten, sich zu verstecken. Bei der Rückkehr der Freizeitschiffer ist es dann mit der Ruhe wieder vorbei. Im Moment ist es noch sehr ruhig. Ausser einem Briten, der das ganze Jahr auf seiner Peniche wohnt, sind wir die einzigen im gesamten Hafen. 

Auf dem dritten Bild ist auch ein Snaily zu sehen. Es handelt sich um das Vorgängermodell unseres Bootes. 

 


Savoyeux, 5. März 2022

Für ein verlängertes Wochenende bin ich in Savoyeux. Es gilt vor Saisonbeginn ein paar kleinere Arbeiten auszuführen. Alles aber immer je nach Temperatur und Wetter. Es ist nämlich relativ kühl. Am Mittag steigt die Temperatur auf knapp 10 Grad. Morgen früh ist mit Minustemperaturen zu rechnen. 

Die ganze Welt ist in Aufruhr. Eigentlich dachten alle, dass mit ausklingender Covid-Pandemie wieder etwas Normalität einkehrt. Es kam ganz anders. Putin hat am 24. Februar 2022 die Ukraine überfallen. Es herrscht Krieg in Europa. Putin erklärt den Russen, dass es sich um eine militärische Sonderaktion handelt. Eine Aktion die sich nur gegen militärische Einrichtungen in der Ukraine richte. Die Realität sieht anders aus. 

Die Auswirkungen dieses Krieges werden wir ALLE spüren. Bereits sind mehr als 1 Million Ukrainer in die umliegenden Länder geflüchtet. Die Treibstoffpreise sind explodiert. In Pontarlier habe ich heute beim Auftanken für einen Liter Diesel 1.899 Euros bezahlt! Das ist mit Abstand der höchste bisher je von mir bezahlte Dieselpreis... und die Preise werden allgemein weiter steigen. 

Sinah geniesst die Zeit, einmal das Sofa für sich alleine beanspruchen zu dürfen. 


Savoyeux 04. 02. 2022

Die Temperaturen sind mit 5 -6 Grad angenehm. Die Sonne zeigt sich allerdings während des ganzen Tages nicht. 

Im Hafen ist es sehr ruhig. Bis auf einen Engländer, der während des ganzen Jahres im Hafen wohnt ist kein Mensch weit und breit zu sehen. 

 

Heute waren zwei ausgedehnte Spaziergänge angesagt. Einmal zum Fluttor im Osten. Am Nachmittag ging es dann zum Tunnel auf der Westseite und zurück. Das tut sowohl dem Meister wie auch dem Vierbeiner gut. 

... nur ein Sheltie bewegt sich so...


Savoyeux 03. 02. 2022

Die Pandemie ist noch nicht vorbei und trotzdem lockern die Länder langsam die Massnahmen. Und das obwohl die Infektionszahlen in ganz Europa rekordverdächtig hoch sind. Die Omikron-Variante ist zwar hoch ansteckend aber der Krankheitsverlauf ist in den meisten Fällen sehr milde. Viele Infizierte zeigen keine Symptome und merken von der Ansteckung gar nichts. 

Im letzten Jahr konnte man nicht vor Mitte Juni nach Frankreich einreisen. In diesem Jahr ist es also wieder ohne Probleme möglich, allerdings wird ein gültiges Zertifikat verlangt. 

Der Kurztrip dient vor allem Kontrollzwecken: Trockener Kiel, dichte Fenster, geladene Batterien via Solarpanels, gut fixierte Taue. Alles ist i.o.

Meine "Assistentin" nimmt es von der lockeren Seite. Ich meinerseits streiche den Kasten unter der Treppe zur Küche neu. 

Die Temperaturen sind mit 8 Grad am Tag eher hoch für die Jahreszeit. Heizen muss man aber trotzdem, die Dämmung im Schiff ist halt eher für sommerliche Temperaturen ausgelegt.